LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Verleumdungsprozess Becca versus Lux vorerst ausgesetzt

Der Prozess gegen Eric Lux und seine Firma Ikodomos Holding ist erst mal geplatzt. Sein Geschäftspartner und ehemaliger Freund Flavio Becca hatte ihn und seine Firma in einer direkten Aufforderung vor die 12. Strafkammer zitiert - wegen Diffamierung und Verleumdung.

Die 12. Strafkammer hatte schon im Juli 2015 die schwerwiegende Anklage zugelassen. Da aber die Staatsanwaltschaft bis dato kein Ermittlungsverfahren gegen Eric Lux eingeleitet hat, wird die Affäre in einer neuen Sitzung verhandelt werden müssen.

Falsche Anschuldigungen? Becca soll Vermögenswerte veruntreut haben

Geht es in dieser Affäre um einen vermeintlichen Korruptionssumpf? Es waren wohl die verschiedenen Veröffentlichungen in der Presse, die den Bauherrn Eric Lux veranlassten, am 18. Juni 2015 eine Beschwerde wegen „Missbrauch von Unternehmenseigentum“ und „Korruption“ gegen den bekannten Immobilien-Promoter Flavia Becca zu starten.

Becca ist Hauptsponsor des Fußballvereins F91 Dudelange. Im Zentrum der Affäre soll der luxemburgische Torwart Jonathan Joubert von F91 stehen. Als Ausgleich einer dreijährigen Verlängerung seines Vertrags beim F91 soll der Keeper eine Wohnung billiger erhalten haben - normaler Preis 450.000 Euro, Vorzugspreis für den Keeper: 405.010 Euro.

Damit soll Joubert ein Preisvorteil von 44.990 Euro gewährt worden sein. Zwei Unternehmen, Ikodomos Holding und Trivola, klagten wegen Veruntreuung von Vermögenswerten. In einer Pressemitteilung bezog Beccas Anwalt Maître Pol Urbany Stellung zu den Anschuldigungen von Eric Lux. Die Geschichte um den Vorzugspreis sei frei erfunden. Der Kaufvertrag sei nach allen Regeln der Kunst aufgestellt worden.

Laut Urbany sei der Endpreis konform und entspreche auch dem Marktpreis. Der Keeper hätte das Appartement nur bekommen, weil der vorgesehene Erstkäufer sich vom Verkauf zurückgezogen habe. Der Verkaufspreis sei frei ausgehandelt worden und sei deshalb um drei Prozent gesunken. Sein Mandant Becca sei bis jetzt sehr geduldig gewesen. Er hätte es aber satt mit dem unwürdigen Zirkus.

„Jetzt ist Schluss mit den Lügenkampagnen, die Eric Lux permanent gegen meinen Mandanten in Umlauf bringt“, betonte gestern Anwalt Urbany. Sein Mandant hätte nichts anderes getan, als auf die Exzesse von Eric Lux zu reagieren.

Direkte Vorladung

Im Monat Juni 2015 beschloss Becca seinen alten Freund und Geschäftspartner Eric Lux sowie seine Firma Ikodomos Holding wegen Verleumdung und Diffamierung in einer direkten Vorladung vor Gericht zu zitieren. Laut Becca würden die Vorwürfe „dem Ruf der Familie“ schaden.

Im Zentrum dieser nervlichen Fehde stehen auch die Fonds Olos und die siebzig Hektar Boden - die sogenannten „terrain des ban de Gasperich“. Das Gelände würde als das neue „Kirchberg“ präsentiert. Becca hat nach Urbanys Ausführungen mit 90 Prozent die Kontrolle über die Fonds. Diese würden von der CSSF (Commission de Surveillance du Secteur Financier) überwacht. Eric Lux beansprucht aber wohl 50 Prozent Anteile am Unternehmen. Maître Pol Urbany wirft Lux so vor, nicht mit fairen Mitteln zu spielen.


Neue Verhandlung: 25. Januar 2016