LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Rück-, Aus- und Zwischenblicke: Wie das Jahr 2018 in der Kulturszene erlebt wurde

Wie wurde das Jahr 2018 in den Direktionen der nationalen Kulturinstitutionen erlebt und was erwartet uns im nächsten Jahr? Drei Fragen haben wir gestellt: 

Welches waren ihre kulturellen Highlights 2018? (1)

Was hat Sie 2018 in Sachen Kultur - unabhängig von ihrem Haus, Ihrer Institution oder Ihrer kulturellen Tätigkeit - besonders beeindruckt? (2)

Worauf freuen Sie sich im neuen Jahr besonders? (3)

 

 

Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Frank Hoffmann | Direktor des „Théâtre National du Luxembourg“ (TNL)

(1) Das Jahr 2018 war für mich ein sehr besonderes Jahr. Nach 14 erfolgreichen Jahren gab ich die Intendanz der Ruhrfestspiele Recklinghausen auf. Die bewegende Abschiedsfeier im Juni 2018, an der zahllose Gäste und Künstler teilnahmen, darunter weit über hundert Freunde aus Luxemburg, war nicht nur für mich ein Schnittpunkt – auch für das „Théâtre National“, da ich mich ab dem Moment wieder verstärkt meinem Luxemburger Theater widmen kann. Und die gemeinsame Präsenz meiner beiden Teams – dem der Ruhrfestspiele und dem des TNLs – am Abend des 17. Juni 2018 im Ruhrfestspielhaus war definitiv mein ganz persönliches kulturelles Highlight.

(2) Ich habe in diesem Jahr fast hundert Theatervorstellungen gesehen, die meisten natürlich bei meinen letzten Ruhrfestspielen, aber auch zahllose Stücke in Wien während der Zeit meiner Inszenierung des „Besuch der Alten Dame“ am Burgtheater. Ehrlich, ich kann mich nicht entscheiden, mein Kopf ist noch zu voll davon und den Filter kann ich erst mit der Distanz des nächsten Jahres anbringen.

(3) Auf Veränderungen.

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Ainhoa Achutegui | Direktorin des neimënster

(1) Unser engagiertes Kinderprogramm „minimënster“ ist eindeutig mein persönliches Highlight 2018. Neimënster bietet schon seit immer Kinderstücke an, aber seit letzter Saison zeigen wir die Stücke als gezieltes Kinderprogramm mit hohem pädagogischen und ästhetischen Anspruch. Es werden auch schwierige oder wichtige Themen wie Krieg, Lügen, Liebe behandelt. Die Reaktionen aus dem Publikum, der Kinder, der Eltern und des Lehrpersonals sind fantastisch und bestätigen uns in unserer neuen Programmschiene. Wichtig waren uns dieses Jahr auch die Künstler- und Künstlerinnenresidenzen: eine wichtige war die Jazzresidenz RESET im Januar mit acht Musikern und Musikerinnen aus acht verschiedenen europäischen Ländern, die sich bei uns austoben konnten und uns nach mehrtägigem gemeinsamen Schaffensprozess wunderbare Konzerte bieten konnten. Die zweite Auflage dieser tollen Residenz ist schon im Januar 2019! Nicht zu vergessen im Jahr 2018: unsere große und schöne Stefan Zweig-Ausstellung, die erfolgreichste Ausstellung, die wir je hatten. 2018 war insgesamt ein wundervolles Kulturjahr im neimënster.

(2) Mich haben viele Stücke in diesem Jahr beeindruckt, da wäre zum Beispiel Milo Raus „die Wiederholung“, das ich in Brüssel gesehen habe. Aber ich bin ja nicht nur Fan von guten Erste-Liga-Stücken, sondern auch von kleineren Projekten von jungen Menschen, die sich etwas trauen. Ich denke da natürlich an das Stück von Richtung 22, kurz vor den Wahlen, oder an die Produktion 1 der freien Gruppe „Volleksbühn“, beide haben mich ziemlich amüsiert!

(3) Ich freue mich 2019 ganz besonders auf die dritte Ausgabe des Tanzfestivals Aerowaves, das wir gemeinsam mit dem Trois C-L im September 2019 veranstalten. Das Programm steht, und es ist absolut top! Ich liebe unser Festival, das die Creme de la Creme der europäischen choreografischen Avantgarde vereint. Wir haben berührende, kraftvolle, lustige und virtuose Stücke ausgewählt, die dem Publikum hoffentlich genauso gefallen wie uns!

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Carl Adalsteinsson | Direktor des CAPE

(1) 2018 war fürs CAPE ein künstlerisch sehr (pro-)aktives Jahr. Ein besonderes Highlight war unser junges a CAPE’lla-Stimmenfestival, welches Ende Januar in Ettelbrück und Diekirch stattfand. Innerhalb von nur zwei Jahren haben wir es geschafft, dieses Festival einerseits aufs internationale a cappella-Parkett zu hieven und viel Achtung für die Mischung und Qualität des Programms zu bekommen, und andererseits damit eine Nische im Land zu bedienen und zeitgleich durch Workshops, Künstlerbegegnungen und so weiter einen Mehrwert für die lokal-luxemburgische Gesangs- und Chorszene sowie Schüler zu schaffen. Und dann wäre da auch noch das unter anderem vom CAPE mitinitiierte Ettelbrooklyn Street Fest zu erwähnen, das im September stattgefunden hat. Ich freue mich auch (noch immer) über den diesjährigen Erfolg der ursprünglichen Idee, Menschen in den Straßen der Innenstadt von Ettelbrück mit einem vielfältigen und einfach guten Programm in Berührung kommen zu lassen, bestenfalls um die eigene Kreativität anspornen zu lassen.

