JAN GUTH

Auf der „Consumer Electronics Show“ (CES), die kürzlich in Las Vegas zu Ende ging, machte unter anderem Amazon auf sich aufmerksam. Der Sprachassistent des Konzerns, Alexa, der bereits in den Geräten „Echo“ und „Dot“ von Amazon steckt, wird in Zukunft auch in vielen verschiedenen Apparaten anderer Hersteller stecken. Diese stellten einige davon auf der CES vor. Datenschützer wie auch der „Chaos Computer Club Lëtzebuerg“ sehen dies mit gemischten Gefühlen. Denn um funktionieren zu können, hört Alexa alles was wir sagen, und zwar ständig.

„Bereits vor der CES geriet Amazon mit Alexa in die Schlagzeilen, unter anderem wegen einer Massenbestellung bei dem Versandhändler über den Sprachassistenten, ausgelöst durch einen harmlosen Satz eines Nachrichtensprechers. Neben Amazon arbeiten aber auch viele andere Firmen an ähnlichen intelligenten Sprachsystemen, allen voran Apple mit Siri oder auch Microsoft mit Cortana. Denn die Idee, Geräte per Sprache zu bedienen, ist nicht neu, sondern existiert bereits seit mehr als 30 Jahren. Nur ist der Stand der Technik jetzt so weit, diese Vision umzusetzen.

Eine Problematik die wir als ‚Chaos Computer Club Lëtzebuerg‘ sehen, ist der Umstand, dass wie eigentlich alle Technologien, auch solche wie Alexa missbraucht werden können. Da aktuell alles an Daten gesammelt wird was möglich ist - Stichwort Big Data - müssen wir uns als Verbraucher diesen Gefahren bewusst werden. Zunächst stellt sich die Frage nach der Funktionsweise von Alexa und Co. Welche Daten werden aufgezeichnet? Wo werden sie gespeichert? Und für wie lange? Welche der Daten werden anonymisiert? Wer hat Zugriff auf die Daten? Es stellt sich auch die Frage, wie diese neue Technologie mit den jeweiligen nationalen Gesetzen kompatibel ist.

Dienste wie Alexa sind ein weiterer Schritt in Richtung komplette Vernetzung des Alltags, denn der Sprachassistent von Amazon soll unter anderem in Waschmaschinen, Autos und sogar im Staubsauger zum Einsatz kommen. Somit haben diese Geräte auch alle mindestens ein Mikrofon. So ist es noch einfacher für Dritte, die über Sicherheitslücken Zugriff erhalten können, sich ein umfassendes Bild von uns zu machen. Wenn man das weiter denkt, schießen wir weit über das von George Orwell und seinem Roman ‚1984‘ gezeichnete Horrorszenario heraus, wir landen in einer Realität, die niemand gutheißen kann.

Nur sind wir bereits schon zum Teil in dieser, da wir uns durch unsere technischen Amputationen, wie Smartphones, Smartwatches und Co. wissend überwachen lassen und zwar unter anderem von den Firmen, die diese Geräte herstellen. Der Zeitpunkt, sich von dieser Entwicklung komplett abzuwenden, ist dabei bereits überschritten. Wir können nur noch versuchen, eine Verschlimmerung dieser Entwicklung abzuwenden. Um dies zu erreichen, muss ein Ruck durch die Gesellschaft gehen, um uns bewusst zu werden, dass die Technik für viele gute Dinge benutzt werden kann, sie aber auch ihre Schattenseiten hat. Deshalb müssen wir versuchen, diese zu limitieren, damit der Mensch am Ende nicht unter dem technischen Fortschritt leidet.“