LUXEMBURG
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Luxemburger Rettungsdienste sind für neues Notrufsystem gerüstet

Das Unternehmen STRABAG Infrastructure & Safety Solutions GmbH (SISS) stattete als Herstellerin des Kommunikationsmanagement-Systems NGS3600 die Landesleitstelle für den Rettungsdienst und die Feuerwehren des Großherzogtums Luxemburg im Rahmen der Reformbestrebungen mit der eCall-Funktionalität aus. Beim eCall-Dienst handelt es sich um ein automatisches Notrufsystem für Fahrzeuge, das über einen Crash-Sensor einen Notruf zur zuständigen Leitstelle absetzt und wesentliche Daten wie etwa den Standort, die Zahl der Passagiere und die Art des Treibstoffs überträgt und damit den Einsatzkräften ein rasches Handeln ermöglicht (das „Journal“ berichtete). Eine zusätzliche Sprachverbindung zum verunglückten Fahrzeug erleichtert den Hilfsorganisationen die Abschätzung der Lage vor Ort. Ab dem 31. März 2018 wird dieses System bei allen neuen Pkw-Modellen in der EU Pflicht.

Luxemburg erhielt alserstes EU-Land Zertifizierung

„Das Großherzogtum Luxemburg ist ein Projektpartner des zugehörigen EU-Projekts I_HeERO, das die EU-weite Implementierung des eCall-Diensts zum Ziel hat“, teilte das Unternehmen vor geraumer Zeit mit. Das Großherzogtum habe unter Aufsicht der Zertifizierungsstelle NavCert auf dieser Basis nun die Konformitätsbewertung abgeschlossen und sei somit das erste eCall-zertifizierte Land der EU, was gestern von der Leitstelle „Central des Secours d’Urgence du 112“ (CSU112) entsprechend kommuniziert wurde. Bereits im November 2017 hieß es , dass man „eCall ready“ sei, wie die Leitstelle gegenüber dem „Journal“ bestätigte. Jérôme Gloden, stellvertretender Einsatzleiter der Notrufleitstelle, präzisierte, man habe bereits bei der Ausschreibung der neuen Leitstelle diesen Punkt von eCall mit aufgenommen, „so dass wir nun weit vor dem Datum 31. März 2018 fertig waren.“ Denn zu diesem Datum müssen die europäischen Notrufzentralen entsprechend bereit sein. „Wir haben unsere Tests mit Firmen durchgeführt und können starten, dafür haben wir als erstes Land in der EU die Zertifizierung bekommen.“ Bisherige Systeme gehen noch über die entsprechende Zentrale des Autoherstellers, der dann die Daten an die Rettungskräfte weitergibt. Ab 2018 soll dann dieser Zwischenschritt wegfallen.

Die „klassischen“ Informationskanäle der Notruftelefonie, des Behördenfunks und weiteren Quellen würden durch die Aufbereitung und Bereitstellung der neuartigen Medien und Dienste ergänzt, dies ermögliche so eine sichere und rasche Bearbeitung für das Personal, wie es offiziell heißt.

Was die Kosten für dieses System anbelangt, so konnte Gloden die nicht genau beziffern, da dies eben schon im Neubau mit eingeplant war. „Es war für uns vor allem sehr personalintensiv“, sagt Gloden.