SCHRONDWEILERPATRICK VERSALL

Theaterregisseurin Eva Paulin zeigt ihre aktuellen Bilder in Schrondweiler

Theaterregisseurin Eva Paulin hat in punkto Theaterinszenierung ein paar Gänge zurückgeschaltet. Die gebürtige Österreicherin, die seit ein paar Jahren zwischen ihren beiden Lebensmittelpunkten Luxemburg und Kanada hin und her pendelt, brachte in den letzten Monaten und Jahren nur noch wenige Stücke auf die Bühne, damit sie sich intensiver auf ihr zweites Steckenpferd, die Malerei konzentrieren kann.

Die abstrakten Werke, die sie noch bis kommenden Dienstag in der Galerie ihrer langjährigen Freundin Ute Metzger im kleinen Ort Schrondweiler zwischen Larochette und Colmar-Berg zeigt, sind allesamt in den letzten zwölf Monaten entstanden. Das letzte Acryltableau wurde erst vor ein paar Wochen vollendet.

Seitdem die gelernte Bühnenbildnerin mehr Energie in die Malerei steckt, sich mehrere Stunden pro Tag ihren Bildern widmet, sprudeln ununterbrochen neue Ideen aus ihr heraus.

Sie hat irgendwann befürchtet, dass ihr die Ideen ausgehen würden, doch das Gegenteil ist eher der Fall. Als Hauptantrieb für ihr kreatives Schaffen - im Theater oder im Künstleratelier - gibt Eva Paulin die Kommunikation an: Mit- und untereinander zu kommunizieren sei ein Sinn des Lebens, erklärt sie beim Rundgang durch die Galerieräume.

Erste Ausstellung im Jahre 2011

Im Zentrum der aktuellen Arbeiten stehen Köpfe, die der Betrachter mal mehr, mal weniger als solche erkennen kann. Häupter in Miniaturform, die Paulin zu einem Schwarm vereint, der auf der Leinwand eine Art Eigendynamik entwickelt und scheinbar den Rahmen des Tableaus aufbricht, um mit dem Betrachter... in Kommunikation zu treten.

Paulin transponiert ihre inneren Dialoge auf Leinwände, macht sie sichtbar für ihre Umwelt. Dialoge, die vermutlich nur jahrelang darauf gewartet haben, auf einer Leinwand festgehalten zu werden.

Eva Paulin kommuniziert erst seit drei Jahren über ihre Bilder mit ihrer Umfeld, regelmäßig zum Pinsel greift sie schon seit längerem. „An und für sich wollte ich nach dem Abitur Kunst studieren, doch meine Eltern legten ihr Veto ein“. Auch nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium der Romanistik und Orientalistik hagelte es heftigste Kritik seitens der Eltern, als Eva Paulin sich im zweiten Anlauf für ein Kunststudium einschreiben wollte. Beide Parteien einigten sich auf einen Kompromiss, der „Bühnenbildnerin“ hieß. 2011 zeigte sie zum ersten Mal ihre Bilder einem interessierten Publikum.

„Das war damals in Montreal, das Feedback war positiv“. 2012 bezog Paulin eine Künstlerresidenz im Kulturhuef in Grevenmacher, im vergangenen Jahr hat sie im Bettemburger Schloss ausgestellt.

Die Theaterfrau zieht übrigens Parallelen zwischen ihren beiden Tätigkeiten: Als Theaterregisseurin würde sie einen Text auf der Bühne umsetzen, als bildende Künstlerin ihre Ideen auf der Leinwand.


„Face II Face“ von Eva Paulin. Bis zum 30. September in Ute’s Galerie und Studio; 7, rue de la Gare, L-9184 Schrondweiler - www.evapaulin.com