ALAIN NATI

Deutsche institutionelle Investoren wie Pensionseinrichtungen oder Versicherungen sind auch am Finanzplatz Luxemburg eine wichtige Größe. Aber zu ihrem Anlageverhalten fehlten bislang echte Zahlen. Wie verhalten sich diese Anleger angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase? Welche Anlagen sind besonders beliebt? Wie nutzen sie aktuell und künftig den Finanzplatz Luxemburg?

Seit Beginn des Jahres 2012 analysiert Universal-Investment alle deutschen und luxemburgischen Anlagen auf ihrer institutionellen Plattform mit einem Gesamtvolumen von derzeit rund 190 Milliarden Euro. Dies entspricht etwa 14 Prozent des gesamten vom deutschen Fondsverband BVI erfassten Spezialfondsvermögens. Egal ob das Spezialfondsgesetz, die AIFM-Regelungen, SICAV-Strukturen oder das geplante neue Vehikel RAIF: Das Großherzogtum stellt unter Beweis, dass es innovativ und international ist und über ein positives regulatorisches Umfeld verfügt.

Das aktuelle Bild sieht wie folgt aus: Die ultraniedrigen Zinsen wirken sich stark auf die Anlageentscheidungen aus. Die Aktienquote liegt derzeit durchschnittlich bei etwa 30 Prozent, mehr als acht Prozent höher als 2012. Der Rentenanteil ging dagegen von 57 auf etwa 49 Prozent zurück, was in der derzeitigen Lage an den weltweiten Anleihemärkten wenig verwundert. Der größte Verlierer innerhalb des Rentensegments sind die Pfandbriefe; der größte Gewinner mit knapp einem Drittel die Unternehmensanleihen, die damit sogar Staatsanleihen knapp überholt haben. Derzeit gibt es aber bei beiden Schwergewichten eher eine Seitwärtsbewegung. Der Trend der letzten Zeit, der sich stark weiter entwickeln wird, liegt ganz klar bei Investments in Sachwertanlagen und Alternatives. Real Assets, wie Private Equity oder Infrastruktur steigen dabei besonders hoch in der Gunst der Investoren. Sie machen zusammen mit Immobilien aktuell 18,5 Milliarden Euro, also etwa ein Zehntel in der analysierten Datenbank aus.

Real Assets und der Standort Luxemburg

Die Anlageklasse Real Assets ist bei einigen institutionellen Investorengruppen immer noch vergleichsweise gering ausgeprägt, etabliert sich aber in großen Schritten. Der Finanzplatz Luxemburg spielt dabei eine wichtige Rolle. Schaut man sich beispielsweise die indirekte Anlage in Immobilien an, so sind die luxemburgischen Vehikel SCS und SCSp mit etwa einem Drittel derzeit erste Wahl deutscher Anleger. Auch Darlehensfonds, die durch die Zurückhaltung der Banken bezüglich ihrer Kreditvergabe ein großes Potenzial haben, spielen hierzulande eine bedeutende Rolle. Mehr als 70 Prozent der Manager der größten Fonds sind in Luxemburg angesiedelt. Der Standort bietet Lösungen sowohl für verbriefte als im Rahmen der Alternative Investment Funds (AIF) für unverbriefte Darlehen.
Generell ist Luxemburg also für deutsche institutionelle Anleger nach wie vor sehr attraktiv. Dies zeigt sich auch in den Nettoaktiva der ansässigen Investmentorganisationen, die stetig zunehmen.

Universal-Investment

Für alle Anlageklassen in allen Anlagevehikeln

Universal-Investment ist mit etwa 268 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen die größte unabhängige Fondsgesellschaft im deutschsprachigen Raum. Über 600 Mitarbeiter betreuen an den Standorten in Frankfurt und Grevenmacher rund 1.000 Investmentmandate. Von Frankfurt am Main und Luxemburg aus arbeitet die Gesellschaft weltweit mit rund 400 Asset Managern und über 30 Verwahrstellen zusammen. Der Fokus liegt auf der Strukturierung, der Administration und dem Risk Management für alle Anlageklassen in allen Anlagevehikeln. Mit über 23 Milliarden Euro gehört das Haus in Luxemburg inzwischen zu den größten Alternative-Investments-Plattformen deutscher Provenienz.