LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Erfolgreiche erste Slide-Show des Kollektivs „Street Photography Luxembourg“

Man trifft sie vornehmlich draußen auf der Straße: Die Kamera im Anschlag liegen sie auf der Lauer und warten auf den perfekten Moment, immer bereit abzudrücken, wenn das passende Objekt der Begierde - oder ganz einfach Motiv - gefunden ist. Die „Spezies“ nennt sich Street-Fotografen. Nicht immer gehen sie mit fetter Beute nach Hause, denn, was sie suchen, liegt zwar in gewisser Weise „auf der
Straße“, aber eben nicht in solchem Umfang wie Zigarettenkippen. Wer den „besonderen Augenblick“ einfangen will, braucht Geduld. Und das richtige kreative Auge.

Zunehmende Fangemeinde

In Luxemburg haben sich im März 2013 ein paar Anhänger der Street-Fotografie zusammen getan und die Facebook-Seite „Street Photography Luxembourg“ gegründet, auf die jedes der inzwischen sechs Mitglieder seine „Schnappschüsse“ posten kann. Inzwischen hat die Seite über 1.500 Likes. Ideengeber war Paul Bintner. Die Fangemeinde wächst unaufhaltsam weiter. Am Samstagabend hatte das Amateurkollektiv zu einer ersten Fotoslide-Show in das Café „Brigitte“ in den Grund eingeladen. Bereits am frühen Abend war das kleine Bistro zum Bersten gefüllt. Neben den sechs Mitgliedern durften auch fünf Fans ihre Fotos zeigen.

Unterschiedliche Herangehensweisen

„Ich persönlich habe mit Studio-Fotografie angefangen, was ich aber schnell als zu steril und langweilig empfand, sodass ich das wieder aufgegeben habe. Ich wollte aber weiterhin irgendetwas mit Leuten machen und bin dann auf die Straßenfotografie gestoßen. Es war anfangs nicht leicht, Menschen draußen auf der Straße zu fotografieren. Das lernt man aber mit der Zeit“, erklärt Paul Bintner. Seine Kamera hat der junge Mann immer dabei, geht aber nicht gezielt an irgendeinen Ort, um dort bestimmte Fotos zu machen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, wird der Auslöser betätigt. „Meistens bin ich in meiner Mittagspause unterwegs und schaue dann, ob sich was Interessantes ergibt, das passiert spontan“, so Paul Bintner. Anders geht Véronique Fixmer, die bisher einzige Frau bei „Street Photography Luxembourg“, ans Werk. Einmal pro Woche streift sie mit ihrer Leica ausgestattet durch die Straßen unserer Hauptstadt und macht sich gezielt auf die Suche nach der perfekten Szene. Für ihren fünfminütigen Part bei der Slide-Show hatte sie vor allem Fotos von Einzelpersonen ausgewählt. „Mir ging es darum, einzelne Menschen zu zeigen, in gewisser Weise, um die Einsamkeit zu unterstreichen, die es trotz allem in einer Stadt gibt“, erklärt Véronique Fixmer. Einen zusätzlich melancholischen Touch verlieh sie ihrer Fotostrecke durch die passende, fast betrübende Musik.

Einer zweiten Auflage im nächsten Jahr steht nichts im Wege, wie uns von Seiten der Organisatoren bestätigt wurde. Dann wahrscheinlich auch in einem größeren Café.
www.facebook.com/StreetPhotographyLux