LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Datenverarbeitungssyndikat SIGI - Software für das Sportministerium - Gespräche mit der FGFC

De SIGI“, wie das „Syndicat Intercommunal de Gestion Informatique“, allgemein genannt wird, gehört zu den Hidden Champions im Land, fast jeder Einwohner des Großherzogtums (der nicht in der Hauptstadt wohnt) hat mit ihm zu tun. Wer seine kommunale Gebührenrechnung erhält, einen Auszug aus dem Geburtsregister will oder via „macommune“ mit seiner Gemeindeverwaltung kommuniziert, steht in direktem Kontakt mit dem Datenverarbeitungssyndikat SIGI - ohne es zu merken. 101 von 106 Kommunen im Land haben ihre IT in die Hände des in Contern angesiedelten Zweckverbands mit rund einhundert Mitarbeitern gelegt.

Dennoch kennt kaum jemand „de Sigi“. Selbst als sich die Kommunalbeamtengewerkschaft FGFC im Herbst lautstark über Management- und Kommunikationsprobleme im SIGI ereiferte, dürfte dies nur kommunalpolitische Insider berührt haben. Die Arbeit des SIGI beschränkt sich nicht „nur“ auf die Betreuung der Kommunen, sondern wird mittlerweile auch vom Staat genutzt. Wobei festzuhalten ist, dass das Syndikat im Laufe der letzten zehn Jahre nicht nur die gesamte Datenverarbeitung der Kommunen per internem Netzwerk zentralisiert, sondern auch das kommunale Programmpaket GESCOM kontinuierlich an die wachsenden Aufgaben der Gemeinden angepasst hat. Eine erste umfassende Zusammenarbeit mit dem Staat gab es bei der Einführung der „Service-Schecks“ für Schulkinder. Damals hat der Zweckverband im Auftrag des Familienministeriums eine Verwaltungssoftware für die Schecks entwickelt.

Software zur Verwaltung von Sportstätten

Mittlerweile wurde die Fachkenntnis des Syndikats auch vom Sportministerium genutzt. Auch hier geht es um Fälle, bei denen sich staatliche und kommunale Verantwortung und Funktionen überschneiden. Eine vom SIGI entwickelte Software erlaubt es die landesweiten Sportstätten zu verwalten und ihre Subventionierung effizienter und transparenter abzuwickeln. Basis ist die Erstellung einer Datenbank, die in Zusammenarbeit mit den Gemeinden alle Sporteinrichtungen standardisiert erfasst.

Für Direktor Carlo Gambucci bietet sich so die Möglichkeit, zum einen den Geldfluss an die Kommunen zu beschleunigen, zum anderen die Sportanlagen in ihrer gesamten Bandbreite, von der technischen Ausstattung bis zu den Nutzungsmöglichkeiten, zu erfassen. So erhielten Ministerium und Gemeinden einen detaillierten Überblick über den Stand der Dinge, was natürlich auch Rückschlüsse auf den Bedarf zulässt. Durch eine Zusammenarbeit mit dem Katasteramt kann auch die Standortbestimmung digital erfolgen, außerdem kann das Programm auf mobilen Endgeräten angewandt werden.

Für die Gemeinden ergibt sich ein weiterer Vorteil: Sie können ihre Sportstätten ebenfalls über das Programm verwalten. Die jetzt entwickelte Software wird gerade weiterentwickelt, um das gesamte Gebäudemanagement einer Kommune übernehmen zu können.

Querelen sollen in Gesprächen beigelegt werden

Nach den Vorwürfen der FGFC gegen die Leitung des SIGI, hat der Geschäftsführende Vorstand in der letzten Vorstandssitzung des Syndikates einzelne Maßnahmen vorgestellt, um der Kritik entgegenzutreten bzw. berechtigter Kritik gerecht zu werden. So soll zunächst ein Kommunikationsplan erarbeitet werden. Darüber hinaus hat es seit letztem November drei Treffen mit Vertretern der Kommunalgewerkschaft gegeben, dabei seien Vorwürfe entkräftet worden, so Präsident Yves Wengler. Der Präsident teilte auch mit, dass in der Folge der Gespräche die Wahl der Personalvertreter neu ausgeschrieben wird.

ISO-Zertifizierung angestrebt

Zur Beurteilung der eigenen Produkte wird es eine Stärken-/Schwächen-Analyse geben, hinzu kommt laut Direktor Gambucci eine weitere Überprüfung von Abläufen und Produkten im Rahmen einer angestrebten Zertifizierung nach ISO 27.001. Man sei sich außerdem bewusst, dass die zahlreichen neuen Softwareprodukte eine verstärkte Schulung und einen engeren Kontakt zu den Kommunen bedeuteten.