LUXEMBURG
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Die öffentlichen Krankenhauszentren CHL, CHEM und CHdN arbeiten an einem Konsortium

Nachdem vor gut vier Wochen die Fusion zwischen dem „Hôpital Kirchberg“, der „Clinique Bohler“ und der „Clinique Sainte Marie“ in Esch/Alzette einerseits mit der ZithaKlinik andererseits zu den „Hôpitaux Robert Schuman“ offiziell bekannt gemacht wurde, bahnt sich im Krankenhauswesen die nächste ganz große Neuerung an: Die restlichen Krankenhäuser, die im Gegensatz zu den fusionierten Kongregationskrankenhäusern dem öffentlichen Sektor angehören, wollen sich in einem Konsortium zusammenschließen - dem „Consortium des hôpitaux publics du Luxembourg“ (CHPL).

Bereits im vergangenen September haben die Generaldirektoren des „Centre Hospitalier de Luxembourg“ (CHL), des „Centre Hospitalier Emile Mayrisch“ (CHEM) in Esch/Alzette, Düdelingen und Niederkorn sowie des „Centre Hospitalier du Nord“ (CHdN) in Ettelbrück und Wiltz eine entsprechende Vereinbarung ausgearbeitet, um die Annäherung der großen Klinikzentren zu formalisieren und sich die geplante Zusammenarbeit von den Verwaltungsräten in ihren großen Zügen absegnen zu lassen. Einbezogen werden auch die nationalen Zentren, das Radiotherapiezentrum François Baclesse in Esch sowie das Institut für Herzchirurgie und interventionelle Kardiologie (INCCI), das im CHL beheimatet ist.

Gemeinsam sind wir wettbewerbsfähiger

Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit den rezenten Entwicklungen im Gesundheitswesen, an die es sich anzupassen gilt: Die zunehmende Spezialisierung in der Medizin, das Verlangen der Patienten nach mehr Transparenz und Teilhabe, die sich abzeichnenden finanziellen Grenzen des aktuellen Systems, die Umsetzung der EU-Patientenrichtlinie und nicht zuletzt die bereits vollzogenen Änderungen in der Krankenhauslandschaft. Ziel ist eine kohärente Entwicklung des öffentlichen Krankenhaussektors, um so weit wie möglich die Autonomie und Wettbewerbsfähigkeit des nationalen Gesundheitssystems in der Großregion zu erhalten. Ausgerichtet ist es an einem effektiven Mehrwert für den Patienten.

Demnächst werden über die rein verwaltungstechnischen Möglichkeiten hinaus auch auf medizinischer Ebene die Diskussionen über das Potenzial der Zusammenarbeit beginnen.

Alle drei Institutionen verfügen ungefähr über die gleiche Zahl an so genannten Akutbetten von rund 600: CHL und INCCI (599), CHEM (612) und im Norden wurde ja die engere Zusammenarbeit und mittelfristige Fusion des CHdN (342 Betten) mit dem CHNP (237 Betten) Anfang April schon bekannt gegeben. Die neuerdings unter dem Dach „Hôpitaux Robert Schumann“ vereinten (Privat-)Häuser kommen zusammen übrigens auf 631 Akutbetten.

Der Kampf um die knapper werdenden Mittel und die beste Positionierung für die angedachten Kompetenzzentren hat begonnen. Noch vor dem Sommer möchte Gesundheitsministerin Lydia Mutsch das Projekt des neuen Krankenhausplans vorstellen, kündigte sie bei der Pressekonferenz zur Fusion der Kongregationskrankenhäuser an.

Über mangelnde Dynamik und Bewegung in der Krankenhauslandschaft kann sie sich jedenfalls nicht beklagen.