CLAUDE KARGER

Der „Berliner Kurier“ erfand dieser Tage einen ziemlich passenden Namen für die britischen „Brexit“-Krakeeler, die nun angesichts des Scherbenhaufens, den sie angerichtet haben und für den sie überhaupt keine Lust haben, Verantwortung zu übernehmen, einer nach dem anderen das Handtuch werfen: „Männeken Verpiss“. „Cameron, Johnson und Farage sind wie Zauberlehrlinge, die mit den Geistern, die sie riefen, nichts mehr zu tun haben wollen“, kommentiert das „Wort“, „mit den Konsequenzen leben brauchen sie nicht mehr. Gerade stehen müssen sie für nichts“. „Ähnlich wie Johnson weiß Farage, dass es besser ist, andere die Post-Brexit-Drecksarbeit machen zu lassen“, kommentiert derweil das „Tageblatt“, „dann lieber mal abwarten, bis sich die Lage beruhigt, weiter stänkern und zum geeigneten Zeitpunkt die Spitze von UKIP, die er hinter den Kulissen sicherlich nicht aufgeben wird, zurückerobern. Politik kann so hässlich und einfach sein“. Wahrscheinlich wird es nicht mehr lange dauern, bis sich der nächste Hasardeur in die Büsche schlägt. Jedem dürfte klar sein: Für das „Volk“, von dem sie behaupten, es hinter sich zu haben, haben die planlosen Populisten Null übrig. Warum sie also wählen? Hoffentlich lassen sich vor dem europäischen Superwahljahr 2017 mehr Leute diese Frage durch den Kopf gehen.