LUXEMBURG
MARCO MENG

Dexia Asset Management geht nun an Amerikaner

Letzte Woche Donnerstag war man mit New York Life Investments über den Verkauf der Dexia Asset Management (DAM) in Verhandlungen getreten, gestern kamen diese zum Anschluss: Der Verkauf ist perfekt, die Verträge sind unterschrieben.

New York Life Investments (NYLI), eine hundertprozentige Tochter des - gemessen an ausgegebenen Policen - größten US-Lebensversicherers New York Life Insurance Company, erwirbt für 512 Millionen Dollar (rund 380 Millionen Euro) die Vermögensverwaltung der Dexia. Es ist die gleiche Summe, die Dexia Ende letzten Jahres mit der GCS Capital in Hong Kong als Kaufpreis ausgehandelt hatte - eine Transaktion, die im Sommer wegen Zahlungsverzögerungen seitens GCS Capital abgebrochen wurde. Hinter der Investmentgesellschaft sollen Investoren aus Katar und China gestanden haben.

Top-25 der Vermögensverwalter

Die New York Life Insurance Company hatte zum 31. Juli 2013 Aktiva von 388 Milliarden US-Dollar in ihren Büchern. Diese werden sich, wie gestern mitgeteilt wurde, nun um die rund 100 Milliarden Dollar Assets, die DAM unter Verwaltung hat, auf knapp 490 Milliarden erhöhen. Damit steigt NYLI zu den weltweit Top-25 der Vermögensverwalter auf, wie das Unternehmen mitteilt. Im abgelaufenen Jahr hatte die New York Life bereits einen Anteil am Vermögensverwalter Cornerstone Capital Management übernommen. Beim Kauf der DAM handele sich um ein „Bekenntnis zur global aufgestellten Vermögensverwaltung“, die überdies eine bedeutende Diversifikation bei den Gewinnen bedeute, so Ted Mathas, Vorstandsvorsitzender der New-York-Life.

Bleibt Partner der BIL

Etwa 60 Prozent des von Dexia Asset Management verwalteten Vermögens stammt von Kunden der ehemaligen Dexia-Bankeinheiten Luxemburg und Belgien; die DAM war im letzten Finanzbericht der Dexia mit 300 Millionen Euro in den Bilanzen der Bank gestanden. Eine Vereinbarung mit der Belfius Bank, der ehemaligen belgischen und inzwischen von der dortigen Regierung gehaltenen Bankeinheit, genauso wie eine mit der Banque Internationale à Luxembourg (BIL) besagt, dass die DAM für die kommenden sechs Jahre für diese der „bevorzugte Partner für das Anlagemanagement“ bleibt.

Die Dexia gilt als erstes Opfer der Euro-Schuldenkrise und ist die erste große europäische Bank, die nach der Finanzkrise 2008 staatlich gerettet wurde. Die EU-Kommission hat deswegen den Verkauf diverser Beteiligungen der Dexia-Gruppe gefordert. Im vergangenen Jahr verbuchte die Bank, für die auch Luxemburg mit einer „unbegrenzten Garantie“ geradesteht, einen Nettoverlust von 2,9 Milliarden Euro und in den ersten sechs Monaten diesen Jahres weitere 905 Millionen Euro.

In Luxemburg hat die Dexia Asset Management etwa 60 Beschäftigte. Zur Nachfrage, ob es zur Verschmelzung der beiden Einheiten in Luxemburg kommen könne (auch der neue Eigentümer NYLI hat in Luxemburg ein Büro), gab es keine konkrete Antwort aus den USA - man fokussiere sich auf den Abschluss des Verkaufs. Der steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Regulierungsbehörden und soll bis zum Jahresende vollzogen sein.