(2) Ich bin selten kulturpolitisch beeindruckt, muss aber zugeben, dass die Fertigstellung des Kulturentwickungsplans, vor allem durch die bemerkenswerte Sisyphos-Arbeit von Jo Kox und seinem Team, meine Wertschätzung als wichtiges kulturpolitisches Instrument und ministerialer Kompass der kommenden zehn Jahre verdient. Ansonsten bin ich in diesem Jahr durch meine nebenberuflichen Tätigkeiten in Sachen Kultur wieder öfters in der Großregion unterwegs gewesen und habe das sehr reichhaltige Kulturangebot mit tollen Produktionen zwischen Namur, Metz, Saarbrücken und Mainz (wieder-)entdeckt. Schade, dass der Spirit des blauen Hirschs hier nicht mehr zu finden ist…

(3) Da gäbe es so einiges zu benennen! Aber so ganz spontan gefragt, freue ich mich auf unser „Festival de piano Debussy+“, dessen Programm ich zusammen mit der Pianistin Cathy Krier kuratiert habe. Es gibt weltweit wenige Klavierfestivals, die sich einem Komponisten widmen. Wir haben acht hervorragende Pianistinnen und Pianisten aus ganz Europa mit unterschiedlichen musikalischen Backgrounds eingeladen und gebeten, sich mit der Musik von Debussy zu beschäftigen, um ihre jeweiligen Programme mit der Musik des französischen Komponisten inspirieren zu lassen, ohne dass Debussy zwingend auf dem Programm stehen muss. Das Publikum kann auf vier sehr unterschiedliche und tolle Abende gespannt sein.

Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Myriam Muller | Directrice artistique du Théâtre du Centaure

(1) Au Théâtre du Centaure nous essayons toujours de résonner avec le monde qui nous entoure, être une plateforme de discussion, opérer une sorte de radioscopie de notre société contemporaine autour de thèmes sociaux, politiques et humains qui nous remuent. «Sales Gosses», pièce sur le mobbing à l’école avec Eugénie Anselin, est un parfait exemple d’une histoire ancrée dans l’aujourd’hui. Un autre highlight aura été «Mesure pour Mesure» de Shakespeare. D’abord pour son sujet très #metoo (un juge puissant propose à une jeune fille de laisser la vie sauve à son frère condamné à mort en échange de sa virginité) et les relations de co-productions entre le Centaure et de nombreuses maisons régionales qui ont soutenues et co-produites cette aventure.

(2) La sélection rock de l’Atelier et le travail de leur équipe.

(3) Je me réjouis de la nouvelle édition du TalentLAB et du travail des jeunes artistes autour d’un module de création tellement stimulant et innovant regroupant théâtre, danse et opéra. «George Dandin» de Molière, le portrait d’un riche paysan essayant de se marier au-dessus de sa condition. Il tentera de l’élever dans les sphères de l’aristocratie et ne sera pas accepté pour ce qu’il est, mais uniquement pour son argent. Une sorte de parabole à la luxembourgeoise! Et finalement «Terreur»: une pièce procès d’un pilote de l’armée allemande ayant abattu un avion de ligne détourné par un terroriste et prêt à s’écraser sur le stade Allianz Arena de Munich. Les spectateurs seront les jurés et décideront de sa condamnation ou de son acquittement.

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Jérôme Konen | Directeur du Kinneksbond

(1) Nous avons constaté en 2018 une hausse générale de fréquentation de nos manifestations. Les efforts déployés depuis 2015 pour diversifier et élargir nos publics commencent à porter leurs fruits – ce qui nous réjouit bien sûr. Toutefois, nous sommes particulièrement fiers du succès qu’a rencontré, cette année encore, notre programme «Culture UP!», développé en collaboration avec le Mierscher Kulturhaus et reprenant les spectacles – tous genres confondus – à destination des 12 à 19 ans de nos deux structures. Un échange régulier avec les enseignants; l’implication active des jeunes dans les projets scéniques ou dans des activités satellites; ainsi qu’une programmation variée, privilégiant des pièces – classiques ou pas – qui chamboulent les idées reçues quant aux arts de la scène, créant ainsi un effet de surprise à chaque visite; constituent quelques éléments clefs de notre stratégie visant à réduire ce fameux «fossé» entre le monde de la culture et celui de l’éducation. Émerveiller, sensibiliser et, finalement, fidéliser le public de demain est certes un défi, mais aussi une aventure excitante, que nous entendons poursuivre les années à venir!

