LUXEMBURG
DANIELA NOESEN

Luxemburg ist in Sachen biologischen Landbau immer noch ein europäischer Nachzügler. Wo man in Österreich schon bei 23 Prozent Biolandwirtschaft bei der landwirtschaftlichen Fläche angekommen ist, dümpelt man hierzulande noch bei 4,6 Prozent herum. Daniela Noesen von Bio-Lëtzebuerg plädiert für ein Umdenken 2019 damit das gesetzte Ziel von 20 Prozent erreicht wird:

„Ziele und Aufgaben, die an die Landwirtschaft verteilt wurden sind vielfältig und anspruchsvoll. Gemeinsam die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft steigern und dabei die Gesellschaft mit- und in die Pflicht nehmen. Dazu muss der Berufsstand mit gutem Beispiel vorangehen. Ökonomie ist wichtig, aber nicht alles. Es muss nicht immer nur mehr, größer, weiter sein. Die Betriebe sollten auch an eine gesunde Konsolidierung denken, anstatt das Wachstum zum Allheilmittel zu erklären, auch wenn der technische und digitale Fortschritt Arbeitsentlastung verspricht. Sicherlich sind technische Neuerungen sinnvoll zu nutzen, allerdings ohne sich ihnen gänzlich zu unterwerfen. Gläserne Betriebe dürfen nicht das Ziel sein, auch wenn es für die Agrarindustrie wünschenswert wäre.

An dieser Stelle verweise ich gerne auf einen Artikel von Alexander Feldmann in dem er berichtet‚ warum Effizienzsteigerung allein keine Lösung ist‘. In diesem Artikel erklärt er die Wirkung der Konsistenz und Suffizienz, die berücksichtigt werden müssten: ‚Konsistenz betrifft die Art und Weise in der gewirtschaftet wird, also: nachhaltig und kreislaufwirtschaftlich. Und Suffizienz meint ‚genug haben‘, also das richtige Maß.‘ Sein Artikel bezieht sich zwar nicht explizit auf die Landwirtschaft, aber ich finde, dass die Gedanken übertragbar sind. Wenn wir nun in diesem Jahr in die Diskussion um die GAP 2020 einsteigen, sollten wir diese Gedanken nicht vernachlässigen. Wenn wir uns auf den Weg machen, Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele zu erreichen, so ist das im Koalitionsvertrag festgehaltene Ziel ‚20 Prozent Biolandwirtschaft in Luxemburg‘, eine Etappe, um die landwirtschaftliche Produktion gedanklich und praktisch nachhaltig auszurichten. Welche Instrumente wir uns im gemeinsamen ‚Boot‘ geben, bleibt die Frage, die wir in naher Zukunft nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch gesamtgesellschaftlich thematisieren müssen. Unsere Ernährung liegt in den Händen der Landwirte, diese brauchen die entsprechende Akzeptanz und Anerkennung. Aber wir müssen vorangehen: Lëtz make Luxembourg organic!“