LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Sieben Fragen an David Wagner, einer der beiden Sprecher von „déi Lénk“

Für unsere diesjährige Sommerserie ließen wir einer Reihe von Politikern drei seriöse und vier lockere Fragen per E-Mail zukommen. Einige haben noch am gleichen Tag geantwortet, bei anderen lässt die Antwort immer noch auf sich warten. Befragt wurden neben den neuen Abgeordneten auch die Fraktionsvorsitzenden bzw. Gruppenanführer der im Parlament vertretenen Parteien sowie die Parteipräsidenten resp.Parteisprecher. Als neue Abgeordnete zählen auch diejenigen Politiker, die vielleicht schon einmal in einer Regierung, aber noch nie in der Abgeordnetenkammer saßen.

David Wagner ist, zusammen mit Fabienne Lentz, seit Januar 2012 Sprecher von „déi Lénk“, und wird in der Mitte dieser Legislaturperiode gemäß dem Rotationsprinzip für Justin Turpel in die Abgeordnetenkammer nachrücken.

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Kammersession?

David Wagner Der Konflikt um die Studienbeihilfen war ganz bestimmt ein Höhepunkt der politischen Auseinandersetzung. Die Kampfbereitschaft und das politische Gespür und Geschick der jüngeren Generation sollte die Regierenden aufhorchen lassen. Es gibt noch Widerstand gegen die kalte und profitorientierte Gesellschaft, auf die man uns vorbereitet. Es gibt also eine Zukunft.

Welches sind für Sie die Prioritäten für die Rentrée?

Wagner „déi Lénk“ stärken. Es genügt nicht, Wahlen zu gewinnen. Wir müssen auf der Höhe der historischen Erfordernisse sein. In ganz Europa und auch in Luxemburg wird eine neue politische und gesellschaftliche Grundstruktur aufgestellt, die in Sozial- und Demokratieabbau mündet. Es genügt jedoch nicht, dies zu verurteilen. Wir müssen Hoffnungen schaffen und politische Perspektiven anbieten, für die es sich lohnt zu kämpfen.


Wohin fahren Sie in den Urlaub und
warum?

Wagner Das wird sich noch in den kommenden Tagen entscheiden. Vielleicht Lissabon, weil diese Stadt wunderschön ist, vielleicht Cádiz, weil ich mich in Andalusien wie zu Hause fühle, vielleicht Marseille, weil dort ein Teil meiner Wurzeln liegt. Auf jeden Fall Südeuropa. Ich brauche meine jährliche Dosis Meer und Sonne, um nicht ganz zu verkümmern.

Was haben Sie sich in sportlicher Hinsicht für den Urlaub vorgenommen?

Wagner Urlaub mit freiwilliger, körperlicher Überanstrengung in Verbindung zu setzen, übersteigt meine intellektuelle Vorstellungskraft. Trotzdem werde ich jeden Tag versuchen, spätestens um 14.00 morgens aufzustehen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.


Welche Bücher planen Sie im Urlaub zu lesen?

Wagner Ich muss sie leider enttäuschen, trotz meiner marxistischen Grundeinstellung bin ich kein großer Vorausplaner. Und das bestimmt nicht beim Lesen. Ich werde also das weiterlesen, was ich bereits angefangen habe: „Figures de la révolution africaine“ von Saïd Bouamama und „Automobile Club d’Egypte“ von Alaa Al-Aswany. Dann sehen wir weiter.

Welche Musik hören Sie am liebsten?

Wagner Flamenco. Obwohl man Flamenco sehen und erleben muss und nicht nur hören. Damit ist jetzt meine Entscheidung getroffen: Ich gehe nach Cádiz.