(2) En termes de spectacles, la soirée «Nederlands Dans Theater1», concoctée par les Théâtres de la Ville et présentée en juin dernier, m’a laissé bouche-bée. Outre la technique virtuose des danseurs de la troupe, les chorégraphies signées Sol Léon, Paul Lightfoot, Crystal Pite et Marco Goecke étaient un concentré de pures sensations. Trois pièces d’une exaltante beauté et d’une élégance à couper le souffle que je n’oublierai pas de sitôt! Par ailleurs, l’on ne peut pas parler de l’année culturelle 2018, sans évoquer le «plan de développement culturel», présenté en septembre. Qu’un tel plan ait été commandité ne m’impressionne pas en soi, car il répond à une nécessité et aux revendications émises par le secteur depuis de nombreuses années. Par contre, je tiens à saluer vivement l’engagement de Jo Kox, qui a réussi à dresser un état de lieux exhaustif et à proposer des pistes de travail concrètes en un temps record et avec des moyens extrêmement limités – surtout comparé à des initiatives semblables dans d’autres pays. Chapeau!

(3) J’ai vraiment hâte de partager avec le public luxembourgeois quelques-unes de mes pièces «coup de cœur» de ces dernières années: «Werther» de Philipp Hochmair (31.01), «Brother» de Marco da Silva Ferreira (08.03) et «Tabula Rasa» de Violette Pallaro (27.04). Je suis, bien sûr, tout aussi impatient de découvrir les créations nationales que nous coproduisons: «The Ephemeral Life of an Octopus» de Léa Tirabasso (08.02) et «George Dandin» de Molière, mis en scène par Anne Simon (24.04). Finalement, je me réjouis de rencontrer notre nouvelle ministre de la Culture et d’attaquer ensemble avec mes collègues la mise en œuvre du «plan de développement culturel».

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Ralf Britten | Direktor des Trifolion

(1) 2018 haben wir den zehnjährigen Geburtstag des Trifolion gefeiert, was auch für mich, der seit Eröffnung des Hauses dabei ist, einen Meilenstein darstellt. Ich freue mich, dass sich das Trifolion in den vergangenen zehn Jahren fest in der Kulturlandschaft etabliert hat, treue Besucher aus Echternach, ganz Luxemburg und auch dem deutschen Grenzgebiet verzeichnen kann und mit einem Programm für die breite Gesellschaft von rund 170 Veranstaltungen jährlich Menschen aller Altersstufen und kulturellen Interessen anzieht. Das zehnjährige Jubiläum wollten wir bewusst mit über das ganze Jahr verteilten Veranstaltungen feiern, gemeinsam mit unserem Publikum und lokalen Musikakteuren der Musikschule und der Echternacher „Harmonie Municipale“ ebenso wie mit internationalen Stars wie Ute Lemper, Tom Gaebel, oder den zweifachen Breakdance-Weltmeistern DDC, die mit „Klassik meets Breakdance - Breakin‘ Mozart“ Breakdance zur Originalmusik von Wolfgang Amadeus Mozart in unser Haus brachten oder zuletzt mit den beiden bekannten Schauspielern des Münchner Tatorts, Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, die mit der von ihnen einmalig in Szene gesetzten Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens bei uns waren.

(2) Die aufwendige Erstellung eines umfangreichen Kulturentwicklungsplans für die kommenden Jahre als Orientierungsgrundlage für Staat, Gesetzgebung und Politik, den Kultur-, Kunst- und Bildungssektor und seine Akteure sowie die Gesellschaft. Beeindruckt, aber eher in einem ernüchternden Sinn, hat mich in 2018 die Erkenntnis, dass es bis zu einer gemeinsamen europäischen Kultur eines europäischen Zusammenhalts um jeden Preis, die sich in einer konkreten gemeinsamen Außen-, Wirtschafts- oder Bildungspolitik in einem föderalen Europa und einer Delegation und Übertragung nationaler Zuständigkeiten auf eine europäische Ebene ausdrückt, noch ein langer, steiniger Weg ist.

(3) 2019 starten wir mit unserer Vortrags- und Talkreihe 2019 zum Jahresthema Freiheit. Dabei haben wir eine Vielzahl spannender Themenfelder von Religions- bis Pressefreiheit, die wir beleuchten werden. Ich freue mich dabei auf Referenten wie die Nachrichtensprecherin Petra Gerster, die beiden früheren Präsidenten der Parlamente Deutschlands und Luxemburgs Norbert Lammert und Mars Di Bartolomeo, zu den wichtigen Europawahlen in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission den Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker oder philosophische Gesprächsrunden mit Thea Dorn und Rüdiger Safranski.

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Serge Basso de March | Directeur de la Kulturfabrik

(1) Les temps forts à la Kulturfabrik c’est tous les jours! Mais comme il faut une réponse je dirais la 8ème édition du festival «Clowns in progress», notre présence à Avignon avec deux créations Kufa («Ouïe le sens du son» et «Lettre aux escrocs de l’islamophobie qui font le jeu des racistes»), la 13ème édition du FlamencoFestival Esch (qui a affiché complet presque tous les soirs) et l’arrivée de nos artistes associés en résidence Sandy Flinto & Pierrick Grobéty, qui travaillent d’ailleurs actuellement sur leur prochaine création «Vanitas. Live fast, never digest» dont la première est le samedi 9 mars 2019 à la Kufa.

(2) J’ai un grand respect et une grande reconnaissance pour le gros travail effectué par Jo Kox afin de poser les bases d’une vraie réflexion pour un plan de développement culturel à l’échelle du pays.

