LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

„De Wierdermoler“ von Christiane Kremer

Eine Singlefrau beugt sich dem Diktat der modernen Gesellschaft und schleppt sich jeden Sonntag in Sportklamotten in einen Park, um - wie hunderte von ihren Mitbürgern - ihre Joggingrunden zu drehen.

Eines Sonntagmorgens macht sie die Bekanntschaft eines Mannes, der auf einer Parkbank mit einem Notebook auf dem Schoß sitzend, die Sportlerin wider Willen in ein Gespräch verwickelt.

Die Frau kehrt in der Folgezeit Sonntag für Sonntag in den besagten Park zurück, stets die Idee im Hinterkopf, die Park-Bekanntschaft wiederzutreffen.

Kreativität aufsaugen

Der Stoff, aus dem Autorin und Verlags-Mitinhaberin Christiane Kremer ihren Beitrag zur neuen Smart-Serie des Kremart-Verlages zusammen gestrickt hat, findet sich auf einem Spaziergang durch eben einen Stadtpark.

Der Leser begegnet „Technikopfern“, die, Kopfhörer übergestülpt und mit hypermodernen Smartphones bewaffnet, am Dasein vorbei rennen.

Ihnen zur Seite stellt die Autorin Kopfmenschen, die draußen in der freien Natur ihre Kreativität einatmen, das Leben unter freiem Himmel aufsaugen.

Die Schilderung des Zusammenfindens zweier Menschen beinhaltet zweifelsohne auch eine unterschwellige Kritik an der heutigen schnelllebigen Gesellschaft

Die Sprache der Novelle ist äußerst flüssig, auf Fremdwörter wird gänzlich verzichtet.

Das Thema der Novelle spricht vermutlich in erster Linie eine weibliche Leserschaft an: Mehrmals beleuchtet der auktoriale Erzähler die Gefühlwelten der weiblichen Hauptprotagonistin bis ins letzte Eck.


Kremer, Christiane: De Wierdermoler. Kremart Edition. 32 Seiten. 2,99 Euro