CLAUDE KARGER

„Man müsse die ,Megafon-Politik‘ von den eigentlichen Beziehungen ,unter vier Augen‘ unterscheiden“, kommentierte unser Chefdiplomat dem „Wort“ gegenüber den schwierigen Balanceakt mit der Türkei, welche die EU für die
Entschärfung der Flüchtlingsproblematik dringend braucht, dessen oberster, launiger „Provokationsprofi“ allerdings immer autoritärer vorgeht und vor allem auch lauter brüllt. Schrillere Töne wünscht sich indes der Leitartikler der Erzbistumszeitung in den hiesigen Parteien. Auch in der DP sei es „nur höchste Zeit, endlich streiten zu lernen“, rät der Mann vor dem Hintergrund von für die Liberalen nicht gerade schmeichelhaften „Sonndesfro“-Resultaten, über die man sich im „Tageblatt“ wundert: „In Luxemburg heimst die CSV einen Bonus ein, für den sie nicht den Finger zu krümmen brauchte. Kein Mensch weiß genau, was CSV-Minister anstelle der Koalitionsminister täten, aber das ist egal“. „Aber solche Popularität ist wie ein Kartenhaus“, meint der Chefschreiber, der „erste Indizien für eine Trendwende“ bei den Umfragen - „eine Momentfotografie, die dokumentarischen Wert für eben diesen Zeitpunkt hat“ - ausmacht. Der Abwärtstrend der Koalition insgesamt sei nämlich gestoppt, eine „spannende Aufholjagd“ im Gange. Sicher wird ab dem kommenden Wahljahr das „Halali“ lauter. Dann werden die Megafone aus den Aufladestationen geholt.