SASSENHEIM
GAST. SPECK

Baubeginn des Ausbildungszentrums für Berufskraftfahrer in Sassenheim

Wo hat der seinen Führerschein gemacht? Um diese Frage verzweifelter Pkw-Fahrer überflüssig zu machen, strengt man sich in Luxemburg ziemlich an. Im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik und Gesellschaft erfolgte gestern die Grundsteinlegung zum Bau einer Ausbildungsstrecke für Berufskraftfahrer im Industriegebiet „Gadderscheier“ in Sassenheim. Neben dem Aus- und Fortbildungszentrum für Kraftfahrer in Colmar-Berg ist dies die zweite Einrichtung dieser Art in Luxemburg.

Marc Pannacci, Direktor des „Centre de Formation pour Conducteurs“ (CFC), zeigte sich in seiner Begrüßungsansprache erleichtert darüber, dass nachdem das Projekt bereits 2004 zum ersten Mal vorgestellt worden war, nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht würden und man seit etwa drei Wochen dabei sei, die Arbeit in Angriff zu nehmen.

Mehr Sicherheit und Effizienz

Verwaltungsratspräsident Paul Schmit wies auf die EU-Richtlinie 2003/59 hin, die zur Verbesserung von Sicherheit und Effizienz im Personen- und Gütertransport im Jahre 2003 verabschiedet wurde und von allen europäischen Ländern in nationales Recht umgesetzt wurde. In Luxemburg, so der Redner, sei dies am 6. August 2009 erfolgt.

Man muss zwischen drei verschiedenen Kategorien von Berufskraftfahrerausbildung unterscheiden. Je nach Alter wird eine Grundqualifikation von 280, bzw. 140 Stunden in einem Kursblock von acht oder vier Wochen angeboten. Die Weiterbildung findet wie gesetzlich vorgeschrieben alle fünf Jahre statt und erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Tagen à sieben Stunden.

Fertigstellung im Frühjahr 2015

Da der Standort von Colmar-Berg der gewaltigen Nachfrage auf Dauer nicht mehr standhalten konnte, hat man sich zur Errichtung der Anlage in Sassenheim entschlossen. Der Staat beteiligt sich mit 6,5 Millionen Euro am Bau der Übungsstrecken sowie an der Einrichtung der Anlagen, während der Rest vom Ausbildungszentrum selbst getragen wird. Mir der Fertigstellung der Anlage wird für das Frühjahr 2015 gerechnet.

Tom Sabus, Leiter der Berufskraftfahrerausbildung, ging in seinen Ausführungen auf Sicherheit, Effizienz, Gesundheit und Sensibilisierung der Fahrer sowohl in der Praxis als auch in der Theorie ein. „Et geet eis haaptsächlech ëm d’Gesondheet vun de Chaufferen“.

Zudem wies er auf die freiwillige Weiterbildung von Motorradfahrern hin. Ziel sei es, die Teilnehmer zu einer defensiven und verantwortungsvollen Fahrweise zu bewegen und ihnen das richtige Verhalten in Notsituationen beizubringen. Der Lehrgang besteht aus einem theoretischen Teil, praktischen Übungen sowie Demos. Der Kurs nimmt in etwa sieben Stunden in Anspruch.

Nationale Solidarität

Sassenheims „député maire“ Georges Engel erinnerte an die Zeit, wo das Projekt zum ersten Mal vorgestellt wurde. Denkbar schlecht sei der Zeitpunkt gewesen, da bereits im Rahmen der Gespräche um die Einrichtung eines Untersuchungsgefängnisses auf Sassenheimer Territorium eine gewisse Polemik geherrscht habe. Viel Aufklärung gegenüber der aufgebrachten Bevölkerung sei in jenen Tagen erforderlich gewesen.

„D’national Solidaritéit huet sech duerchgesat“, so der Bürgermeister. Er sei jedenfalls stolz , dass ein solch gutes Projekt wie das Ausbildungszentrum für Berufskraftfahrer in der Gemeinde Sassenheim ansässig werde.

Hochmoderne Anlage

Der Standort in Sassenheim sei sehr wichtig für die Sicherheit im Allgemeinen und die Verhütung von Verkehrsunfällen, so Infrastrukturminister François Bausch. Obwohl man auf den Bau der hiesigen Anlage lange Zeit hätte warten müssen, so könne man sich heute brüsten, stolzer Besitzer einer der modernsten Einrichtungen dieser Art in Europa zu sein.

Ein hochmotiviertes und gut ausgebildetes Team betreue die Kursteilnehmer vom ersten Kontaktgespräch an bis hin zum Abschluss ihres Trainings und sorge somit für die hohe Qualität der in sieben Sprachen abgehaltenen Kurse.