ECHTERNACH
GERHARD KLUTH

Echternacher Festival gratuliert dem Trifolion

Das Trifolion feierte am vergangenen Wochenende sein fünfjähriges Bestehen. Fünf Jahre, die man getrost als eine Erfolgsgeschichte ansehen kann. Mit Stolz berichteten Echternachs Bürgermeister Théo Thiry und auch Ralf Britten, dass im letzten Jahr 39.000 Besucher die Veranstaltungen besucht haben.

Das sind mehr als das Siebenfache der Einwohner, die die älteste Stadt des Großherzogtums aufzubieten hat. Als Centre Culturel, Touristique et de Congrès ist das Gebäude ein echtes Dreispartenhaus, das auf allen Gebieten einen internationalen Ruf genießt. Einem breiten Publikum ist es freilich durch die vielfältigen kulturellen Angebote ein Begriff geworden.

Sowohl die hauseigenen Programme, als auch die Konzerte des internationalen Festivals, dessen Hauptspielort das Trifolion darstellt, als auch des Barockorchesters der Europäischen Union, deren Residenz das Trifolion darstellt, erfreuen sich grenzüberschreitend großer Beliebtheit.

Die Wurzeln der Klassik

Mit zu den ersten Gratulanten gehörte das Echternacher Festival mit einem Konzert, das man quasi als ein Präludium zur eigentlichen Festspielzeit, die am 03. Mai beginnen wird, ansehen konnte. Mit Viktoria Mullova hatten die Festspiele eine der bedeutenden russischen Geigerinnen hierzu verpflichtet, die zusammen mit dem Matthew Barley Ensemble in Echternach anreiste.

Unter der Überschrift „The Peasant Girl“ bot das Quintett einen Abend, der im offiziellen Veranstaltungskatalog als ein „Klassik-Crossover“ benannt wurde. Natürlich kann man jedes Konzert, bei dem Musik unterschiedlicher Genres erklingen, als ein Crossover bezeichnen. Stimmt das aber auch immer? Der Geburtstagsabend zeigte deutlich, aus wie vielen gemeinsamen Wurzeln die so genannte Klassik etwa eines Béla Bartok oder eines Zoltán Kodaly und der Jazz sich speisen.

Und noch etwas zeigte er. Nämlich das die Unterscheidung zwischen E(rnster) und U(nterhaltungs)musik oftmals nicht zu treffen und ebenso oft auch Unsinn ist. Voraussetzung hierfür ist einfach nur, dass man es bei den Ausführenden mit exzellenten Musikern zu tun hat, die mit Instrument und Komposition bestens umgehen können. Beides war im Trifolion gegeben.
Ein perfektes Zusammenspiel
Da war an erster Stelle natürlich das Ehepaar Mullova und Barley, die sich aus den 44 Duos für zwei Violinen sieben für ihre Instrumente Violine und Violoncello eingerichtet hatten. Perfektes Zusammenspiel und ebenso perfekte Interpretation prägten den Auftritt. Eigentlich sind die Duos als Übungsstücke gedacht. Tatsächlich aber sind sie, das durfte man im Trifolion erleben, allesamt kleine Meisterwerke. Meisterliche Interpreten waren auch der Pianist Julian Joseph und die beiden Percussionisten Paul Clarvis und Sam Walton, die das Quintett komplettierten. Hier war das vielleicht beeindruckendste Werk, das diese Formation bot „The Peasant“ der Jazzband Weather Report, das ebenfalls von Barley arrangiert wurde.

Insbesondere die Anteile an Minimalmusic, die in dieser Komposition vertreten sind, hinterließen den Eindruck eines Kaleidoskops, das eigentlich immer wieder dasselbe zeigt und doch immer wieder etwas anderes. Insgesamt war der Abend ein besonderes Geschenk, mit dem das Festival dem Trifolion gratulierte.