LUXEMBURG
SVEN WOHL

„Girls’Day and Boys’Day“ will Schülern neue Möglichkeiten,befreit von Geschlechterrollen, aufzeigen

Die letzten paar Schuljahre verwirren Schüler oft. Die wahrscheinlich größte Herausforderung, die sich in diesen Jahren stellt, lässt sich nicht auf dem Lehrplan zu finden, sondern stellt sich in Form der Frage nach dem Berufswunsch. Die Orientierung der Schüler im Hinblick auf das Berufsleben ist alles andere als eine Aufgabe, die einfach so nebenbei zu lösen ist. Deshalb gibt es Aktionen, die den Jugendlichen die verschiedenen Möglichkeiten näher bringen und damit für eine Perspektive sorgen sollen. Dass das auch mit dem Aspekt der Chancengleichheit zu vereinen ist, zeigt der „Girls’Day and Boys’Day“, der am 8. Mai bereits zum vierten Mal organisiert wird.

Keine Vorbestimmung

„Der richtige Beruf wird einem nicht in die Wiege gelegt“, so Lydia Mutsch (LSAP), Ministerin für Chancengleichheit. Deshalb ist es wichtig, sich vorab zu informieren - und genau das soll befreit von den verschiedenen Geschlechterrollen geschehen. „Ausschlaggebend soll nicht die Tatsache sein, welches Geschlecht man hat“, erklärt die Ministerin weiter. Stereotypen, die teils die Jahrhunderte überdauert haben, sollen so gebrochen und ein wirklicher Mentalitätswechsel gefördert werden, der hauptsächlich dafür sorgen soll, dass eine wahre Entscheidungsfreiheit bei der Wahl des Berufs herrscht.

Deshalb wird am 8. Mai den Schülern die für ihr Geschlecht gerne als „atypisch“ betrachteten Berufe nähergebracht. Die Ministerin stellt in dieser Hinsicht bereits fest, dass geschlechtsneutrale Gedanken mittlerweile in den Chefetagen angekommen sind, womit auch die Hürden reduziert werden würden. Die könnte man auch in anderen Bereichen feststellen, etwa, wenn es um den Erziehungsurlaub gehe. „Es gibt keinen Grund, einen Mann zu bestrafen, der gerne seinen Vaterschaftsurlaub nehmen möchte.“, meint die Ministerin.

Ein Erfolgskonzept

Die ganz jungen Schüler hätten noch keine vorgefertigte Vorstellung der Geschlechterrollen und der Berufe. Ab der Pubertät verankert sich das typische Gedankengut relativ stark in den Köpfen der jugendlichen. Deshalb werden sowohl die jungen Kinder als auch das Lehrpersonal angesprochen. Dabei dürften jedoch nicht die Eltern vergessen werden, haben sie doch einen enormen Einfluss auf ihre Kinder, weshalb es wichtig ist, dass diese die Botschaft ebenfalls mittragen.

Der „Girls’Day and Boys’Day“ konnte sich in den vergangenen Jahren einer hohen Beliebtheit erfreuen. So nahmen im Jahr 2013 insgesamt 145 Unternehmen daran teil, die insgesamt 1.031 Praktika angeboten haben. 998 Schüler haben von dieser Gelegenheit profitiert. Aktuell sind bisher nur 700 solcher Praktika für dieses Jahr angemeldet, jedoch bleibt den Unternehmen immer noch eine Woche Zeit, um sich dafür zu melden. Außerdem würden zahlreiche Praktika auf Initiative der Schüler entstehen.
Wer als Jugendlicher (im Alter von zwölf und 20 Jahre) teilnehmen möchte, kann sich seit gestern auf www.girlsdayboysday.lu anmelden und informieren