LUXEMBURG
GRIGORIJ RICHTERS

Von Paris bis nach Berlin und das zu Fuß. Mit seiner Aktion „I march for you“ will der in Luxemburg wohnende Filmemacher Grigorij Richters Aufmerksamkeit auf das Schicksal von Flüchtlingskindern lenken, die ohne ihre Eltern nach Griechenland gekommen sind und nun dort unter den schlimmsten Bedingungen leben müssen. Richters hofft, Politiker und andere Verantwortliche dazu zu bewegen, dass diesen Kindern endlich Asyl gewährt wird und bei Familien oder entsprechenden Strukturen unterkommen, und zwar noch vor Weihnachten. 

„Seit dem 27. September bin ich unterwegs nach Berlin, nehme dabei aber nicht den direkten Weg, sondern laufe über unter anderem Lille, Brüssel und Köln rund 1.400 Kilometer. Ich mache dabei wortwörtlich eine Million Schritte für Flüchtlinge, und zwar vor allem für die knapp 1.000 Flüchtlingskinder, die zurzeit im griechischen Flüchtlingslager Moria, das als eines der schlimmsten Flüchtlingslager der Welt bezeichnet wird - und wir alle als EU-Bürger mitfinanzieren. Dabei werden die Kinder misshandelt, sind ohne Eltern und durchleben somit die Hölle. Da ich mit einigen Kindern in direktem Kontakt stehe, weiß ich diese Dinge aus erster Hand.

Mit meinem Marsch möchte ich bei der EU und den Mitgliedsländern auf das Schicksal dieser Kinder aufmerksam machen und sie zum Handeln bewegen. Diesen Kindern Asyl zu bewähren, wäre humanistisch ein großer Schritt, denn viele der Kinder haben keinerlei Perspektive. Dabei werde ich von meiner Frau und unserem Hund begleitet. Meine Frau fährt dort, wo es möglich ist, mit einem kleinen Bus vor, den wir extra für diese Aktion bunt bemalt haben. Somit fällt dieser auf und Leute kommen auf uns zu. Das war in Paris der Fall und auch in vielen anderen Städten und Dörfern, die wir in den letzten Tagen passiert haben. Immer wieder werden wir von Leuten angesprochen. Einige gehen auch einen Teil der Strecke mit mir mit. Wir sammeln auch Unterschriften für eine Petition, die ich gestartet habe. Alleine, als ich beim Manneken Pis in Brüssel stand, habe ich mehrere hundert Unterschriften sammeln können. Und den Bus zieren nun rund 1.200 Unterschriften. Das sorgt für zusätzlich Aufmerksamkeit.

Die Aktion wird auch von verschiedenen Organisationen unterstützt. Auch 13 Bürgermeister deutscher Stätte haben mir ihre Unterstützung versichert. Einige wollen sogar einige der Kinder bei sich aufnehmen. Dafür muss jedoch auch auf Bundesebene die Unterstützung bestehen. Wenn wir dann in rund zwei Wochen in Berlin ankommen, werden mich voraussichtlich einige Hundert Menschen auf den letzten Kilometern begleiten. Das wird dann ein deutliches Zeichen an die Bundesregierung und die gesamte EU senden.

Ich hoffe, dass wir am Ende, wenn wir in Berlin ankommen, viele Unterschriften gesammelt haben. Wer uns dabei unterstützen möchte, der findet die Petition unter tinyurl.com/y9rfmssq“.