LUXEMBUR
GNATASCHA EWERT

Interview mit der jungen luxemburgischen Autorin Natascha Schmit

Natascha schreibt und sie hat schon drei Bücher veröffentlicht.“ Als ich den Satz hörte, konnte ich meinen Ohren nicht trauen. Erstens heiße ich auch so und zweitens will auch ich Bücher schreiben. Ich wartete gespannt auf den Tag, wo wir uns im „Cercle Cité“ im Rahmen einer Fotoausstellung treffen würden. Wir beide - Natascha hauptberuflich, ich als Studentin - arbeiteten für den Veranstalter der Ausstellung. Ich erfuhr sehr viel über meine Arbeitskollegin:: Sie las gerne und mochte die TV-Serie „Buffy, die Vampirjägerin“. Irgendwie konnte mir denken, dass sie in ihrer Freizeit vielleicht Fantasytexte schreibt. Für das „Journal“ erzählt die junge Frau mehr über ihre Leidenschaft und das Dasein als Schriftstellerin.

Wann hast Du mit dem Schreiben angefangen?

Natascha Schmit Mit dem Schreiben hab ich mit 15 Jahren angefangen: Damals habe ich viel gelesen, hauptsächlich Fantasyliteratur. Irgendwann hat das Lesen der Geschichten mir aber nicht mehr ausgereicht; ich wollte eigenen Charaktere und Welten erschaffen und so kam es, dass ich mein Werk „Second Soul“ verfasste.

Wann wurde aus dem Schreiben eine Leidenschaft?

Schmit Mit der Zeit habe ich immer mehr Ideen entwickelt und gelernt, meiner Fantasie im Schreiben freien Lauf zu lassen. Es ist immer wieder spannend, am Anfang einer Geschichte noch nicht zu wissen, wohin die Reise hingeht und welche Wendungen die Story noch nehmen wird. Nach dem ersten Band der „Second Soul-Trilogie“ war es zu einem Hobby geworden.

Du hast bis jetzt drei Bücher, eine Trilogie, geschrieben. Kannst Du ein bisschen erzählen, worum es sich handelt?

Schmit Die Geschichte handelt von Michael und Jane, zwei fünfzehnjährigen Schülern aus Oxford, England, die sich durch einen Wink des Schicksals über den Weg laufen. Beide erfahren, dass sie bereits im Mittelalter gelebt haben und nun als Wiedergeburten vom Erzengel Michael und von der Magierin Serenity die Welt der Menschen erneut vor der Tochter des Grafen Dracula retten müssen.

Zusammen mit vier anderen Teenagern, die zu ihnen stoßen, müssen sie nun ihre früheren Fähigkeiten zurückgewinnen und die Fertigkeiten der Magie erlernen. Bald stehen sie in einem Kampf um Leben und Tod der Königin der Vampire gegenüber.

Ist ein weiteres Buch in Planung?

Schmit Ja, nach Vollendung der „Second-Soul Reihe“ schreibe ich momentan an einem okkultistischen Roman. Es handelt von Geistern und Wesen aus dem Jenseits, die meine Protagonisten heimsuchen. Aber mehr wird noch nicht verraten.

Warum sollten Deine Bücher gelesen werden? Was ist das Besondere an diesen Romanen?

Schmit Bei „Second Soul“ ist für jeden Fantasy-Freund etwas dabei: Spannung, Action, Witz und Romantik vereinen die Geschichte zwischen Gut und Böse. Ich denke, besonders für junge Leute ist es ansprechend.

Gibt es einen gewissen Lieblingsautor, der Dich dazu motiviert hat, Schriftstellerin zu werden?

Schmit Das Vorbild zum Schreiben war ganz klar J. K. Rowling. Ich habe ihre Bücher geliebt und die Fantasie darin förmlich aufgesaugt. Schnell habe ich den Entschluss gefasst, selber zu schreiben. Begonnen hat alles es mit meiner eigenen Fortsetzung von Harry Potter, weil ich den nächsten Band nicht abwarten wollte. So habe ich für mich allein eine Fortsetzung geschrieben, die mit dem Original allerdings nichts mehr gemein hatte. Ich liebe aber auch den kecken Schreibstil von Rick Riordan, den Vater von Percy Jackson sowie auch die Romane von Iny Lorentz.

Welchen Tipp würdest Du jungen Menschen geben, die gerne schreiben?

Schmit Jeder soll genau das schreiben, was ihm liegt und seine Ideen und Stories zu Papier bringen, ohne sich in ein bestimmtes Genre pressen zu lassen. Allerdings warne ich vor Unwissenheit. Es ist durchaus möglich, ein Buch im Eigenverlag zu veröffentlichen. Das ist mittlerweile einfacher geworden. In dem Fall rate ich allerdings, sich genauestens zu informieren.

Ein Lektor ist sehr wichtig und man sollte da auf keinen Fall sparen. Wer sich das allerdings nicht leisten kann, sollte lieber abwarten. Ich rate eindringlich davon ab, ohne Lektor zu veröffentlichen. Das kann ganz schnell peinlich werden. Für alle die viel Geduld und Durchhaltevermögen haben, wird es sich auf jeden Fall lohnen, wenn man das eigene Buch in Händen hält.