„Aufschlussreich war jedoch, wie so oft, weniger das, was Juncker dementierte, als vielmehr das, was er nicht explizit ausschloss: Die Nachfolge des Belgiers Herman van Rompuy als Präsident des Europäischen Rates“, gab sich der „Wort“-Leitartikler gestern über des Bald-Ex-Premiers Auftritt bei NZZ-TV am vergangenen Sonntag. Da löcherten zwei Journalisten den hochdekorierten Modelleuropäer zu seinen EU-Ambitionen und dann sagt der: Ich mach‘ jetzt mal Europa-Pause. So wenig Abschiedseifer passt der Erzbistumszeitung freilich nicht in den Kram, bemüht sie sich doch seit den Wahlen, Juncker nach Brüssel „wegzuloben“. „Nach dem Schiffbruch der Parlamentswahl ist die harte Oppositionsbank für Juncker bloß eine Rettungsplanke. Doch ein Schiff wird kommen“, schlussfolgert der „Wort“-Bootsmann von Seite drei, der offenbar Lale Andersen-Songs mag. Wie hieß es im Schlager aus den 60ern: „Ein Schiff wird kommen, und das bringt mir den einen, den ich so lieb‘ wie keinen, und der mich glücklich macht“. Böse, böse Falle wenn die Merkel das pfeift!, warnt der „t“-Chefschreiber. Sie wolle „Juncker, diesen Träumer, der sich für das falsche Europa halb tot schuftete“, zu ihrem Handlanger für den sozialen Kahlschlag in der EU machen und ihn dann über die Planke wandern lassen. Platsch.