(3) J’ai un souhait qui dépasse le cadre culturel: un réflexe écologique mondial. Cela me tient à coeur personnellement et c’est aussi très important à la Kulturfabrik où nous disposons d’une charte environnementale très stricte basée sur la règle des 3R: réduire la production de déchets, les réutiliser et les recycler.

Foto: Editpress/Isabella Finzi - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Isabella Finzi

Danielle Igniti | Direktorin des opderschmelz

(1) Mein letztes „Like a Jazz Machine Festival“! Ein schönes Ding, was wir da in die Düdelinger Welt gesetzt haben! Es beweist, dass vieles, alles möglich ist, wenn man nur will. Und dass man Leute überzeugen kann mit Anti-Mainstream, wenn man selbst begeistert ist. Reggie Washington hat in unserem Haus eine Gruppe gegründet und tourt jetzt mit einer neuen CD durch die Welt. Aber auch Luxemburger geben erstaunliche Shows im opderschmelz und entwickeln gute Projekte, die Zukunft haben, wie Klein oder Michel Reis mit seinem Doppelquartett, um nur zwei zu nennen. Und dann muss ich noch „Cabaret contemporain“ nennen. Junge Franzosen zwischen Elektro und Klassik, total Power mit Noten, schade für alle, die das verpasst haben. 

(2) Ich bin immer begeistert von Theaterproduktionen, und dieses Jahr hat mich wieder François Baldassare erstaunt, dies mit seiner Auswahl von schwierigen Texten und seiner Inszenierung und seinem Spiel. Ich bewundere diesen Mut und den Einsatz. Leider hat er nur im opderschmelz gespielt, weil er keinen anderen Partner gefunden hat. Er hat es dennoch mit seiner Partnerin und Produzentin Tessy Fritz durchgezogen. Er gehört nicht zu den Auserwählten, den Gehypten hier in Luxemburg, aber er macht weiter.

(3) Auf die Rente und darauf, Zeit zu haben, in andere Häuser zu gehen und andere Länder, mir Konzerte reinzuziehen, ohne zu denken: „Wo läuft der jetzt mit seinem Fotoapparat hin? Steigt er wirklich auf die Bühne?“. Nein, einfach hinsetzen und genießen.

Foto: Editpress/Julien Garroy - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Julien Garroy

Paul Lesch | Direkter vum „Centre National de l’Audiovisuel“ (CNA)

(1) Wat den CNA ugeet, waren et puer Evenementer a Projete, déi fir mech perséinlech erausgestach hunn. Engersäits d’Presentatioun op der Harvard Universitéit an duerno am „Museum of Modern Art“ (MoMA) zu New York vum Buch „The Family of Man Revisited“, wat den CNA zesumme mat der Uni Tréier an der NYU Abu Dhabi erausginn huet. Dann awer och déi zwou Expoen Michel Medinger an Thierry van Werveke, déi ee groussen an interesséierte Public ugezunn hunn. Zemools d’Expo iwwert den Thierry, déi ech zesumme mam Yves Steichen kuratéiert hunn, ass ee Bebé, op deen ech ganz houfreg sinn. D’CNA-Co-Produktiounen „Acheron“ (Thoma Forgiarini), „Ashcan“ (Willy Perelsztejn) an „Histoire(s) de femmes“ (Anne Schroeder) ware weider Highlights fir eist Haus.

(2) Ganz gutt huet mir d’Art Déco-Expo am MNHA gefall. Ee ganz flotten an iwwerraschenden Abléck an een Architektur- an Design-Stil, dee mir perséinlech staark zouseet. D‘autant plus well de Lien mam Kino (Säll a Filmer) ganz enk ass. Dem Jeff Wall seng Expo am Mudam ass ee weideren Héichpunkt vum Joer 2018. Um Niveau vum Theater war ech ganz beandrockt vum Stéck „Disko Dementia“ vum Larisa Faber a vun dem Myriam Muller sengen Inzenéierungen vum „Rumpelstilzchen“ a vum Shakespeare sengem „Measure for Measure“. Een emouvante Moment war och d’Soirée am CNL zu Éiere vum 2018 verstuerwene Georges Hausemer.

(3) Wat den CNA ugeet, sou ass et ënner anerem d‘Zesummenaarbecht mam Diddelenger Kulturzentrum opderschmelz (mat deem mir d’Gebai deelen), op déi ech mech freeën, an awer och op d'Expo bei eis am Haus vum italienesche Fotograf Ezio d'Agostino. Ech sinn awer och gespaant op déi sëllech Lëtzebuerger Filmer, déi am Laf vum nächste Joer erauskommen. Ënner anerem dem Eric Schockmel säin Documentaire iwwert den Hugo Gernsback, ee Personnage, mat deem ech mech vill beschäftegt hunn. Um Niveau Musek, Literatur, arts plastiques, Danz an Theater loossen ech mech gären iwwerraschen.

