LUXEMBURG
LUDOVIC GRAAS

Am 15. Februar 1965 verstarb Nat King Cole

Morgen ist es 50 Jahre her, dass Nat King Cole von uns gegangen ist: Am 15. Februar 1965 ist der Sänger mit nur 45 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Coles bekannteste Titel sind wohl heute noch „The Christmas Song“, „Mona Lisa“, „Nature Boy“, „L-O-V-E“ und „Unforgettable“. King Cole konnte mit den Großen der damaligen Musikbranche, wie zum Beispiel Frank Sinatra oder Dean Martin mithalten. Doch er war nicht nur Sänger, sondern auch Pianist, Schauspieler und eine Fernsehpersönlichkeit. Nathaniel Adams Coles wurde am 17. März 1919 in Montgomery, Alabama geboren.

Er war schon früh an Musik interessiert und lernte mit vier Jahren Klavier spielen, seine Mutter gab ihm am Anfang Musikunterricht. Mit 15 brach er die Schule ab, um sich ganz der Musik hinzugeben. Mit seinem älteren Bruder Eddie gründete Cole ein Sextett. 1936 nahm er als Jazz-Pianist seine ersten professionellen Aufnahmen auf. Danach war er Pianist bei „Shuffle Along“, einem Broadway Musical. Dort machte auch seine damalige Freundin, Nadine Robinson, mit. Beide heirateten am 27. Januar 1937.

Erste Erfolge mit dem King Cole Trio

Im gleichen Jahr startete er mit dem King Cole Trio durch, wo er Klavier spielte und auch sang. 1943 landeten sie einen Hit mit „That Ain’t Right“: Der Titel landete auf Platz eins der Billboard Harlem Hit Parade, die damaligen Billboard R&B Charts. Den zweiten Hit landete das Trio 1944 mit „Straighten Up and Fly Right“. Das Lied war zehn Wochen in den oberen Plätzen der black Charts, sechs Wochen in den Country Charts und erreichte sogar Top zehn der Pop Charts.

Ihr Plattenlabel „Capitol“ veröffentlichte 1944 ihr erstes Album „The King Cole Trio“, das sofort auf Platz eins vorpreschte und sich dort zwölf Wochen hielt. 1945 kam „The King Cole Trio, Vol. 2“ raus. Kurz darauf veröffentlichte die Formation zwei Lieder, die für Erfolge in der Popmusik sorgten: „I Love You - For Sentimental Reasons“ und „The Christmas Song“, der auch heute noch auf jedem Weihnachtsmarkt gespielt wird. 1947 nahm Cole die Ballade „Nature Boy“ auf. Cole wurde 1948 von seiner Frau geschieden und heiratete die Sängerin Marie Ellington. Sie hatten drei Kinder und adoptierten zwei weitere.

Start der Solokarriere

Ab 1950 wurden alle Titel Nat King Cole allein zugeschrieben, weil das Trio aufgelöst wurde. Sein erster großer Solo-Hit feierte Cole mit dem Soundtrack „Mona Lisa“. 1952 brachte Cole „Unforgettable“ heraus, erreichte allerdings nur Platz zwölf. Erst die Version von 1991, in der Natalie Cole, seine Tochter, ihre Stimme über die ihres Vaters synchronisierte, machte das Lied richtig erfolgreich. 1957 erschien sein „After Midnight“, wieder ein Jazzalbum, aber nicht sehr erfolgreich.

Das hatte damit zu tun, dass in den Fünfzigern Rock ’n Roll sehr populär wurde. Dafür war sein Balladenalbum „Love Is The Thing“ mit der Single „Stardust“ beliebter. Es hielt sich acht Wochen auf Platz eins und erreichte 1992 Platinstatus. 1962 landete er mit „Rambin‘ Rose“, einem country-angehauchtem Lied, auf Platz zwei der Billboard Pop Charts. Sein letztes Erscheinen in den Pop Charts hatte er 1964 mit den Balladen „I Don’t Want To Hurt Anymore“ und „I Dont Want To See Tomorrow“. Der Erfolg blieb aber bescheiden. In den fünfziger Jahren bekam er kleine Filmrollen, in den meisten Fällen spielte er sich selbst.

1956 moderierte Cole als erster Afro-Amerikaner seine eigene Fernsehsendung. Die Show musste aber abgesetzt werden, weil er keinen Sponsor bekam und wohinter rassistische Diskriminierung vermutet wird. Trotzdem war Cole nicht ganz von der Bildfläche verschwunden. Bei beliebten Shows wie „The Ed Sullivan Show“ und „The Garry Moore Show“ war er noch zu sehen. Seine größte Filmrolle hatte er in „St. Louis Blues“, wo er W.C. Handy, ein Blues Komponist, Trompeter und Bandleader, spielte.

Seine letzten Jahre

„Those Lazy-Hazy-Crazy Days of Summer“ war 1963 sein letztes Lied in den Top Ten. Im Dezember 1964 wurde der starke Raucher mit Lungenkrebs diagnostiziert. Vor den Aufnahmen soll er mehrere Zigaretten hintereinander geraucht haben, weil er der Meinung war, das würde seiner tiefen, summenden Stimme helfen. Nur zwei Monate nach der Diagnose starb der Sänger. Kurz vor seinem Tod hatte er sein letztes Album „L-O-V-E“ aufgenommen. Auch 50 Jahre nach seinem Tod bleibt er unforgettable.