BERLIN/BRÜSSEL/LUXEMBURG
DPA/EU-KOMMISSION/LJ

Der 11.2. - der europäische Notruftag - Eine Nummer hilft in ganz Europa

Gestern, am 11. Februar, also am 11.2., war der europäische Notruftag. Warum wurde das Datum gewählt? Weil es mit dem europaweiten Notruf 112 identisch ist! Laut EU-Kommission gibt es EU-weit 225 Millionen Notrufe pro Jahr. Die Europäer sind aus beruflichen oder privaten Gründen immer häufiger in anderen Ländern der EU unterwegs, weshalb eine EU-weit einheitliche Notrufnummer sehr sinnvoll ist. Der zweite Grund, warum die europaweite Notrufnummer 112 Werbung braucht, liegt darin begründet, dass laut der neuesten Untersuchung der EU nur 49 Prozent der EU-Bürger wissen, dass die 112 europaweit gültig ist.

Feuer in Finnland - Unfall in Ungarn: 112

Darauf weisen auch die europäischen Feuerwehren hin: Urlauber und Einheimische können im Notfall in ganz Europa unter der Telefonnummer 112 Hilfe holen. Ob Feuer in Finnland oder Unfall in Ungarn. Eine der häufigsten Situationen, in denen die Feuerwehr zuständig ist, sind Autounfälle mit Verletzten, schwere Verletzungen wie zum Beispiel tiefe Schnittwunden oder großflächige Verbrennungen und Bewusstlosigkeit.

„Rufen Sie in solchen Fällen umgehend die 112 an und lassen Sie sich vom Disponenten durch das Notrufgespräch führen“, raten die Feuerwehren. Wenn der Anrufer bei großem Andrang in der Warteschleife landet, geben die Experten den dringenden Rat „Legen Sie dann auf keinen Fall auf, wir nehmen den Anruf entgegen, sobald wir können.“ Wer einfach auflegt, stellt sich beim nächsten Anruf wieder hinten an. Im Notfall kostet das unnötig Zeit.

Ist jemand unsicher, ob es sich um einen Notfall handelt, kann er ebenfalls die Notrufnummer anrufen. Auch wenn sich die vermeintlich brenzlige Situation später als Bagatelle entpuppt, ist es keine Katastrophe. Wer im guten Glauben, dass es ein Notfall ist, anruft, macht nichts falsch. Aber Vorsicht weder eine defekte noch Toilettenspülung noch ein Kratzer am Finger sind Notfälle.

Egal wo und womit

Die 112 kann von überall her erreicht werden: Egal ob Festnetz, öffentliches Telefon oder Mobiltelefon. Beim Handy muss allerdings eine SIM-Karte eingelegt sein. Wer bei der 112 ans Telefon geht, ist auf Notfälle vorbereitet:

Das Gespräch mit der Notrufnummer ist immer kostenlos

Fake-Anrufe bei der 112 sind in den meisten europäischen Ländern strafbar.

Was tun bei Krankheitsfällen?

Auch bei gesundheitlichen Problemen, die kein Notfall sind - hohes Fieber, anhaltender Durchfall, starke Ohrenschmerzen, eine akute Blasenentzündung oder akute Rückenschmerzen - brauchen Menschen Hilfe. In Luxemburg stehen dafür die Ärztehäuser (Maison médicales)von 20.00 bis 24.00 zur Verfügung. Zwischen 0.00 und 7.00 übernimmt die 112 die Vermittlung an die diensthabenden Ärzte des ärztlichen Notdienstes oder das Personal der Notrufzentrale entscheidet sich für den Einsatz eines Rettungswagens.

Bei den deutschen Nachbarn gibt es neben der 112 die einheitliche Rufnummer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst für solche Fälle

2017: 262.706 Notrufe in Luxemburg

2017 sind bei der Notrufzentrale „112“ exakt 262.706 Anrufe eingegangen, die 64.162 Rettungseinsätze zur Folge hatten. Dies entspricht einem Notruf alle zwei Minuten und einem Rettungseinsatz alle neun Minuten - rund um die Uhr im ganzen Jahr 2017.

Weitere Informationen zum luxemburgischen Rettungssystem finden sich im Internet unter „112.public.lu“.