LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Véronique Fauconnet steht im Théâtre Ouvert Luxembourg auf und hinter der Bühne

Vom Parkplatz des Théâtre Ouvert du Luxembourg (TOL) blickt man auf das Lycée Technique de Bonnevoie, wo ein Teil der potenziellen TOL-Kundschaft sitzt. Das von der Künstlerischen Leiterin Véronique Fauconnet geleitete Theater gehört zu den kleineren Häusern in der Hauptstadt; im aktuellen Programmheft findet der Theaterbesucher erneut „La Malle de Molière“, ein Projekt, das sich explizit an junge Gymnasiasten richtet, und mit dem die Schauspieler des TOL ihnen das Werk des französischen Dramatikers lebendig erläutern möchten. Der Theaterkoffer wird von den Lehrern noch immer gebucht, auch wenn das Konzept bereits vor einigen Spielzeiten vorgestellt wurde. Jedes Jahr kämen neue Schüler, die Molière in der Klasse lesen würden, erklärt Fauconnet mit einem Lachen, während sie in einem kleinen Raum hinter der Bar des Theaters, der als Garderobe dient einen Kaffee zubereitet. Vor ein paar Tagen feierte mit „Independent Little Luxembourg“ die erste Koproduktion zwischen dem Theater in der Route de Thionville und dem Kollektiv Independent Little Lies Premiere.

Eigene Inszenierung

Schauspielerin Frédérique Colling hatte der Leiterin des TOL vom Projekt erzählt, Fauconnet lud die Truppe in ihr Theater ein, um die neue Produktion zu inszenieren, die auf Luxemburgisch ist. Dies stelle aber kein Problem dar, betont die Schauspielerin und Regisseurin, dessen Haus auf Theaterproduktionen auf Französisch fokussiert ist. Als „Sprachenversammlung“ bezeichnet Fauconnet die Gemeinschaftsproduktion „Libertés -Mehr als Gedankenfreiheit“, die Anfang Januar kommenden Jahres gemeinsam mit dem Kasemattentheater in Bonneweg inszeniert wird.

Fauconnet ist in dieser Spielzeit in der Produktion „Love Letters“ von A.R. Gurney zu sehen, ein Stück, das sie vor vier Jahren entdeckt hat und für das sie endlich die Aufführungsrechte bekommen hat. Ihr persönliches Highlight ist ihre eigene Inszenierung von „Les lois de la gravité“, eine Produktion, die ihr am Herzen liege, unterstreicht sie und in der die Frage aufgeworfen wird, wie weit ein jeder für den anderen kämpfen möchte.

In der vergangenen Spielzeit sahen knapp 3.500 Zuschauer die einzelnen Produktionen des TOL, dessen Saal 60 Zuschauer fasst.


www.tol.lu