LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Luxemburgischer Kurzfilmabend des LuxFilmFest im Utopolis

Traditionell findet im Rahmen des LuxFilmFest ein Abend mit luxemburgischen Kurzfilmen im „Utopolis“ statt. Dieses Jahr konnte man sechs dieser kleinen Filme sehen, meist Erstlingswerke junger Regisseure und Regisseurinnen, die so ihr Talent unter Beweis stellen können, um irgendwann einen Spielfilm drehen zu dürfen.

Zwei Mal Amour Fou

Zwei Kurzfilme wurden von der Produktionsfirma Amour Fou finanziert. „Aus den Aen“ ist Nadia Masri dritter Kurzfilm und er erzählt die Geschichte von Pol (Luc Schiltz), der Weihnachten erfährt, dass er einen Halbbruder hat, Jérôme (Tommy Schlesser), der eben aus dem Gefängnis entlassen wurde. Auf ihre eigene Art leiden beide darunter, dass sie vom Vater verlassen wurden. Formell ist der Film gut fotografiert und geschnitten. Es war aber die Darstellung von Tommy Schlesser, die überraschte, wie er mit Bravour diesen Gescheiterten spielt, der eigentlich nur eine Familie finden möchte. „Casting a Woman“ von Caroline Kox zeigt ein Casting von jungen Schauspielerinnen, die sich spontan auf Szenen einstellen müssen, welche ihnen Stephanie Stremler vorgibt. Der Film ist einerseits eine reine filmische Übung, andererseits die Möglichkeit für den weiblichen Nachwuchs, sein Minenspiel zu zeigen. Es spielen unter anderem Anouk Wagener, Cathérine Mira Kemmer, Anne Klein und Laurence Streitz.

Besonderer Animationsfilm

Zeilt Productions produzierte „Mr Hublot“, den einzigen Oscargewinnerfilm aus Luxemburg. Ihr neues Produkt „Quenottes“ von Pascal Thiebaux und Gil Pinheiro ist eine Mischung aus Animation und realen Bildern und Figuren, die von Lionel Abelanski, Matthieu Clément-Lescop und Frédérique Bel gespielt werden.Quenotte bedeutet „Kinderzahn“: Die berühmte Zahnfee ist hier allerdings eine wütend um sich beißende Maus, die ohne Rücksicht Zähne sammelt. Das überaus originelle Horrorfilmchen gewann den Preis des besten Kurzfilms beim Festival in Gérardmer und ist auch für den „Lëtzebuerger Filmpräis“ nominiert. Mit seinen Kurzfilmen „The Lodge“ und „Butterflies“ zeigte Max Jacoby, dass er ein begabter Regisseur ist. Sein neuer Kurzfilm „Et wor alles wéi ëmmer“ wurde von Les Films Fauves produziert und spielt auf dem Bauernhof von Jos Warken (Roland Gelhausen).

Sein Sohn Jérôme (Philippe Decker) besucht die Familie während der Schulferien. Jérômes Jugendfreund Céline (Anouk Wagener) kümmert sich um die kranke Oma Loni (Léonie Kalte). Als die Mutter spurlos verschwindet, stellen sich viele Fragen, die im Raum stehen gelassen werden. Allenfalls stimmt die Form, aber nicht die konfuse Geschichte.