LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Mann und Frau: Alle wollen Klartext reden, aber keiner tut es - davon ist zumindest „Journal“-Autorin Liz Mikos überzeugt

Man soll ja nicht verallgemeinern, aber diese Verallgemeinerung ist recht interessant und betrifft so ziemlich jeden von uns. Liebe Männerwelt, bitte nicht sofort laut aufschreien. Ihr seid nicht alle gleich. Wir haben es mitbekommen. Doch in einigen Punkten sind die meisten sich dann doch ganz schön ähnlich. Vielleicht liegt das auch am Klischee, dass Frauen auf die sogenannten Arschlöcher stehen. Jedenfalls hört man überall die gleichen Beschwerden. Den Satz, den man sowohl bei Männern und Frauen sehr häufig hört: „Die sind doch alle gleich!“ Dieser Satz fällt allerdings nie, wenn wir positiv überrascht oder zufrieden sind. Er bezieht sich immer nur auf die negativen Aspekte.

Das Kennenlernen

Das Kennenlernen: In der Theorie einfach, in der Praxis die Hölle auf Erden. Wer macht den ersten Schritt? Mann oder Frau? Aus der Perspektive der meisten Frauen, ist es ganz klar am Mann, den ersten Schritt zu wagen. Doch was tun, wenn der sich nicht traut? Oft ist er dann schon uninteressant, weil er in die Kategorie „Weichei“ fällt. Wenn er sich dann doch traut, ist es immer noch nicht egal, wie er das anstellt. Das Auftreten darf nicht zu plump, aber auch nicht zu schüchtern sein. Ein Mittelmaß zu finden ist allerdings auch extrem schwer. Was macht der Mann also? Er verlässt sich auf seinen Charme. Doch handelt es sich dabei nun um pure Selbstüberschätzung oder ein gesundes Selbstbewusstsein? Das weiß meist keiner so genau. Nun heißt es also wieder: „Frauen sind so kompliziert!“ Doch der Mann macht es seinem Gegenüber auch nicht wirklich einfach, denn oft weiß man als Frau überhaupt nicht, woran man ist. Wenn es dann endlich zum Kennenlernen kommt, könnte man ja eigentlich meinen, die größte Hürde wäre überwunden. Aber dann fangen die Komplikationen erst so richtig an.

Wissen, was man will

An einem Tag bist Du die Nummer eins, und am darauffolgenden Tag lässt man Dich fallen wie eine heiße Kartoffel. Du fühlst dich verarscht, meldest Dich nicht mehr und jetzt bist Du der Buhmann. Wer weiß, was er will, ist klar im Vorteil. Wenn man nichts von dem anderen will, gibt es eine ganz einfache Möglichkeit: Sag dem- oder derjenigen das doch einfach. So kann man so manche unnötige Diskussion vermeiden. Oft kommt dann noch das berühmte Gefühlschaos dazu, und wer bis dahin dachte, zu wissen, was er will, weiß es spätestens jetzt nicht mehr. Ob Mann oder Frau, beide sind manchmal ganz schön kompliziert. Zum Teil grenzt es schon an Beschränktheit. Sogar wer weiß, was er will, traut sich oft nicht, es auszusprechen.

Friendzone

Die Friendzone ist womöglich die mittlerweile meistbevölkerte Zone unseres Planeten. Der Typ oder das Mädchen ist nett, doch ich will nichts von ihm/ihr. Ab in die Friendzone mit der Person. Fragt doch einmal eure Freunde warum sie mit manchen Menschen „nur“ befreundet sind. „Ich habe den gefriendzoned. Eigentlich mag ich ihn ja total gern, aber ...“. Dieses berühmte „aber“ ist die Ursache, warum so viele Leute sich auf einmal in der Friendzone befinden. Da ist auch theoretisch gar nichts dabei. Man kann ja auch neue Freundschaften aufbauen. Blöd nur, wenn die betroffene Person davon nichts mitbekommt und sich weiterhin Hoffnungen auf etwas Ernsteres macht. Da kommt schon wieder dieses Problem vom Klartext reden auf. Irgendwie klappt das nie, wenn es notwendig ist. Bevor es heikel wird, ist es doch einfach, die Person mal schnell und unbemerkt in die Friendzone abzuschieben. Wer dies nicht tut, soll sich möglichst schnell im Klaren sein, was er will, sonst stehen schon wieder die nächsten Probleme und Diskussionen an.