LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

„Solistes Européens Luxembourg“ bieten wieder neue Entdeckungen

Bekannte Werke der großen Komponisten und wenig bekannte Stücke in einem Programm auf die Bühne bringen: Darin liegt die Stärke der „Solistes Européens Luxembourg“ (SEL), die seit 25 Jahren gemeinsam spielen. Sie treten in europäischen Ländern auf und stehen regelmäßig in Luxemburg auf der Bühne, so geben sie in Luxemburgs neuer Philharmonie in jeder Saison zwei Konzertzyklen. Auch in der kommenden Saison 2017/2018 haben die Musiker wieder ein Programm mit 14 besonderen Konzerten auf die Beine gestellt. Mit der vergangenen Saison ist man laut neuem Präsident Jérôme Wigny sowohl künstlerisch als auch finanziell sehr zufrieden.

Bach-Abend mit Kit Armstrong

Musikdirektor und Orchesterchef Christoph König wird mehrere Konzerte dirigieren. Für den 13. November kündigt er unter dem Titel „Sous-estimés dans la patrie - In der Heimat unterschätzt“ Werke von Louise Farrenc, Tatsiana Zelianko und Ludwig van Beethoven an, am Klavier wird Elisabeth Leonskaja zu hören sein. Um die Beziehung zwischen Beethoven und Johannes Brahms geht es am 5. Februar bei dem Konzert „L‘ombre de Beethoven - Beethovens Schatten“, bei der ein sehr sinfonisches „Concerto pour piano“ von Brahms gegeben wird. Ein besonderes Stück im Werk des Komponisten, der laut König „sehr lange für seine erste Sinfonie gebraucht“ hat.

Freunde von Bach werden sich auf den 19. März freuen: Dann sitzt für das Konzert „Tout commence avec Bach - Aller Anfang ist Bach“ der junge und derzeit viel gebuchte Kit Armstrong am Klavier. „Das ist das erste Mal, dass wir mit ihm arbeiten und wir sind darüber sehr froh“, bekräftigt König. Auf dem Programm stehen an diesem Abend nicht nur Werke von Johann Sebastian Bach und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel sowie von Felix Mendelssohn Bartholdy, sondern auch von Giacinto Scelsi. „Scelsi ist relativ unbekannt, seine Musik liefert ungewohnte Klänge, die einen die folgende Musik mit ganz anderen Ohren hören lässt“, berichtet der Dirigent über den 1988 gestorbenen Italiener.

Neue digitale Wege

Ein weiterer Höhepunkt der kommenden Saison sind die vier Mozart-Abende am 27. und 29. November sowie am 15. und 22. Januar mit Jean Muller. Die Abende geben die Möglichkeit, den vermeintlich sehr gut bekannten Komponisten Mozart und seine Sonaten neu zu entdecken. So ist es auch dem Pianisten selbst ergangen: „Auch mir war vorher nicht klar, wie viel Humor Mozart eigentlich hatte“, erzählt Muller.

Derweil wollen die „Solistes Européens Luxembourg“ auch ein neues Publikum und neue Veröffentlichungskanäle erschließen. Aufnahmeleiter Marco Battistella plant, ab dem Sommer viele Stücke aus Konzerten auf Musikstreaming-Dienste wie Spotify oder iTunes zu stellen. „Damit wollen wir die digitale Präsenz erhöhen und auch junge Musikhörer ansprechen, die sich nicht eine ganze CD kaufen wollen, nur weil ihnen ein Stück besonders gut gefällt.“ Verdienen werde man damit kaum etwas, die Ausschüttungen liegen laut Tontechniker Maurice Basnich im Centbereich, aber für die SEL ist es Investition in die Zukunft.


Weitere Infos zum Programm unter www.sel.lu