LUXEMBURG/GRUNDHOF
INGO ZWANK

Norwegische Koch-Nationalmannschaften bereiten sich im Müllerthal auf Expogast-Wettkampf vor

Mehr als nur Kochen - es ist Kunst: Es ist ein etwas befremdliches Bild, was sich zurzeit vor dem Restaurant Ernz Noire von David Albert in Grundhof präsentiert: Zwei weiße Partyzelte dominieren den Parkplatz und ein stetiges Rein und Raus und Wuseln in Weiß ist wahrzunehmen.

Grund hierfür sind die Vorboten des „Culinary World Cup“, der am kommenden Samstag im Rahmen der Expogast startet. Und die Köche, die hier so eifrig sich zwischen Innen- und Außenküche tummeln, sind Mitglieder der norwegischen Koch-Nationalmannschaft. „Sowohl die Senioren als auch die Junioren haben sich bei uns einquartiert“, sagt Albert, der hierfür sogar sein ganzes Restaurant ausgeräumt hat, um Platz für einige Kühlschränke im Gastraum zu schaffen. „Die haben mehr mitgebracht, als ich in meiner Küche normalerweise stehen habe“, beschreibt Albert den kleinen Ausnahmezustand, „der einfach klasse ist: Es ist toll, den Leuten bei der Vorbereitung über die Schulter und in die Töpfe zu schauen. Auch ich gewinne unheimlich viel bei dieser Aktion“, sagt der luxemburgische Küchenchef - nicht zuletzt, wenn man sich anschaut, was man mit Sardinengräten und auch hauchdünnen Blumenkohlscheiben so alles anstellen kann.

Mit 27 Mann (plus entsprechendem Equipment in zwei Bussen und Anhänger) sind die Teams in Grundhof beim Restaurant angereist und haben kurzerhand Restaurant und Hotel komplett angemietet.

„Wir sind stolz auf unsere Wurzeln und die hohe Produktqualität, die wir haben“, kommentiert Martin Sveian, Kapitän des Junioren-Teams, die grundlegenden Einstellung, und betont in der Hochglanz-Präsentationsbroschüre der Teams, dass daher sicherlich einige den Sprung aus der Junioren- in die Seniorenmannschaft anstreben. So wolle man sich besonders gut beim Culinary World Cup präsentieren, dies sei eines der Ziele der Junioren. „Sicherlich sind viele gute Junioren-Teams in Luxemburg, und sollten diese Teams am Ende besser sein als wir, dann wollen wir sicherstellen, dass wir etwas von ihnen gelernt haben!“

„Unsere Teams sind hochqualifiziert und gut gerüstet für eine erfolgreiche Teilnahme bei dem Kochwettstreit“, sagt Kristine Hartviksen, Präsidentin der „Norwegian Chefs Association“, in ihren Grußworten. Kreativität und Innovation würden die Teams auszeichnen, und das, was sie zeigen, seinen Top-Produkte aus Norwegen.

Kulinarische Botschafter

„Zutaten und Tradition umrahmen das Essen, und vor allem die Zutaten sind von besonderer Bedeutung für unser Team“, stellt Jostein Medhus, Manager der beiden Teams klar und freut sich auf die kulinarischen Wettkämpfe in der gastronomischen Arena, „um unsere Freude, unsere Erfahrung und Kenntnisse auszutauschen.“ Und ergänzt: „Wir sind hervorragend vorbereitet, Vorbereitung und die Tagesform werden sicherlich den Ausschlag beim Wettbewerb geben.“ Diese Vorbereitungen begannen vor rund 18 Monaten mit der Zusammenstellung der Teams, „dann musste gemeinsam trainiert werden, denn vieles, was wir hier im Wettbewerb machen, wird nicht in der Gastronomie bei uns gemacht. Und viele Kollegen kochen für 20 bis 25 Plätze, da haben wir hier ganz andere Dimensionen“, sagt Medhus mit Blick auf die Vollzeit-Köche, denn „nebenbei arbeiten ging auch noch jeder von uns!“

Von einer Favoritenrolle wollte Medhus nicht wissen, „wir wollen uns aber sehr gut hier verkaufen. Vor allem wollen wir das abliefern, was wir uns vorgenommen haben für den CWC.“ Dabei lässt der Manager nicht den Aspekt aus den Augen, dass die Teams als „kulinarische Botschafter von Norwegen“ auftreten.

Dass es sich bei den Präsentationsarbeiten der kulinarischen Botschafter um mehr Kunst als nur reines Kochen handelt, weiß Medhus, „doch das ist es, was im Jahr 2014 verlangt wird. Sicherlich war das 1980 noch etwas aber anders.“

Am kommenden Samstag sind die Norweger das erste Mal im Einsatz.