Foto: Editpress/Hervé Montaigu - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Odile Simon | Direktorin des Cube 521

(1) Dass wir unserem Publikum mit Schauspielern wie „Muttis Kinder“  - Claudia Graue, Marcus Melzwig, Christopher Nell, Tim Bergman, Charlotte Schwab, Fritzi Haberlandt, Hans-Werner Meyer, Matthias Brandt, Suzanne von Borsody, Guntbert Warns, Fritz Karl einfach mal tolles Theater bieten konnten. Dass wir mit jungen engagierten, außerordentlich talentierten Jazzmusikern, die ihre Musik auch nutzen, um Inhalte zu transportieren, wie Vincent Peiranie oder Somi, Donny McCaslin oder Elina Duni ein tolles Jazz-Abonnement im Angebot hatten.

(2) Hofesh Shechter im „Grand Théâtre“. Dann ein Wochenende in Berlin mit Carolin Emcke im Gespräch (Schaubühne), mit „Yes but no“ im Gorki Theater, „Trilogie“ von Simon Stone am Berliner Ensemble, die alle drei mit unterschiedlichen Geschichten die Situation der Frau in unserer Gesellschaft aufgreifen: Ungleichheit, Gewalt, alltägliche Abwertung. Wie gering nach wie vor die Beteiligung der Frauen in Verwaltungsräten ist, in führenden Positionen, sei es in der Politik, Wirtschaft oder Kultur, im Film noch krasser als im Theater, wie hoch die Zahl der vom eigenen Partner ermordeten Frauen ist, hier unter uns, in Frankreich, in Deutschland , sind Albträume über Albträume. Jeden Tag erleben wir, dass Eigenschaften die man an Frauen als Makel kritisiert im Gegenzug bei Männern als Vorteile hervorgehoben werden… all das zeigt, dass Selbstverständlichkeit unter Geschlechtern ein leider, nach wie vor, weiter und mühsamer Stolperweg ist… Das Theater kann und muss seinen Beitrag dazu leisten! Daran glaube ich!

(3) Ich freue mich auf unser vielseitiges Publikum, ich freue mich auf das Schauspielhaus Frankfurt in unserem Haus, auf Dhafer Youssef in unserem Haus, auf die New York Polyphonie in unserem Haus, auf alle wunderbaren Künstler, die unser Haus schätzen. Ich freue mich, dass wir dann in die dreizehnte Spielzeit gehen. 13 ist für mich eine Glückszahl!

Foto: Editpress/Hervé Montaigu - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Steph Meyers | Directeur des Rotondes

(1) Moins qu’un point de programmation, un événement, une séance ou une œuvre, c’est une situation qui m’a marqué cette année: L’ambiance estivale aux Rotondes. Entre les foules qui ont afflué en juin et juillet lors des matchs de foot commentés en direct, les concerts qui ont rythmé le mois d’août, et les familles qui lançaient des balles de minigolf à travers la Rotonde1 et notre parvis pendant toutes les grandes vacances, ou simplement le public qui venait profiter du soleil sur – en toute objectivité - la plus belle terrasse de la ville, et ce durant un été digne de ce nom, je n’ai jamais pu ressentir comme un travail ou une tâche de venir aux Rotondes.

(2) Plutôt que des faits qui m’aient impressionné, c’est surtout des décisions, des avancées qui font que je vois l’année qui vient avec un optimisme prudent. Les évolutions récentes au niveau politique, le cadre donné du «Kulturentwécklungsplang», mais aussi les avancées récentes du côté de Esch2022, tout ceci peut être considéré comme des signes encourageants pour la culture en 2019.

(3) Sans hésitation, parce que c’est demain, notre biennale d’arts numériques Multiplica, lors du premier weekend de mars 2019. Toute la maison est totalement investie dans ce festival innovant qui combine arts vivants, musique, et arts visuels, afin de donner au public une expérience unique et immersive dans ce que permet la création numérique actuelle. Et le beau temps.

Foto: Editpress/François Aussems - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/François Aussems

Stephan Gehmacher | Direktor der Philharmonie

(1) Mein persönliches musikalisches Highlight 2018 war das Konzert auf der „Kinnekswiss“ mit Gustavo Gimeno, dem OPL und natürlich Elīna Garanča. Ein Konzert, das auf Initiative der Stadt Luxemburg in Zusammenarbeit mit der Philharmonie entstanden ist und trotz Fußball-WM achttausend Menschen angezogen hat, die die Musik genossen haben - ein Sommermärchen, das wir gerne wiederholen möchten. 

(2) Die Kooperation der Philharmonie mit dem „Grand Théâtre“ und dem Mudam für das Red Bridge-Projekt hat auf eine ganz wunderbare Art und Weise gezeigt, wie drei luxemburgische Institutionen – und seien sie noch so unterschiedlich – zusammenarbeiten und ein tolles Projekt auf die Beine stellen können. Ein Event rund um die Künstlerin Anne Teresa De Keersmaeker, mit dem wir echte Brücken bauen konnten. 

(3) Auch 2019 wird das OPL wieder auf Tournee gehen und so abermals als Botschafter für Luxemburg in der Welt fungieren. Nach dem Erfolg unserer diesjährigen Konzerte im Ausland, wie zum Beispiel erst kürzlich in Madrid, freuen wir uns umso mehr auf unsere kommenden Auftritte in Hamburg, Athen und sogar Buenos Aires.

