LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Staatsanwalt fordert zwölf Jahre Haft für Attacke mit zerbrochener Flasche

Während eines Drogendeals am 4. Mai 2010 kam es in der Straßburger Straße (Bahnhofsviertel) zwischen zwei Männern zu einem Streit. In derselben Nacht gegen 0.30 erreichte der Zwist dann seinen Höhepunkt um schließlich in einer blutigen Prügelei zu enden.

Feindseligkeit wegen einer Bagatelle

Beweggrund des Streits soll eine Unstimmigkeit über den Preis beim Verkauf einer kleinen Packung Haschisch gewesen sein. Während der Rauferei benutzte der Angeklagte eine zerbrochene Glasflasche als Waffe und stach auf das Opfer ein. Er verletzte sein Gegenüber so schwer, dass der Mann notoperiert werden musste. Der Angeklagte entzog sich der drohenden Verhaftung durch Flucht ins Ausland.

Er soll unter anderem eine Zeit lang Unterschlupf in Spanien gefunden haben. Laut Staatsanwaltschaft sei er während der Fahndung zeitweilig auch in Luxemburg gewesen.

Eine grenzüberschreitende polizeiliche Suche wurde eingeleitet. Der mutmaßliche Täter wurde schließlich
im Februar 2012 in der Fußgängerzone
in Trier während einer Personenkontrolle von der deutschen Polizei festgenommen und an die Luxemburger Justiz ausgeliefert.

Verteidigung: Körperverletzung

Verteidiger Pim Knaff hatte während des Prozesses gar nicht erst den Versuch unternommen, die Tat seines Mandanten in Frage zu stellen. Vielmehr wollte er das Gericht davon überzeugen, dass es sich bei der Attacke nicht um versuchten Totschlag handelte, sondern nur um schwere Körperverletzung. Der Verteidiger forderte das Gericht deshalb auf, die Anklage wegen versuchten Totschlags fallen zu lassen und seinen Mandanten nur wegen schwerer Körperverletzung zu verurteilen.

Staatsanwalt: Versuchter Totschlag

Anklagevertreter Seck ist dagegen von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Die Attacke mit der zerbrochenen Flasche sei „niederträchtig“ gewesen. Deshalb will der Staatsanwalt den Angeklagten wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung für zwölf Jahre hinter Schloss und Riegel bringen.

Reue vor Gericht

Nach den Plädoyers hatte der Angeklagte am Mittwoch das letzte Wort. Er räumte die Tat abermals ein.

Es täte ihm schrecklich leid, die Tat begangen zu haben, so seine Worte. Ob der Angeklagte mit seiner Reue überzeugen konnte und so bei der Strafzumessung Pluspunkte sammeln konnte, bleibt vorerst der Spekulation überlassen. Das Urteil wird am 4. Juni verkündet.