LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Für Räubertrio heißt es auch in der dritten Instanz: Schuldig!

Einer der spektakulärsten luxemburgischen Kriminalfälle ist nun endgültig juristisch abgeschlossen. Die drei - jetzt nicht mehr mutmaßlichen - „G4S“-Räuber sind am Donnerstag mit ihrem Einspruch gegen die zweite Instanz vor dem Kassationsgerichtshof Luxemburg gescheitert. Somit erhält das Urteil des Appellationsgerichts Luxemburg volle Rechtskraft. Die nun endgültig als Täter festgestellten Cihan G., Dogan S. und Anouar B. waren wegen Mordversuchs, schweren Raubes, Rebellion, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz zu jeweils 22 Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Die Anklagebehörde ging fest von einer Tötungsabsicht aus, die Gerichte folgten der Argumentation. Ein vierter Mann wurde freigesprochen.

Tathergang: Äußerst kaltblütig

Am 3. April 2013 überfielen vier vermummte Männer die Filiale des britischen Sicherheitsunternehmen „G4S“ in Gasperich. Die Täter waren bei ihrer Tat äußerst kaltblütig vorgegangen, mussten aber ohne Beute wieder abziehen. Auf ihrer Flucht beschossen die Täter die anrückende Polizei mit Sturmgewehren, bevor sie sich anschließend nach Belgien absetzten.

Nur durch enormes Glück wurde bei dem Vorfall niemand getötet, zwei Polizisten wurden verletzt. Die Ermittler hatten im G4S-Gebäude sowie in einem Waldstück bei Garnich unter anderem auf einer hinterlassenen Batterie und an zwei Benzinkanistern umfangreiches DNA-Material sicherstellen können.

Streit um die DNA

Knapp ein Jahr später wurden dann vier Verdächtige bei Hausdurchsuchungen in Lüttich und Charleroi von der belgischen Polizei festgenommen. Trotz Widerstands der Verteidigung, für sie waren die festgestellten DNA-Mischspuren nicht genügend kompatibel mit der DNA der Angeklagten: Für die Anklage hatte erst der DNA-Test die Möglichkeit geschaffen, den Angeklagten zu beweisen, dass es sich bei ihnen nicht um verzweifelte Justizopfer handelt, sondern in drei Fällen um die Täter.

In allen drei Instanzen folgten die Richter der Beweisführung der Staatsanwaltschaft.