Foto: Editpress/Tania Feller - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Tania Feller

Michel Polfer | Direktor des „Musée national d’histoire et d’art“ (MNHA)

(1) Im Ausstellungsbereich ist für mich das Projekt „Die Ursprünge der chinesischen Zivilisation - Archäologische Schätze aus dem Henan“ ein Highlight, sicher eine der bedeutendsten archäologischen Ausstellungen, die bislang in Luxemburg gezeigt werden konnten. Einige Besucher sind schon zum dritten Mal gekommen, sie ist noch bis 28. April 2019 zu sehen! Aber auch die zahlreichen Aktivitäten und Events, die wir im Rahmen des Europäischen Jahrs des kulturellen Erbes 2018 anbieten konnten, möchte ich hier nicht unerwähnt lassen.

(2) Die international intensiv geführte Diskussion über Objekte aus kolonialen Kontexten in öffentlichen Sammlungen. Weil sie den Kern der Institution Museum betrifft, nämlich die Legitimität unserer Sammlungen und damit die Glaubwürdigkeit unseres Tuns.

(3) Auf die große Ausstellung zum Thema 100 Jahre allgemeines Wahlrecht in Luxemburg, die wir in enger Kooperation mit dem Parlament vorbereiten. Aber auch auf den Europäischen Monat der Fotografie, auf die Ausstellungen zu Theodor van Loon und zu Honoré Daumier, unsere Vortragsreihen und Workshops und, und, und…

Foto: Editpress/François Aussems - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/François Aussems

Guy Daleiden | Direktor des Luxemburger Film Fund 

(1) Die nationale Filmindustrie blickt auf ein produktives Jahr zurück. Besonders erfreuen mich die zahlreichen Nominierungen und Preise luxemburgischer Koproduktionen auf der internationalen Bühne, welche die hochwertige Kreativität unserer Filmschaffenden hervorhebt. Ich denke da zum Beispiel an Animationsfilme wie „Croc-Blanc“, „The Breadwinner“ und „Funan“, die vor kurzem noch sechs Preise bei den europäischen Emile Awards abgeräumt haben, oder an den diesjährigen „Lëtzebuerger Filmpräis“, wo so viele Werke nationaler Regisseure in der Auswahl standen wie nie zuvor. Der nationale und internationale Erfolg von „Gutland“ unterstreicht stellvertretend diese Dynamik. Mit Serien wie „Bad Banks“, „Krieg der Träume“ und „routwäiss-gro“ etabliert sich die heimische Filmindustrie auch auf dem Serienmarkt. Des Weiteren freue ich mich über den sensationellen Kassenerfolg von „Superjhemp retörns“, der mit bis dato mehr als 50.000 verkauften Eintrittskarten alle Rekorde gebrochen hat! 

(2) Durch eine enge Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Kultureinrichtungen wurde der Kulturentwicklungsplan in die Wege geleitet. Immer wieder bin ich beeindruckt von der starken Dynamik und Vielfältigkeit unserer nationalen Kulturszene. Dies bestätigt auch den Erfolg unserer transversalen Initiativen, wie zum Beispiel unsere Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse 2018, unsere Zusammenarbeit mit music:LX/Rockhal und den „Luxembourg Music Awards“ oder auch die Erweiterung des „Virtual-Reality-Pavillons“ während des Luxembourg City Film-Festivals. Die Luxemburger Kulturszene erneuert sich beständig, und somit werden zweifellos noch künftige Synergien entstehen. Ich sehe dem Stellenwert der Kultur und der Künste hierzulande nun mit Zuversicht entgegen. Das Aufkommen einer Kultur der Kultur, wie ich es mir seit Jahren wünsche, scheint allmählich Gestalt anzunehmen.

(3) Mehrere Projekte wurden bereits von unserer Filmförderungskommission unterstützt. Somit wird der Produktions-standort in Luxemburg 2019 erneut sehr aktiv sein. Ein Highlight wird ohne Zweifel die sechzehnte Auflage der „Rencontres de la coproduction francophone“, die im Rahmen des „Sonic Visions“ im November zum ersten Mal in Luxemburg stattfinden werden. Schwerpunkt dieser Veranstaltung ist das Thema Filmmusik. Rund 100 Produzenten, Regisseure und Experten aus Luxemburg, Frankreich, Belgien, Kanada und der Schweiz werden über drei Tage an einer Vielzahl von Veranstaltungen teilnehmen können. Dieses und weitere internationale Branchentreffen sind für die Vermarktung unseres Standortes, seiner renommierten Filmschaffenden und ihrer Werke von großer Bedeutung.

Foto: Editpress/François Aussems - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/François Aussems

Karin Kremer | Direktorin des „Mierscher Kulturhaus“

(1) 2018 war ein spezielles Jahr für mich, da jedes Projekt, jeder Teil unseres Programmes sowie jede Begegnung mit den Künstlern, dem Publikum, Kollegen aus den Netzwerken und den Häusern mit einem „Äddi“ verbunden waren. Herausgepickt unter vielen Highlights möchte ich „Sieben“ von Jill Crovisier nennen, eine vielversprechende sehr talentierte Choreografin und Tänzerin sowie eine begabte Pädagogin. Das zweite Highlight war die mit der Gebärdensprache neu aufgelegte Version von „de Pierchen an de Wollef“ unter der Regie von Dan Tanson. Es ist schön zu sehen, dass wir auch Sprachbarrieren überwinden können, wenn wir es wagen, sie zu sprechen und verstehen wollen.

