LUXEMBURG
MARCO MENG

Ballett-Gala begeistert mit internationalen Stargästen

Die Weltelite des Balletts trat am Wochenende in Luxemburg auf. Anlässlich des 40. Gründungstages der russisch-luxemburgischen East-West United Bank von dieser gesponsert und zusammen mit Dance

Xperience a.s.b.l. veranstaltet, gastierten am Samstag im Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg sowie gestern im Trifolion in Echternach als „Gala des Etoiles“ international gefeierte Tänzer verschiedener Ballettschulen und Opernhäuser.

Aufgeführt wurden Szenen choreographischer Raritäten des russischen Balletts wie auch neoklassische und moderne Choreographien. Der als weltbester Ballettpianist ausgezeichnete Igor Zapravdin von der Wiener Staatsoper, der einige der Szenen musikalisch begleitete, brillierte am Flügel - wenn die Oper Ferien macht, ist Zapravdin als Pianist bei Festivals in ganz Europa engagiert -, während die Tänzer das Publikum mit einem Potpourri des Balletts begeisterten und den Variationsreichtum des Tanzes darboten, von klassischen Grands Pas-De-Deux, wie beispielsweise Denis Tscherewytschko vom Wiener Staatsballett zusammen mit Katherina Markowskaja vom Bayerischen Staatsballett München, bis modern wie Filipa de Castro gemeinsam mit Carlos Pinillos vom portugiesischen Nationalballett oder Eno Peci, Kirill Kurlajew sowie der unabhängige frühere Principal Dancer Iwan Putrow vom Royal Ballet London als Solokünstler nicht nur Ausdruckstanz vorführten, sondern damit auch berührten.

Tanz - Entführung in eine Traumwelt

Die ukrainische Tänzerin Iana Salenko und ihr moldawischer Partner Dinu Tamazlacaru (beide Staatsoper Berlin) avancierten am Samstag durch die Leichtigkeit, die sie zeigten, zu Lieblingen des Abends im ausverkauften Grand Théâtre und machten dabei den Zuschauer vergessen, wie viel eisenhartes Training hinter dem, was so leicht aussieht, steckt. Vollkommenheit und Anmut, gepaart mit Emotion und Virtuosität.

Wer als Ballett-Skeptiker erschienen war, der wurde spätestens mit einer Szene aus „Black Cake“, einem „Party-Stück“ des Choreographen Hans van Manen nach der Musik von Igor Strawinskij gewonnen: Irina Tsymbal und Eno Peci vom Wiener Staatsballett zeigten dabei, dass Kunst und Tanz gar nicht „todernst“ sein müssen und Ballettanz auch viel mit Schauspielkunst gemein hat. Mit tänzerischem Ulk regten sie zum Schmunzeln, ja zur Heiterkeit an. Wahrlich, große Kunst.