LUXEMBURG
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Luxemburg kauft medizinisches Cannabis für rund 50.000 Euro

Cannabis ist ja bekanntlich jetzt in Luxemburg als medizinisches Mittel erlaubt. Und Cannabis werde in Zukunft seinen entsprechenden Platz in der Medizin in Luxemburg haben, davon sind die Befürworter überzeugt. Cannabis, als Droge verschrien, wurde früher quasi als Allroundmittel in der Medizin eingesetzt, doch dies war lange vergessen. Dieses Thema beschäftigt auch den „Piraten“-Abgeordneten Marc Goergen, der sich mit einer parlamentarischen Anfrage zu medizinischem Cannabis an das Gesundheitsministerium gewendet hat. So möchte Goergen wissen, ob es in Luxemburg eine öffentliche Ausschreibung „fir eng Commande“ von medizinischem Cannabis gab und wenn ja, welche Kriterien hierzu ausgeführt wurden.

Aus Kanada - vorläufig

Hierzu schreibt Gesundheitsminister Etienne Schneider: „Am Dezember 2018 huet d’Direktioun vun der Santé fir mam Projet vum medezineschem Cannabis unzekommen eng procédure restreinte gemaach wou 3 Offeren ugefrot gi sinn an och era komm sinn.“ Diese wurden auf Basis von Produktions- und Qualitätskriterien, Liefermöglichkeiten und Preis evaluiert.

Es wurde eine kanadische Sozietät zurückbehalten und es sei eine Bestellung gemacht worden, wie Schneider ausführt. Rund 20 Kilo seien gekauft worden und zwar in Form von drei verschiedenen Produkten mit getrockneten Blumen, die jeweils verschiedene THC- und CBD-Werte enthalten. Der Preis von dieser Bestellung lag bei rund 50.000 Euro, so Schneider in seiner Antwort. In den nächsten Wochen würde eine europäische Ausschreibung gemacht, wo zusätzlich zu den bereits drei vorhandenen Produkten, die in den Krankenhausapotheken erhältlich sind, drei weitere Öl-Sorten hinzukommen sollen. Diese europäische Ausschreibung habe als Ziel, einen oder mehrere Lieferanten zu finden, die Luxemburg bis Ende 2020 beliefern können. Auf die Frage nach bilateralen Vereinbarungen mit europäischen Nachbarländern hin, führt Schneider aus, dass selbstverständlich alle Modelle von den Nachbarn analysiert wurden, dass es aber keine Vereinbarungen gab, weil jedes Land seine eigenen Gesetzgebungen in dieser Sache habe und es auch spezielle Konditionen je nach Land für diese Produkte gibt. Was den Bereich von Cannabis für andere Zwecke angeht, so seien auch schon Gespräche geführt worden, und zwar mit den europäischen Nachbarn wie beispielsweise Holland, aber auch mit Kanada. Doch es sei noch zu früh, Informationen über diese Gespräche mitzuteilen - auch in Hinsicht auf die Koalitionsvereinbarungen.

Das Gesetz über medizinisches Cannabis sieht vor, dass der Verkauf über die Apotheken der Krankenhäuser geschehen soll, was eine gewisse Kontrolle gewährleisten würde. Auch sei den Apothekern eine Kontrolle vor Ort möglich, um genau zu sehen, welcher Patient genau wie viel Gramm Cannabis braucht, damit kein Missbrauch stattfinden kann.