LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Empfindliche Haftstrafen im „March for Freedom“-Prozess gefordert

Sie wollten einen gewaltfreien Protest organisieren. Daraus wurde eine Ausschreitung mit Krawallen. Die Rede ist von den Ausschreitungen rund um die Manifestation „March for Freedom“ vom 4. Juni 2014 in Luxemburg/Kirchberg.

Sechs Demonstranten wird Rebellion, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Angriff auf Polizisten vorgeworfen. Vier von ihnen stehen vor Gericht. Gestern war niemand von den Angeklagten anwesend. Am Donnerstag hat der Anklagevertreter sein Plädoyer verlesen. Für ihn war es kein Friedensmarsch. Obschon Slogans wie „Freedom for refugees“ gerufen wurden, sei das eine Frontalattacke gegen den Staat gewesen. Nicht mal eine Genehmigung lag den Autoritäten vor, die Manifestation sei illegal gewesen.

Der Anklagevertreter kam dann auf die Videoaufnahme zu sprechen. Diese wäre sehr subjektiv gewesen. Man sehe nur Aktivisten, die von den Polizisten festgesetzt wurden. Die Polizisten seien aber absichtlich attackiert wurden. Denen blieb nichts anderes übrig, als sich zu wehren. Das würde aber nicht in der Videoaufnahme gezeigt. „Die Kirche soll im Dorf bleiben“, sagte der Vertreter der Anklage, für den die bedingte und organisierte Rebellion der Angeklagten feststeht. Einige Angeklagten sind bereits wegen Beleidigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorbestraft.

Der Anklagevertreter, der mehr als 40 Minuten lang plädierte, forderte für jeden der Angeklagten 18 Monate Haft wegen Rebellion und Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung, plus Geldstrafe in Höhe von 2.000 Euro. Die beiden Verteidiger Laura Urbany und Sam Ries sagten abschließend, allein das Gericht sei befugt, ein angemessenes und gerechtes Strafmaß zu finden. Sie beantragten mildernde Umstände für ihre Mandanten. Das Urteil wird am 18. Mai gesprochen