FRANKFURT
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Gewinne der Konzerne brechen ein, nur einer widersteht

Die Ölmultis stöhnen. Sowohl in den USA als auch in Europa verdienen sie zwar immer noch gigantische Summen, doch von den Rekordgewinnen der Vergangenheit mussten sie sich verabschieden. Das Raffineriegeschäft schwächelt.

Bei Shell ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der Gewinn um rund ein Drittel auf 4,5 Milliarden US-Dollar (3,3 Milliarden Euro) gesunken, wie der Konzern am Donnerstag in London mitteilte. Höhere Kosten bei der Erschließung und Förderung von Öl und Erdgas haben ebenso belastet wie weiterhin bestehende Probleme im Förderland Nigeria. Die Probleme seien nur zum Teil durch bessere Chemie-Geschäfte und höhere Fördervolumina kompensiert worden, sagte Shell-Finanzvorstand Simon Henry. Als Quartalsumsatz nannte der Konzern eine Steigerung auf 118,3 Milliarden Dollar. Für die Zukunft habe Shell neue Öl- und Gasfelder erschlossen, etwa in Brasilien, Australien und im Irak. Henry verspricht sich dadurch gute Geschäfte von 2014 an.

Auch Europas drittgrößter Ölkonzern Total kämpft mit einem weiter schwachen Geschäft in der Weiterverarbeitung. Den Franzosen machte auch der starke Euro zu schaffen. Der Gewinn fiel im dritten Quartal auf 2,7 Milliarden Euro und lag damit um 19 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank trotz leicht erhöhter Produktion und stabilem Ölpreis um sechs Prozent auf 46,7 Milliarden Euro. „Die Lage im Raffineriebereich bleibt schwierig“, kommentierte Total-Finanzvorstand Patrick de La Chevardière. „In Europa gibt es das Problem von extremen Überkapazitäten.“

Auch der US-Ölgigant ExxonMobil kann sich dem Abwärtstrend der Branche nicht entziehen. Ein schwaches Raffinerie-Geschäft ließ bei den Texanern im dritten Quartal den Gewinn deutlich sinken. Unter dem Strich verdiente der Konzern aber immer noch 5,7 Milliarden Euro, 18 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der britische Ölkonzern BP hatte seine Geschäftszahlen fürs dritte Quartal bereits am Dienstag verkündet.

Auch hier war der Gewinn um ein gutes Viertel auf 3,7 Milliarden Dollar geschrumpft. Selbst in der Öl- und Gasförderung verdiente BP weniger. Zudem kämpft der Konzern immer noch mit den Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Als einziger Ölmulti konnte ConocoPhillips seinen Gewinn um fast 40 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar steigern. Dazu trugen zwar vor allem Verkäufe von Geschäftsteilen im Ausland bei. Doch profitierte der Konzern auch davon, sein Raffineriegeschäft in ein eigenes Unternehmen namens Phillips 66 auszulagern. Die Tankstellen finden sich überall in den USA.