LUXEMBURG
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Erneuerbare Energie ist Trumpf: Soler stellt neue Windkraft-Projekte für Luxemburg vor

Es gibt 42 Windkraftanlagen, verteilt auf sieben Windparks; drei Wasserkraftwerke, die neben den Windparks betrieben werden; 110,75 MW installierte Leistung seit Ende 2016; umgerechnet 47.100 Haushalte, die mit erneuerbarer Energie versorgt werden sowie über 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung, im Ausbau und im Betrieb erneuerbarer Energien in Luxemburg: Das ist „Société Luxembourgeoise des Energies Renouvelables S.A.“ (Soler), die 2001 gegründete Gesellschaft, an der SEO (Société électrique de l’Our S.A.) und Enovos Luxembourg S.A. jeweils zur Hälfte beteiligt sind. Die Gesellschaft verfolgt die Projektentwicklung, die Planung, den Bau und Betrieb von Anlagen für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen.

Elf Prozent aktuell

„Außer der Betriebsführung von Laufwasserkraftwerken in Esch-Sauer, Rosport und Ettelbrück, ist die Soler S.A. Initiator und Betreiber von gegenwärtig sieben Windparks in Luxemburg und hat sich zum Ziel gesetzt, auf das von der EU an Luxemburg ausgegebene Ziel, bis 2020 elf Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, hinzuarbeiten“, sagte SEO-Generalsekretär Paul Zeimet. Für Luxemburg bedeutet dies, dass aktuell elf Prozent des finalen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien stammen soll. Durch die Entwicklung neuer Projekte ist der Ausbau einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Versorgung Luxemburgs mit Strom auch in Zukunft gewährleistet. Dabei sieht die Soler aktuell das größte Potenzial neben der Fotovoltaik im Bereich der Windenergie. Darüber hinaus könnten noch kleinere Projekte bei Kleinlaufwasserkraftwerken verwirklicht werden, wie gestern auf einer Vorstellungspressekonferenz zu neuen Projekten des Unternehmens betont wurde.

Im Rahmen der Förderung und Erzeugung erneuerbarer Energie übernehme die Windkraft das aktuell größte noch wirtschaftlich nutzbare Potenzial, wie betont wurde. Als Beispiel wurde die jährliche Energieproduktion einer Windkraftanlage neuester Generation angeführt, die dem Stromverbrauch von 1.400 Vier-Personenhaushalten entsprechen würde. Im Schnitt kostet ein solches Windrad 5,5 Millionen Euro und ist etwa 20 Jahre in Betrieb.

In diesem Sinne entwickele Soler derzeit weiterhin Projekte im Großherzogtum Luxemburg, wie Zeimet ausführte. Neben den sich in Betrieb befindlichen Wasser- und Windkraftanlagen entwickelt die Soler aktuell weitere Windparkprojekte. Hierbei werden die Standorte der Windparks sorgfältig ausgewählt. Detaillierte Umwelt- und Windstudien werden dabei regional und lokal durchgeführt, bevor die Genehmigungsprozeduren, der Bau und die Inbetriebnahme geplant werden. Wichtig für die Soler ist bei allen Projekten, die nationalen Grenzwerte hinsichtlich Schall und Schattenwurf einzuhalten wie auch den Umweltschutz zu gewährleisten. Die Soler realisiert partnerschaftliche Windparkprojekte, das heißt sie steht zum einen während der Entwicklung, dem Bau und dem späteren Betrieb in regelmäßigem Kontakt zu den Gemeindeverantwortlichen und den Bürgern der betroffenen Gemeinden. Zum anderen ermöglicht sie Bürgerbeteiligungen an den Windparks.

Windkraft sei ein wesentlicher Bestandteil, wenn es darum geht, die europäischen 2020-Ziele zu erreichen. Vier weitere Windparks, nämlich „Sudwand, Kanton Réiden, Miersch und Aerenzdall“ sind so mit anderen Partnern in der Planung. 32.200 Haushalte oder 128.800 Personen sollen hierdurch mit Strom versorgt werden. „Neben der Transparenz und Kompetenz bei der Projektentwicklung spielen für Soler hierbei die Partnerschaftlichkeit und Akzeptanz der Bürger und der Gemeindeverantwortlichen eine übergeordnete Rolle“, wie betont wurde, weshalb auch viele Infoabende zu den Projekten durchgeführt wurden.

Transparente Projektphasen

Der „Wandpark Sudwand“ mit neun Anlagen (Leistung: 27 MW) soll 56,7 Millionen kWh/Jahr bringen, für 12.600 Haushalte. Informationsveranstaltungen fanden bereits statt. „Kanton Réiden“ soll mit sechs Anlagen 8.400 Haushalte bedienen können. Auch hier wurde schon vor Ort informiert. „Miersch“ wartet mit einer Leistung von 31,5 Millionen kWh/Jahr für 7.000 Haushalte auf. An drei Informationsabenden wurde über das Projekt aufgeklärt, ebenso wie über das Projekt „Aerenzdall“, das 4.200 Haushalte mit drei Anlagen versorgen soll. Diese Parks sollen 2020 ihren Betrieb aufnehmen, wie die Projektleiter Guy Uhres und Charel Gleis erklärten. Potenzial- und Machbarkeitsstudien wurden den Gemeindeverantwortlichen und Bürgern so vorgestellt. Dabei sei die Akzeptanz der Windmühlen für Luxemburg weiterhin in der Bevölkerung vorhanden, wie die Soler-Führung betonte. Dies nicht zuletzt mit Blick auf die Umweltaspekte und Renaturierungsmaßnahmen, die von dem Unternehmen durchgeführt werden. „In den Gesprächen mit den Bürgern bei den Versammlungen konnten viele bestehende Bedenken aus dem Weg geräumt werden“, sagte Zeimet, wobei auf die strengen Grenzwerte für Luxemburg bezüglich Schall, Schattenwurf oder auch die Studien über den Einfluss auf die Natur und die Tierwelt (beispielsweise die Vögel und Fledermäuse) hingewiesen wurde, worauf auch Direktionsrat Laurent Winkin hinwies.

Ziel: 27 Prozent bis 2030

Mit 17 Windkraftanlagen in den Parks „Duelem (hier ist die Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen), Garnich, Harel-Walter-Eeschpelt und Windwower (sind in der Ausarbeitung)“ komme eine weitere Leistung für 19.250 Haushalte zusammen. Diese sollen 2019 in Betrieb genommen werden. Alles mit Blick auf das Ziel 2030, dass dann rund 27 Prozent der Energie aus „erneuerbaren Quellen“ stammen soll. Unter dem Strich entspricht die Leistung eine Einsparung von über 150.000 CO2 pro Jahr.

www.soler.lu