(2) Da fallen mir sehr viele positive aber auch negative Punkte ein. Positiv: Die Vielfalt an außergewöhnlich tollen Künstler, die wir in Luxemburg haben, „Bémol“: Leider werden sie zu oft noch immer unterschätzt. Besonders beeindruckt hat mich das Stück „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel, ein Kinder- und Jugendstück vom Theater Überzwerg Saarbrücken, mit vier großartigen Darstellern. Dank spritziger Dialoge eine berührende Geschichte über Freundschaft und Außenseiter. Als negativen Punkt behalte ich zurück, dass wir zu brav und manchmal mutlos sind, was das Zeigen von unserem Können anbelangt.

(3) Die Wahl zu haben, wann immer ich es will, in Ausstellungen, Konzerte, Theater und Tanzvorstellungen gehen zu können. Ich wünsche den Kollegen, Freunden und den politisch Verantwortlichen ein gutes, respektvolles und mutiges Zusammenarbeiten… es lohnt sich.

*Karin Kremer ist am 1. Januar 2019 in den Ruhestand getreten

Foto: Editpress/Tania Feller - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Tania Feller

Claude D. Conter | Direktor des „Centre nationale de littérature“ (CNL) 

(1) Höhepunkte in unserer Archiv- und Vermittlungsarbeit stellen zweifellos unsere Ausstellungen dar. „Schrift und Bild im Dialog“ war in zweierlei Hinsicht besonders: Zum einen haben wir mit einer neuen Ausstellungsarchitektur und mit der Umgestaltung der Räume neue Anreize für unsere Besucher geschaffen; zum anderen haben wir bislang kaum in der Öffentlichkeit bekannte Aspekte des Verhältnisses von Bildkünsten und Literatur aufgearbeitet. Naturgemäß freuen mich neue Bestände immerzu; besonders die Aufarbeitung und Katalogisierung der Nachlässe von Jean Krier, Roger Leiner, Marc Olinger, Pir Kremer, Guy Wagner und des Vorlasses von André Simoncini werden uns noch auf Jahre Freude bereiten.

(2) Die Veranstaltungen im Rahmen der „Année européenne du patrimoine culturel“ ermöglichten, für die Notwendigkeit der Kulturbewahrung zu sensibilisieren und den Besuchern die Gelegenheit zu bieten, die Vielfalt und den Reichtum der Kultur in Luxemburg kennenzulernen. Die gemeinsam von den Kulturinstituten konzipierte Ausstellung „Uexpected Treasures“ war deswegen so faszinierend, weil, zuweilen erstmals, Dokumente und Objekte unterschiedlichster Art gezeigt wurde. Aus Sicht der Literaturwelt war die Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse ein wichtiger Moment. 

(3) 2019 sollte ein kulturpolitisch interessantes Jahr werden, weil die teilweise Umsetzung des Kulturentwicklungsplans, wie im Regierungsprogramm vermerkt, bevorsteht. Ich freue mich auf die Diskussionen sowie auf die kulturpolitischen Akzente und Maßnahmen. Sodann hoffe ich, dass die notwendigen Infrastrukturarbeiten in unserem Hause gut vorangehen mögen. Und gespannt bin ich auf die Lagerung von „Kachkéis“ im Archiv (ein Scherz!) und darauf, wie viele Fenster bei der Superjhemp-Ausstellung im Literaturarchiv in die Brüche gehen.

Foto: Editpress/Isabella Finzi - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Isabella Finzi

Eugène Prim | Generaldirektor der „Solistes Européens, Luxembourg“ (SEL) 

(1) Wir hatten einige Highlights im Jahre 2018: Das „Space Odyssey“-Konzert mit Gustav Holst Planets und die Uraufführung von Roland Wiltgens „Orbital Resonances“, zwei Werke, die wir dann auch auf unserer Jahres-CD 2018 veröffentlicht haben. Da wir bei den CDs sind: Zwei CDs bei Rubicon und eine bei Naxos sind voll eingeschlagen und haben die SEL in die internationale Fachpresse gebracht. Und so ist es nicht verwunderlich, dass zwei SEL-CDs in den „ICMA Awards“ nominiert sind. Aber der absolute Höhepunkt war der Abend mir Gerhard Oppitz mit einem außergewöhnlichen Beethovens 5. Piano Concerto und Jean Müller mit Louise Farrenc „Grandes Variations“ kommt übrigens auf unsere zweite Naxos-CD.

(2) Traurig hat mich das Verschwinden des Internationalen Musikfestivals Echternach gestimmt, nach den „Jeunesses Musicales“ und den „Soirées de Luxembourg“ verschwindet erneut eine Institution, die jahrzehntelang Luxemburg auf die Karte der großen Festivals gesetzt hatte. Positives aber gab es vieles: der Kulturentwicklungsplan, und hier sind ja die Aussagen unserer neuen Kulturministerin vielversprechend, und dass es vielleicht doch noch eine Lösung für die Wiedereröffnung der Villa Louvigny gibt. Die Villa ist die Geburtsstätte der Luxemburger Musikwelt. 

