DEN HAAG
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In Finnland, Spanien und Schweden tätiger Sex-Online-Ring ausgehoben - 1,5 Millionen Euro an Gewinnen auf Konten in Hongkong eingefroren

Der Schwerpunkt der Operation richtete sich gegen eine finnische organisierte kriminelle Gruppe, die sich mit Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Geldwäsche beschäftigte. Mit Unterstützung von Europol und Eurojust hat die spanische Nationalpolizei mit nationalen Behörden aus 14 anderen Ländern zusammengearbeitet, um den Schlepperring zu sprengen.

Die gemeinsame Operation führte zu sechs Verhaftungen, 16 Stilllegungen von Webseiten und mehreren Beschlagnahmungen von Geld- und Luxusgütern. Nach dem Aktionstag am 26. März 2019 wurden auch die Bankkonten der Verdächtigen in zwölf verschiedenen Ländern gesperrt, wie Europol gestern mitteilte.

Die spanischen Behörden hatten 2016 eine Untersuchung gegen einen finnischen Staatsbürger eingeleitet, der des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und der Geldwäsche verdächtigt wird. Der Hauptverdächtige mit Wohnsitz in Marbella, Spanien, soll Webseiten verwaltet haben, die für sexuelle Dienste werben. Die Operation wurde durch eine Untersuchung einer Gruppe von Opfern, die überwiegend nigerianischer Herkunft sind, ausgelöst. Der mutmaßliche Kopf der kriminellen Gruppe wurde in mindestens 15 Ländern kriminell aktiv. Er nutzte Vermittler, um kriminelle Erlöse auf internationale Multi-Währungs-Bankkonten zu leiten. Neben der Nutzung ausländischer Unternehmen und Bankkonten umfasste die Geldwäsche auch relativ geringe Investitionen in Kryptowährungen. Fast drei Millionen Euro an Beschlagnahmungen und eingefrorenen Vermögenswerten wurden registriert.

Zwischen Finnland, Spanien und Schweden wurde ein gemeinsames Ermittlungsteam eingerichtet, um die Untersuchungen zu beschleunigen. Europäische Untersuchungsaufträge wurden an Bulgarien, Estland, Deutschland, Malta, Rumänien, die Niederlande und das Vereinigte Königreich verschickt. Die Ausstellung eines internationalen Ersuchens an China, Panama und Russland erleichterte die finanzielle Untersuchung des Geldwäschesystems.

Am Tag der gemeinsamen Aktion gingen die Strafverfolgungsbehörden in Finnland, Hongkong, Malta, Rumänien und Spanien gleichzeitig vor. Siebzehn Haus- und Bankdurchsuchungen wurden durchgeführt und sechs Verdächtige verhaftet. Zu den Beschlagnahmungen gehörten Luxusautos, Schmuck, etwa 30.000 Euro in bar, digitale Beweise und Unterlagen im Zusammenhang mit der Untersuchung der Geldwäsche sowie Immobilien in Finnland.

Europol unterstützte den Aktionstag durch den Einsatz von Experten für die Bekämpfung von Menschenhandel, Cyberkriminalität und Vermögensrückgewinnung in drei der an der operativen Tätigkeit beteiligten Länder, um Informationen in Echtzeit mit den Datenbanken von Europol abzugleichen. Europol unterstützte die Beschlagnahme der Online-Domänen in Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Dienstleistern.