LUXEMBURG
MARCO MENG

Bei SES geht es weiterhin nach oben

Unverändert nach oben, so könnte man das Motto des luxemburger Satellitenbetreibers SES bezeichnen. Jedenfalls ist es das, was die Geschäftszahlen für 2013, die gestern in Betzdorf vorgelegt wurden, aussagen. „Alle Finanzindikatoren sind positiv“, so CEO Romain Bausch in seiner letzten Bilanzpressekonferenz. Bausch kann zufrieden sein: Er übergibt seinem Nachfolger ein prosperierendes Unternehmen. Im April wird nämlich Karim M. Sabbagh, seit 2011 im SES-Verwaltungsrat, die Geschäftsführung übernehmen. Der Auftragsbestand von SES bewegt sich derweil auf der Rekordhöhe von 7,5 Milliarden Euro, und der Verschuldungsstand ist niedrig.

„Die Gruppe hat ihr Geschäft weiter ausgebaut und wie geplant Wachstum verzeichnet“, so Bausch zufrieden. Das Schwergewicht lag dabei auf dem Video-Geschäft, was die Anzahl der über die Satellitenflotte übertragenen TV-Kanäle auf mehr als 6.200 (+12%) steigerte. Zudem entwickelt man Konverter, die „wireless“, ohne Satellitenschlüssel, Satellitensignale in IP-Signale umwandeln.

Positive Entwicklung

2013 konnte SES beim Umsatz um 3,4% im Vergleich zu 2012 auf 1,9 Milliarden Euro zulegen, der Bruttoerlös wuchs um 2,8% auf 1,4 Milliarden Euro, die ausgewiesenen Umsatzerlöse stiegen um 7,7% auf 851,2 Millionen Euro an. 2012 waren es 790,5 Millionen gewesen. Sogar im eigentlich „gesättigten“ Markt Europa konnte man um 6,3% zulegen.

Einzig der Konzerngewinn sank um 12,7% auf 566,5 Millionen Euro, was allerdings auf einer einmaligen Auflösung von Steuerrückstellungen im letzten Jahr zurückzuführen sei, wie Bausch betont. Ohne diesen Einmaleffekt wäre der Konzerngewinn sogar um 4,7% gestiegen. Schön für die Aktionäre: Sie können mit einer kontinuierlichen Dividendensteigerung rechnen. Insgesamt zahlte das Unternehmen von 2010 bis 2014 1,8 Milliarden Euro Dividenden aus. Die betrieblichen Aufwendungen werden weiterhin strikt gemanagt, der hohe Investitionsstand von einst 835 Millionen (2011) auf nunmehr 480 Millionen heruntergefahren. So hat man rund zwei bis drei Milliarden an Reserven. Was tun damit? Vielleicht für Zukäufe in Wachstumsmärkten nutzen? Bausch dazu: Manch andere Gesellschaft wäre froh, wenn sie diese „Probleme“ hätte. Er merkte an, dass man nicht nur Satellitenbetreiber bleiben wolle, sondern auch Dienstleistungen im Internetbereich ins Auge fassen müsse. In Zusammenarbeit mit Partnern gehe es darüber hinaus auch darum, Energieversorgung und -verbrauch von Satelliten effizienter zu machen. Bei einem Satellitenstart, der derzeit rund 250 Millionen Euro kostet, könnte man so rund 50 Millionen einsparen.

Bausch bleibt im Verwaltungsrat

Der seit 1995 amtierende Generaldirektor Romain Bausch wird im Verwaltungsrat von SES verbleiben und sich dann im „Ruhestand“ vor allem auch um den gemeinsam mit seiner Frau gegründeten Fonds für Kinder in der Dritten Welt kümmern. Dass er in die Politik geht, schloss Bausch übrigens kategorisch aus. Im laufenden Jahr plant SES den Start von zwei Satelliten. Die Lebensdauer von Satelliten wurde von einst zehn auf mittlerweile rund 15 Jahre erhöht. Der nächste große Austausch von Satelliten steht ab 2020 an.