PATRICK WELTER

Die Woche gab es mal wieder eine Klimakonferenz, dieses Mal in New York. Die Konferenz war natürlich wieder mal ein Erfolg, wenn nicht gar ein historischer Tag, der wieder „maßgeblich“ zur Klimarettung beigetragen hat. Regierungschefs, Minister, UN-Funktionäre, allen voran der Generalsekretär sprachen weise Worte. Der medialen Wirkung wegen steuerte der ein oder andere Hollywoodstar seinen Senf zur Rettung der Welt bei. Fachkompetenz pur. Das „Zwei-Grad-Ziel“ müsse unbedingt eingehalten werden. So, so. Fragt man den Bürger an der Ecke was ein „Zwei-Grad- Ziel“ ist, denkt er wahrscheinlich an den nächsten Schützenverein oder seine Zeit bei der Armee. Für alle, die es nicht wissen: Es geht beim „Zwei-Grad- Ziel“ darum die Erwärmung der Erdatmosphäre bis zum Jahr 2100 unter zwei Grad zu halten, da alles andere in die totale Katastrophe führen soll. Die Klimakatastrophe ist die schönste aller Katastrophen die man sich vorstellen kann. Schließlich sind reale Kriege, Flüchtlingsdramen und Hungersnöte viel zu hässlich, um als ideologisches Accessoire der stets tief betroffenen Hipster zu dienen. Die Klimaangst verbindet Müslis und Hollywoodstars, nicht nur mit einem alten Holland-Rad, sondern auch mit einem Prius oder Tesla lässt sich so schön demonstrativ die Welt retten... Sorry, aber die Klimadebatte ist ein immer wieder aufgewärmtes Süppchen, das langsam öde wird.

Die Reaktion auf diese Erkenntnis folgt umgehend: Bitterböse schallt der Aufschrei „Klimaskeptiker“ aus der Betroffenheitsecke. „Hysterieskeptiker“ wäre richtiger. Der Klimawandel ist durchaus gegeben, aber Änderung des Weltklimas sind weder neu noch selten. Erinnern wir nur an die Geschichte mit Grönland, das mal so grün war, dass sich dort die Nordmänner niederließen und es „Grünland“ nannten. Beendet wurde die Geschichte durch die „kleine Eiszeit“ im hohen Mittelalter. Beispiele für Klimaschwankungen unseres Planeten lassen sich zuhauf finden, selbst unter zurückgehenden Gletschern.

Statt zu lamentieren ist es ist an der Zeit, sich auf die Änderungen einzustellen, die der Klimawandel mit sich bringt und nicht der Hybris zu erliegen, die Änderung des Klimas aufhalten zu wollen oder gar zu können. Wo kommt eigentlich die Sache mit dem „Zwei-Grad- Ziel“ her? „Klimamodelle“ mit den übelsten Szenarien lassen sich prima vermarkten, aber die Rechnerkapazität, der es bedarf um hundert Jahre Wetter vorauszusagen, haben nicht einmal unser Freunde von der NSA. Fernab von aller ideologischen Überlegungen, sind nicht alle bisherigen Klimaabkommen schlicht gescheitert oder besser gesagt verpufft? War da nicht noch was? Ist Australien nicht vor wenigen Wochen aus dem Klimaschutz ausgestiegen? Wächst die Individualmotorisierung in den Schwellenländern nicht kontinuierlich an? Sind Chinas Erklärungen zum Umweltschutz wirklich mehr als nur Lippenbekenntnisse? Sorgt der Fracking-Boom in den USA nicht für ungebremsten Energieverbrauch? Ehrliche Antworten auf diese Fragen führen die gesamte Klimadebatte ad absurdum. Da ist nichts mehr aufzuhalten - egal ob anthropogen oder natürlich. Man sollte sich weniger Sorgen um das Klima des Jahres 2100 machen, als um die Tatsache, dass dann zwölf Milliarden Menschen auf diesem Planeten etwas zu Essen haben wollen.