(3) Auf 30 Jahre SEL, die wir im September 2019 feiern können. 1989 hatte man uns eine kurze Lebenszeit eingeräumt. Nun mithilfe der verschiedenen Kulturminister, der Stadt Luxemburg und der treuen Mäzenen und Zuhörer haben wir 30 

Foto: Editpress/Anne Lommel - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Anne Lommel

Bernard Baumgarten | Künstlerischer Leiter des Trois C-L 

(1) Unser Beitrag für die Tanzmesse in Düsseldorf ist sicherlich einer der Highlights 2018. Ende August waren wir mit ausgewählten ChoreografInnen aus Luxemburg dabei. Zusammen mit unserem Partner „Theater Federatioun“ hatten wir eine ausgefeilte Strategie für den Stand „Dance from Luxembourg“ ausgearbeitet. Dies zur effizienten Förderung und Sichtbarkeit des zeitgenössischen Tanzes aus Luxemburg. Es kam zum großen Erfolg. Mehr als 100 Termine konnten mit Tour-AgentInnen, sowie DirektorInnen von verschiedenen Theaterhäusern abgeschlossen werden. Die ersten Einladungen zu Gastvorstellungen und Residenzen folgten schon ab September für die acht ChoreografInnen. Die „Diffusion internationale“ ist und bleibt eine der wichtigsten Aufgaben auch für die nächsten Jahre. Unser Programm „Dance from Luxemburg“ hat sich nach vier Jahren bewährt. Folgende Zahlen bieten eine gute Darstellung von der luxemburgischen Tanzszene beziehungsweise den vom Trois C-L unterstützten ChoreografInnen: 119 Vorstellungen in Luxemburg, 95 im Ausland und 34 Künstlerresidenzen im Ausland.

(2) Die viele Arbeit, die für die Verfassung des Kulturentwicklungsplans geleistet wurde. Ein großer Dank geht an Jo Kox und alle MitarbeiterInnen und Partner, die an diesem Plan mitgewirkt haben. Es ist eine Riesenbaustelle, an der das Trois C-L sich beteiligt hat und weiterhin beteiligen wird. 

(3) Neben den Premieren und Projekten von unseren ChoreografInnen werden wir vom 3. bis zum 7. September, zusammen mit unserem Partner neimënster, die dritte Ausgabe des „Aerowaves Dance Festival Luxembourg“ präsentieren. Das Publikum kann in den fünf Tagen ausgewählte Projekte und KünstlerInnen aus dem internationalen Netzwerk Aerowaves entdecken. 

Foto: Les 2 Musées de la Ville de Luxembourg - Lëtzebuerger Journal
Foto: Les 2 Musées de la Ville de Luxembourg

Guy Thewes | Direktor der „2 Musées de la Ville de Luxembourg“

(1) Eines der schönsten kulturellen Erlebnisse war die diesjährige lange Nacht der Museen. Die Stimmung war fantastisch, und das Wetter spielte mit. Vor den Museen standen die Menschen Schlange, was sonst hierzulande nie passiert. Noch in keinem Jahr zuvor kamen so viele Besucher, darunter auch viele Jugendliche, und man sah ihnen an, dass sie wirklich Spaß hatten. Die „Stater Muséeën“ hatten monatelang zusammen auf dieses Ereignis hingearbeitet. Das Programm war top. 

(2) Besonders beeindruckt hat mich die Karl-Marx-Ausstellung in Trier. Das Stadtmuseum Simeonstift zeigte die einzelnen Stationen im bewegten Leben des Revolutionärs, von Trier über Paris bis ins Exil nach London. Das Rheinische Landesmuseum zeichnete den intellektuellen und politischen Werdegang des berühmten Philosophen und Ökonomen nach. An sich ein sehr sperriges Thema! Denn wer liest heute noch das „Kommunistische Manifest“ oder „Das Kapital“? Der Ausstellung gelang es jedoch, die Gedankengänge von Marx unkompliziert, anschaulich und zeitgemäß darzustellen – in meinen Augen eine konzeptuelle und gestalterische Meisterleistung. 

(3) Ich bin gespannt auf ein neues „Format“, das wir nächstes Jahr im „Lëtzebuerg City Museum“ anbieten. Wir planen im Herbst ein „Urban History Festival“ in der Rue du Saint-Esprit. Zusammen mit den Bewohnern der Straße werden wir während zwei Tagen ein abwechslungsreiches Programm mit Ausstellungen, Street Art, Konzerten, Führungen und diversen Ateliers anbieten, unter dem Motto „Hinter jeder Hausnummer verbirgt sich eine Geschichte“. In der Villa Vauban wird ab März die Ausstellung „Plakeg! Le nu autour de 1900“ mit Werken von Lovis Corinth, Max Slevogt, Edgar Degas, aber auch Luxemburger Meisterwerken von Joseph Kutter und Jean Schaack ein absoluter Höhepunkt sein. Persönlich freue ich mich auch auf die Konzerte von Jan Garbarek im April in der Philharmonie und von Mark Knopfler im Juni in der Rockhal. Diese zwei Musik-Legenden live zu erleben, verspricht ganz besondere Momente.