Gibt es ein Sicherheitsproblem bei den hauptstädtischen Bussen? Ist ein Bustyp besonders anfällig für technische Defekte, die einen Brand auslösen können? Dieser Ansicht ist auf jeden Fall der FNCTTFEL-Landesverband.
Öffentlicher Vorfall
Am vergangenen Donnerstagnachmittag fängt ein Bus an einer Haltestelle in der Avenue de la Porte Neuve Feuer. Als der Brand ausbricht, befinden sich noch Passagiere an Bord. Sie können sich aber in Sicherheit bringen, so dass niemand verletzt wird.
Die Feuerwehr wird alarmiert und kann die Flammen schnell löschen. Vermutet wird als Brandursache ein technischer Defekt bei den Gelenkbussen der Marke Iris.
Doch dies soll kein Einzelfall gewesen sein, resümiert der FNCTTFEL-Landesverband in einer Stellungnahme. „Am Tag vorher machte sich nämlich auf dem Betriebsgelände des städtischen Busdienstes eine starke Rauchentwicklung an einem Bus des gleichen Herstellers bemerkbar“, heißt es von Seiten der Verbandsleitung.
Besorgniserregend
Auch gestern Morgen musste nach Informationen des Landesverbandes die Feuerwehr wieder ausrücken, was die Polizei bestätigt. „Bei einem Bus des gleichen Typs wurde am Bahnhof in der Stadt
Luxemburg starke Rauchentwicklung festgestellt.“
Der FNCTTFEL-Landesverband zeigt sich daher besorgt über die aktuellen Fälle im Personennahverkehr. Auch in Metz-Magny soll es nämlich am letzten Freitag zu einem Brand in einem Bus diesen Typs gekommen sein, „auch in Frankreich handelt es sich nicht um einen Einzelfall“, wie Yannick Jacques präzisiert.
Auch Probleme in anderen Ländern - Stadt Luxemburg reagiert
Auch hier gab es verschiedene Vorfälle, „wie bei uns ist aber auch nicht alles an die Öffentlichkeit gekommen“, sagt Jacques weiter. „Um die Sicherheit sowohl der Fahrer als auch der Fahrgäste garantieren zu können, fordert der Landesverband die Gemeindeverantwortlichen auf, mit sofortiger Wirkung seine Busmodelle dieses Herstellers aus dem Verkehr zu ziehen - dies, bis die Brandursache eindeutig geklärt und behoben ist!“ Vermutet wird, da die Dampfentwicklung und auch der Brand immer vom Motor ausgingen, dass vielleicht ein Leitungsproblem bestehen könnte. Brennbare Flüssigkeiten wie Öl oder Treibstoff könnten sich am Motorblick entzünden.
Bereits im Jahr 2012 gab der Landesverband sich kritisch gegenüber den Iris-Bussen: „Die Busse der Marke Iris waren von Anfang an eine Fehlanschaffung (...) Neben einer Anzahl an kleineren und mittleren Problemen bereitete vor allem das Fehlen von Leistung, insbesondere beim Anfahren an Kreuzungen oder in Steigungen große Probleme“, wurde damals angeführt.
Am gestrigen Nachmittag reagierte dann die Stadt Luxemburg. Infolge der Rauchentwicklung und Brände bei den Bussen vom Hersteller Iveco/Irisbus habe die Stadt entschieden, die vierzehn Busse des Typs aus dem Verkehr zu nehmen, „bis der Ursprung der Zwischenfälle mit Gewissheit bestimmt werden kann“, heißt es in der Pressemitteilung. Nach einer ersten Begutachtung der Schäden „könnte der Wechselstromgenerator des Busses das Problem verursacht haben.“. Eine Überprüfung der ganzen Flotte werde vorgenommen, teilt die Stadt Luxemburg mit.



