LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Direktor soll Mitarbeiter überwacht haben

Bei Sudgaz sellt sich ein massives Vertrauensproblem, weil der Direktor Mitarbeiter überwacht - die Rede ist von „abgehört“ - haben soll. Das bestätigten uns übers Wochenende gleich mehrere Quellen. Am Freitagabend fand deswegen eine Dringlichkeitssitzung des Verwaltungsrats statt, bei der die Entlassung von Direktor Jean-Paul Wurth zur Debatte stand. Die 70 Mitarbeiter des Gasunternehmens sind bereits von den Personaldelegierten ins Bild gesetzt worden, dass es ein Problem im Betrieb gibt.

Romain Rosenfeld, CSV-Rat im Petinger Gemeinderat und Vizepräsident des Sudgaz-Verwaltungsrats, bestätigte dem „Journal“ gegenüber die Sache mit der „Vertrauensgeschichte“. Um was es da konkret geht, wollte Rosenfeld allerdings nicht detaillieren. Ebensowenig wollte er bestätigen, ob der Direktor, der das Unternehmen seit vier Jahren führt, nun verlassen muss oder nicht.

Heute morgen soll sich eine Sitzung des Direktionskomitees mit der Angelegenheit und der Lage im Unternehmen befassen. Sudgaz beliefert knapp 36.000 Kunden in 15 Südgemeinden mit Erdgas über ein Leitungsnetz von über 1.000 Kilometern.

Laut der Webseite des Unternehmens verkauft es jährlich 138,5 Millionen Kubikmeter Erdgas und macht einen Umsatz von etwa 75 Millionen Euro. Aktionäre sind die Gemeinden Esch/Alzette, Differdingen, Petingen, Schifflingen, Sanem, Bascharage, Bettemburg, Kayl, Rümelingen, Monnerich, Roeser, Reckingen, Dippach und Garnich. Jede Gemeinde hat einen Vertreter im Verwaltungsrat.