LUXEMBURG
LJ

Nach über 20 Jahren: Projekt Umgehungsstraße Dippach-Gare wird konkret

Vierzig Minuten: So lange müssen manchmal Autofahrer vor den Schlagbäumen am berühmt-berüchtigten Bahnübergang in „Dippach-Gare“ warten. Die Folge sind lange Staus, blanke Nerven und unzählige Versuche der Autofahrer, den Problempunkt zu umfahren, was den umliegenden Dörfern zusätzlichen Verkehr beschert.

Das Problem ist längst bekannt, seit über 20 Jahren wird über die Abschaffung des Bahnübergangs und den Bau einer Umgehungsstraße diskutiert. Anfang 2021 könnte es nun endlich so weit sein.

In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des DP-Abgeordneten und Dippacher Schöffen Max Hahn liefert Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch Details über die mögliche Dauer der Arbeiten, die nun anlaufen können, nachdem das Verwaltungsgericht im vergangenen Jahr den allgemeinen Nutzen des Projekts bestätigt hatte.

Die am Ende eines Verfahrens, das ein Grundstücksbesitzer ausgelöst hatte, der die „utilité publique“ des Vorhabens
bestritten hatte und sein Terrain dafür nicht hergeben wollte.

17,4 MillionenEuro Kosten

Nun läuft die Enteignungsprozedur. Bausch geht davon aus, dass das Zivilgericht im Herbst die Überführung der betroffenen Parzellen an den Staat anordnet. Dann dürfte auch die Höhe der Entschädigung für den Eigentümer nach einem Expertenbericht festgelegt werden.

Ab dann können die Etappen für den Bau der Umgehung konkret anlaufen. Der Vorentwurf für dessen Verwirklichung wurde am vergangenen 18. Mai abgesegnet. Aktuell seien Studien zwecks Ausschreibungsprozedur im Gange. Nach einer geotechnischen Analyse der Parzellen, die sich derzeit noch nicht in Staatsbesitz befinden, könne die Ausschreibung starten und sechs Monate später die konkreten Arbeiten, die sich dann über rund zweieinhalb Jahre hinziehen dürften. Kostenvoranschlag: 17,4 Millionen Euro, jeweils zur Hälfte vom „Fonds des Routes“ und vom „Fonds du Rail“ getragen. „Das ist nicht nur ein wichtiges Projekt für Dippach und seine Einwohner, deren Lebensqualität dadurch steigt, sondern für die ganze Region“, freute sich Max Hahn über die Aussicht, dass es mittelfristig mit den Arbeiten an der Umgehung von „Dippach-Gare“ endlich los gehen kann.

„Ende gut, alles gut“, kommentierte er das langwierige Dossier. Mit im Plan ist übrigens auch ein Radweg, der später Dippach einmal an den Express-Radweg längs der geplanten „schnellen Tram“ zwischen Luxemburg und Belval anschließen könnte.