BRIDEL
CORDELIA CHATON

Max Schmit ist Student und hat einen Oldtimer-Handel gegründet - Das ist sein Kindertraum

Vor dem Haus steht ein Daimler Baujahr 1968. Er ist wesentlich älter als sein Besitzer, Max Schmit. Der 27-Jährige würde ihn nie verkaufen. Denn der Oldtimer ist nicht nur seine Jugendliebe - sondern war auch der erste Schritt in seinen Wunschberuf: Oldtimer-Händler.

Schmit hat gemeinsam mit seinem Freund aus Kindertagen, Steve Vermeer, einen Oldtimer-Handel gegründet; Car Reprise mit Sitz in Bridel. „Ich habe Jura studiert und hätte Anwalt werden können. Aber das ist nichts für mich“, hat er gemerkt. Nach dem Jura-Studium in Luxemburg und Bordeaux kehrte er in seine Heimat zurück. Durch Beratung an der Handelskammer und beim Centre de Documentation et d´information sur l´enseignement supérieur (CEDIES) kam er zur privaten Universität Eufom, die in Luxemburg ein Standbein hat.

„Jetzt kann ich auf der einen Seite Immobilienkurse belegen und auf der anderen in Abendkursen meinen Master machen. Im Fach Marketing konnte ich beispielsweise meine Arbeit über den Oldtimerhandel schreiben und gleich Feed-back erhalten“, sagt der Luxemburger zufrieden. Seit März 2014 existiert das Unternehmen. Das fünfstellige Startkapital brachten die Geschäftspartner mit Hilfe der Familien auf. Die Liebe zu den Oldtimern begann als Teenager. Da nahmen ihn seine Eltern mit auf eine Oldtimer-Rallye. Ein Freund seines Vaters fuhr damals den Daimler von 1968. „Ich habe ihm gesagt, wenn Du den jemals verkaufen willst, ruf´ mich an“, erinnert sich Max Schmit. Vor einem Jahr war es soweit. Für 11.000 Euro hatte der junge Händler seinen ersten Wagen.

30.000 bis 35.000 Euro für einen Ford

Mittlerweile hat er auch andere Autos. Vier Fords aus den Jahren 1924, 1929, 1932 und 1934 warten auf die Restaurierung. Das macht Schmit nicht selbst, sondern überlässt es Partnern. „Ich habe lange gebraucht, jemanden zu finden“, sagt er. Wenn die Fords fertig sind, sollen sie 30.000 bis 35.000 Euro pro Stück kosten. „Vielleicht behalte ich die Thin Lizzy von 1924 aber auch.“ Darüber hinaus hat der Händler Pläne. „Im Sommer wollen wir eine eigene Odltimer-Rallye organisieren.“ Seine Eltern waren zunächst nicht sehr angetan. Schmit weiß, dass viele Leute mit seinem Abschluss zum Staat gehen. Aber das ist nicht sein Weg. „Beim Staat würde ich verrückt. Ich brauche die Herausforderung. Es ist furchtbar, wie manche hier im Land sich nicht bemühen“, findet der junge Geschäftsmann und Student. „Ich hätte zwar ein gutes Auto - aber das wäre es nicht.“ Ihm macht es nichts aus, auch am Samstag zur Universität zu gehen. Nebenbei hat er erste Prüfungen als Immobilienhändler bestanden. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich in der Immobilienagentur „Property Invest“, die er gemeinsam mit seinem Partner Steve Vermeer eröffnet hat.

Im Moment fährt Schmit einen BMW aus der X-Reihe. „Seelenlos“, findet er den. Aber immerhin „spritsparend.“ Um sich seine Leidenschaft leisten zu können, handelt der Oldtimer-Fan auch mit aktuellen Gebrauchtwagen. Ganze 18 stehen bei einer nahen Werkstatt in Bridel zum Verkauf. „Im vergangenen Jahr habe ich rund 30 bis 40 Fahrzeuge verkauft“, erzählt Schmit. Aber was ihn wirklich erfüllt, sind die Abende in der Werkstatt, wenn er selber schraubt. Oder sich einen Oldtimer ansieht, der zum Verkauf steht. „Das ist einfach meine Leidenschaft“, lächelt er.


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