Ohne die anderen Landesteile zurücksetzen zu wollen, darf man die Aussage riskieren, dass die Mosel (neben der Hauptstadt) der touristisch interessanteste Teil des Großherzogtums ist. Nachdem die „Entente touristique de la Moselle luxembourgoise“ über Jahrzehnte hinweg die einzige Institution war, die versucht hat, den Moseltourismus anzukurbeln, hat sich die Situation inzwischen entscheidend geändert.
Das Engagement an der Mosel ist gewaltig gestiegen, das Pendel schlägt jetzt in die andere Richtung aus. Vielleicht zu weit? Denn heute treten sich in Sachen Tourismus die „Entente“, das ORT Moselle, die LEADER-Gruppe Miselerland, die Schengen asbl und andere Akteure gegenseitig auf die Füße. Noch lustiger wird es, wenn demnächst der Naturpark rund um den „Haff Remich“ kommen wird. Da fällt einem nur die alte Geschichte von den vielen Köchen ein…, aber zum Thema Köche kommen wir noch.
Neben diesen neuen Entwicklungen gibt es seit Jahren und Jahrzehnten zwei Konstanten im Moseltourismus. Da ist die Negative, das „Centre mosellan“, das durch den Um- und Ausbau des „Weinmuseums“ in Ehnen entstehen soll. Die Pläne liegen seit Jahren vor, viele Worte wurden gemacht aber realiter geschehen ist bis heute nichts.
Wenden wir uns dem Positiven zu: Die positive Konstante des Moseltourismus ist die von der „Entente touristique“ betriebene „Princesse Marie-Astrid“, die seit den 1960er Jahren die Möglichkeit zu einer Moselreise an Bord eines luxemburgischen Fahrgastschiffes bietet. Aus kleinen Anfängen heraus haben sich Schiff bzw. Schiffe und das kulinarisch-touristisch Angebot durch die Jahrzehnte prächtig entwickelt. Heute ist die fünfte „Princesse Marie-Astrid“ im fahrplanmäßigen Dienst zwischen Wasserbillig und Schengen (und darüber hinaus) unterwegs, vom Frühjahr bis zum Spätherbst. Es sollte nicht unterschlagen werden, dass neben der „Marie-Astrid“ mit dem Heimathafen Grevenmacher zwei weitere luxemburgische Fahrgastschiffe als Ausflugsschiffe von Remich aus operieren - die „River Diva“ und die „Roude Léiw“ der Familie Kieffer.
Tausend PS zum Wohlfühlen
Die entscheidenden Daten der aktuellen, erst fünf Jahre alten, „Princesse Marie-Astrid“ noch einmal in aller Kürze: Das Schiff ist 60 Meter lang, elf Meter breit und hat die Kraft von eintausend PS. Hinzu kommen drei Decks, eine exklusive Ausstattung und eine professionelle Küche. Vom Selbstverständnis her ist sie auch kein schnödes Fahrgastschiff, sondern ein Restaurantschiff. Wer als Passagier „nur“ von A nach B will, muss mit dem Bar-Bereich, dem Achterdeck oder dem Sonnendeck vorlieb nehmen.
In diesem Jahr dauert die Saison der „Princesse Marie-Astrid“ bis zum 19. Dezember. Die folgende Winterpause muss sein, da das Schiff nicht für den Winterbetrieb ausgelegt ist. Die Sonderfahrten des Schiffes mit wechselnden kulinarischen oder musikalischen Programmen (siehe nebenstehenden Kasten) sind stets gut gebucht, für die verbleibenden in diesem Jahr sind nur noch wenige Plätze frei.
Abschied
In diesem Jahr wird auf der „Princesse Marie-Astrid“ auch ein Abschied gefeiert werden. Der langjährige Direktor der „Ententen touristique“, René Sertznig geht von Bord - direkt in den Ruhestand. Gesteuert wird das Schiff weiterhin von Kapitän Jürgen Emmes, der Rheinländer aus Boppard hat früher schwere Schubverbände im Pendelverkehr zwischen Rotterdam und Basel befehligt, jetzt ist er Chef einer internationalen Crew die sich um das Wohl der menschlichen „Fracht“ kümmert.


