LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Die Legende vom „Kropemann“ kommt ins Kino

Mit dem Amateur-Horrorfilm „Zombie Film“ konnte die Obskura a.s.b.l., die 2011 in Camera Obskura umbenannt wurde, 2005 einen beachtlichen Erfolg feiern. Obwohl die Vorbereitungen zu ihrem zweiten Film bereits 2007 anliefen und mit mehr oder weniger demselben Team von Juli 2008 bis August 2010 gedreht wurde, kommt das Endresultat, „Kropemann - A Luxembourg Mystery Tale“, erst jetzt in die Kinos. Der Initiator der Vereinigung und Regisseur Patrick Ernzer erklärte in einer Pressekonferenz, dass es vor allem technische Probleme waren, welche die Postproduktion erschwerten.

Zu bemerken ist, dass Sofia Lopes hier erstmals vor einer Kamera stand, ehe sie durch die RTL-Fernsehserien „Weemseesdet“ und „Comeback“ bekannt wurde sowie in Portugal durch die Sitcom „Coração d’Ouro“. Demnächst wird der Kinofilm „Toy Gun“ von Marco Serafini mit ihr in die Kinos kommen. Auch Raoul Migliosi ist zum ersten Mal in einem Film zu sehen. Danach widmete er sich dem Theater. Alle Beteiligten sehen acht Jahre jünger aus, ja, und damals durfte in den Cafés noch geraucht werden!

Die Sache hat einen Haken

Vier Freunde, Lionel (Becker), Sarah (Hoffmann), Steve (Thull) und Mendaly (Ries), betrinken sich und kiffen nahe einem Teich, als plötzlich ein Maskierter auftaucht, und einen nach dem anderen mit einem Haken killt. Tags drauf findet die Polizei, unter der Leitung von Kommissar Meyer (Ben Turco) und Inspektor Thill (Vincent Meyer), drei Leichen. Lionel bleibt verschwunden und wird für den Mörder gehalten, ehe einer seiner Schuhe aus dem Wasser auftaucht. Ihre Freunde Manon (Sofia Lopes), Raoul (Yves Schaaf), Dan (Raoul Migliosi) und Luc (Philippe Flammang) beginnen mit ihren eigenen Untersuchungen, als sich der Universitäts-Professor Jean Dupuis (Michaël Soldi) sehr komisch benimmt. Sie halten ihn für tatverdächtig, bis er Luc vor dem Killer beschützt, den alle „Kropemann“ nennen. Wer aber ist nun der Mörder mit dem Haken?

Eine sichtbare Steigerung

Die Dauer von über acht Jahren im Realiesieren von „Kropemann“ kann man nicht unbedingt als Ursache ansehen, dass dieser Film im Vergleich zum „Zombie Film“ einen Riesensprung in Sachen Qualität machte. Regisseur und Cutter Ernzer hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und bemühte sich sichtbar für einen besseren Schnitt. Kameramann Carlo Pallucca filmte das Geschehen mit ruhiger Hand, und die Musik von Patrick-Yves Kleinbauer passt, so dass der Zuschauer sich fürs Geschehen interessiert. Es baut sich langsam aber sicher Spannung auf, die ihren Höhepunkt erreicht, als die vier Freunde im Kellergewölbe der Universität dem Killer auf die Spur kommen, genau wie der Pförtner (Ronnie Gerber) der Schule. Nichtsdestotrotz bleibt „Kropemann“ ein Amateurprodukt, aber ein auf diesem Niveau gelungenes. Weitere Rollen spielen unter anderem Jerôme Reuter (Pfarrer), Marc Thoma, Mich Mailliet (Förster) und Gilles Dechmann (Polizist).

Der Film startet am 18. Oktober im Kino.


Auf der Internetseite www.kropemann.lu
findet man noch weiter Informationen zum Film