LUXEMBURG
MARCO MENG

SnapSwap expandiert international - mit Hilfe von LuxTrust

Welche Bedeutung der Partnerschaft zwischen Snapswap und Luxtrust beigemessen wird, unterstreicht die Tatsache, dass sie im Beisein von Wirtschaftsminister Etienne Schneider im Wirtschaftsministerium geschlossen wurde. Tatsächlich unterstreicht das Wirtschaftsministerium damit, dass es ernst damit macht, Luxemburg zu einem globalen Fintech-Standort auszubauen.

SnapSwap-Gründer Denis Kiselev, der unlängst von San Francisco nach Luxemburg übersiedelte, hat mit der Applikation „Gloneta“ einen Messaging-Dienst erfunden, der etwas Besonderes kann: Genauso wie Nachrichten kann man an den Chatpartner Geld schicken - Euro, US-Dollar oder Pfund Sterling mit nur einem Klick und in Echtzeit.

Die gestern besiegelte Partnerschaft mit LuxTrust wird nach Meinung von Paul Helminger, seines Zeichens Verwaltungsratsvorsitzender von SnapSwap, das Vertrauen in die neue Technologie stärken und belege gleichzeitig, dass LuxTrust ein Begleiter von Innovation und eine Stütze für Wachstum sei. Wie Helminger zugab, sei er immer wieder erstaunt über die vielen innovativen neuen Wege, die Fintechs zeigten. Er sehe eine Dynamik in diesem Bereich, die Luxemburg erlaube, auch in der neuen Welt mit vorne dabei zu sein.

SnapSwap-Gründer Kiselev hatte im Juni dem „Journal“ seine App „Gloneta“ erklärt, die er eigenen Angaben zufolge zuerst für sich selbst kreiert hatte, da er ständig mit seinen Kindern in den USA chatte und sich dabei ärgerte, nicht auch gleichzeitig auf diesem Weg Taschengeld übermitteln zu können. „Was wir nun in Luxemburg entwickelten, ist eine neue Art, wie man Nachrichten elektronisch übermitteln kann und gleichzeitig auch Geld“, erklärt Kiselev.

Von Luxemburg aus in die Welt

„Direkttransfers werden zu einem eigenen Markt werden“, ist sich der aus Moskau stammende Computerwissenschaftler sicher. Und darum hat Snapswap auch mit „Gloneta“ ambitionierte Ziele. Von Beginn an habe Kiselev Luxemburg als Sprungbrett für internationales Wachstum gesehen; darum ist das nächste Ziel, die App in allen Benelux-Ländern anzubieten, danach seien internationale Partnerschaften mit Banken und Finanzinstitutionen auf der ganzen Welt angestrebt, von den USA bis nach Asien. Eine Version für kontaktloses Bezahlen ist in Arbeit. Als Garant für die Sicherheit dient LuxTrust.

Als Wettbewerber für Banken sehe er sein Unternehmen aber nicht, so Kiselev, denn eine Dienstleistung wie „Gloneta“ sei eher komplementär zu Banken und erweitere vielmehr noch deren Angebotspalette.

Auch Luxtrust richtet sich internationaler aus

Die Firma Luxtrust S.A., 2005 gegründet vom luxemburgischen Staat und der Vereinigung der Banken und Bänker (ABBL), schützt mit ihren Applikationen Online-Transaktionen, digitale Identitäten und elektronischen Daten von Kunden. „Die Kooperation mit SnapSwap passt perfekt zur neuen Strategie von LuxTrust, unsere Dienstleistungen international auszuweiten“, sagte Pascal Rogiest, Geschäftsführer von LuxTrust.

Als damaliger Beamter im Wirtschaftsministerium war der heutige Wirtschaftsminister Schneider damit beschäftigt gewesen, die Gründung von LuxTrust voranzubringen und Banken davon zu überzeugen, sich daran zu beteiligen, wie er gestern erklärte. „Heute ist Luxtrust eine Erfolgsstory und dabei zu expandieren.“

Die Partnerschaft mit SnapSwap sei nicht nur eine äußerst interessante und passe zu den vielversprechenden Technologien wie Blockchain und „Internet of Things“, sondern kombiniere die zwei für Luxemburg wichtigen Sektoren Fintech und IT-Sicherheit. Wie Schneider erklärte, gebe die Partnerschaft Anlass zur Hoffnung auf „die nächste luxemburgische Erfolgsstory“. SnapSwap war die erste Firma in Luxemburg, welche die Blockchain-Technologie nutzt und von der Finanzaufsichtsbehörde CSSF als E-Geld-Institut lizenziert wurde. Die EU-weite Zulassung für die App erhielt SnapSwap vor zwei Wochen.

Schneider lud sich „Gloneta“ gestern während der Präsentation herunter und wollte die App gleich ausprobieren - Paul Helminger hatte sie schon auf seinem Smartphone installiert und überwies dem Minister prompt zwei Euro.