DIEKIRCH
LJ

Die Dekanatskirche in Diekirch wurde am Samstag in Anwesenheitvom Erzbischof und der Kulturministerin eingeweiht

Die Einweihung der aufwendig restaurierten 142 Jahre alten Dekanatskirche fand am Samstag in Anwesenheit vom Erzbischof Jean-Claude Hollerich und der Kulturministerin Maggy Nagel statt. Nach einem geführten Rundgang äußerten sich Dechant Fränz Müller und der Erzbischof sehr zufrieden mit den Arbeiten, die 2011 begonnen wurden. Der Präsident der Kirchenfabrik, Jean-Jacques Schaefer berichtete über den Verlauf des Projektes, welches nach dem Absturz von Deckenelementen dringend notwendig wurde. Weiter lobte er die gute Zusammenarbeit von Gemeinde, Kulturministerium, Kirchenfabrik, dem Architekten Robert Decker und dem Ingenieurbüro bei der Realisierung des Projektes. Bürgermeister Claude Haagen sprach von einer gelungenen Aufwertung des Stadtzentrums mit den imposanten Kirchtürmen. Maggy Nagel zeigte sich erfreut, dass mit diesem Projekt ein bedeutendes Kulturerbe mit neuem Leben eingehaucht wurde. Die Kosten teilten sich Gemeinde (3,2 Mio. Euro), das Kulturministerium (0,528 Mio.) und die Kirchenfabrik (0,4 Mio.). Die Einweihungsfeier wurde umrahmt vom Cäcilienchor, dem „Sängerbond“ und dem Chor der portugiesischen Gemeinschaft.

Sanierung und Aufwertung

Die Sanierung des Bauwerks beinhaltet die teilweise Ausbesserung des Dachstuhls wobei einige Binder ersetzt werden mussten. Das gesamte Dach wurde erneuert und die Fenster der Kirche wurden zum Schutz und zur Wärmedämmung mit klaren Vorsatzverglasungen versehen. Zur Wärmedämmung des Dachstuhls wurde eine feuerfeste Cellulosedämmung offen auf den Dachstuhl eingeblasen. Abschließend wurde der Außenanstrich vorteilhaft erneuert. Parallel zu den Außen-Arbeiten erfolgte die Instandsetzung des Innenraums. Dabei wurde auf kostspielige Um- und Neubauten verzichtet. Schwerpunkte sind die farbliche Umgestaltung sowie die Erneuerung der Beschallungs- und Beleuchtungstechnik welche für eine freundlichere religiöse Atmosphäre sorgen sollen. Dabei wurde der imposante Baldachin nach vorne verlegt. Eine Analyse vom anerkannten Orgelexperten Manfred Schwartz zeigte erhebliche Mängel an der Orgel aus dem Jahre 1870. Diese wird nun ebenfalls im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten erneuert. Auf Vorschlag von dem eigens für diesen Zweck gegründeten „Uergelbaufrenn Dikrich“ wurde die „Manufacture d’orgues Thomas“ aus Belgien mit der Lieferung der neuen moderne Orgel mit 50 Registern und Lichteffekten beauftragt. Die Orgel soll 2015 geliefert werden.

Maggy Nagel steht zu ihren Entscheidungen

Anfangs ihrer Ansprache, bei Gelegenheit der Einweihung der renovierten Pfarrkirche, erklärte Kulturministerin Maggy Nagel, dass sie bei Amtsantritt als erstes zwei offene Angelegenheiten betreffend Diekirch vorgefunden hätte: Den ohne Genehmigung installierten Wetteresel auf dem Turm der alten Kirche sowie einen Antrag für den Abriss von sanierungsbedürftigen Wohnblöcken in der Nähe vom Friedhof. Laut ihrem Prinzip vom schnellen Handeln hätte sie nach einigen Überlegungen zwei Entscheidungen getroffen, welche teilweise auf Kritik gestoßen sind. Sie stehe weiterhin zu diesen Entscheidungen, so Nagel. In der Angelegenheit vom Wetteresel liege es jetzt an der Gemeinde und dem Bistum, eine Einigung zu finden, damit die versprochenen Subsidien für die Renovierung der alten Kirche, wie versprochen, überwiesen werden können. Vorher hatte der Erzbischof Jean-Claude Hollerich erklärt, auch wenn er Esel mag, wolle er sich nicht zu dieser Angelegenheit anlässlich der Einweihungsfeier äußern.