In Anwesenheit von Bildungsminister Claude Meisch, der Escher Bürgermeisterin Vera Spautz und Mitgliedern des Schöffen- und Gemeinderates sowie den am Entwicklungsprojekt „Brillschule“ beteiligten Personen, wurde gestern Nachmittag nach zweijähriger Tätigkeit eine erste Bilanz zwischen Staat, Gemeinde und Schulkomitee gezogen. Darüber hinaus wurde die Konvention zwischen dem Schulministerium und der Stadt Esch verlängert.
Lerneffizienz steigern
Mit dem Modellversuch, der im Jahr 2013 angeregt wurde, hat man sich zum Ziel gesetzt, die Effizienz des Lernens zu steigern und gleichermaßen die Leistungen der früher meist schlechten Schüler zu verbessern. Den Schulkomplex „Brill“ mit seinen fünf Gebäuden besuchen 815 Schüler, die hauptsächlich aus sozial schwachen Familien stammen und große Schwierigkeiten haben im Lerntempo mit zu halten. Lediglich sieben Prozent der Schüler der Brillschule sprechen zu Hause luxemburgisch.
Erste Projektphase abgeschlossen
In einer ersten Projektphase (2013-2015) setzten sich zwölf Personen des Lehrpersonals dezidiert mit den Schülerproblemen auseinander. Sie bildeten gemeinsam mit dem Schulinspektor, einer Mitarbeiterin des Bildungsministeriums und einem externen Berater der Universität Grenoble (F) eine Arbeitsgruppe, die in Zusammenarbeit mit der Escher Schulkommission Diagnosen und Verbesserungsvorschläge erstellte.
Die Bilanz nach nur zwei Jahren sei vielversprechend, so Vera Spautz bei ihrer Ansprache. Innerhalb der 16 Jahre, die sie dem Escher Schöffenrat angehört, habe sich sehr viel zum Wohle sozial schwacher Menschen in der Minettemetropole getan. Das Entwicklungsprojekt „Brillschule“ habe mit seiner Dynamik neue Maßstäbe im Grundschulwesen gesetzt und konkrete Aktionen wie die Einrichtung eines Informatik- und Pädagogikzentrums bewirkt. Im gemeinsamen Miteinander sei dem Lehrpersonal nun die Möglichkeit gegeben, die Schulklassen verstärkt zu beobachten und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.
Lob von Minister Meisch
Minister Claude Meisch lobte den beeindruckenden Einsatz der Arbeitsgruppe in dem sozial schwierigen Viertel Brill. Man habe die enorme Herausforderung zum Abbau der Sprachhürden in Angriff genommen um den Kindern den Weg zu einem Schulabschluss und damit zu besseren Chancen im späteren Berufsleben zu ebnen. Ähnliche Modelle, so Meisch abschließend, müssten auch in vergleichbar gelagerten Schulen in anderer betroffenen Städte und Gemeinden landesweit angewandt werden.


