LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Nach tödlichem Unfall auf dem Zebrastreifen

Wegen fahrlässiger Tötung wurde gestern eine 25-jährige Pkw-Fahrerin zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt.

Der tragische Verkehrsunfall ereignete sich am 2. Januar 2017 in Howald. Gegen 17.50 bog die Frau mit ihrem Wagen in der Ausfahrt des Parkplatz Cactus Howald nach rechts in Richtung Kreisverkehr ab. Dabei erfasste sie einen 77-jährigen Fußgänger beim Überqueren des Zebrastreifens.

Die Angeklagte behauptete, der Mann hätte schon auf dem Zebrastreifen gelegen und sie sei - ohne ihn zu sehen - über ihn gefahren. Rechtsmediziner Dr. Andreas Schuff bestätigte jedoch einen direkten „kausalen Zusammenhang“ zwischen dem Unfall und dem Tod des Fußgängers.

Beide Schienbeine gebrochen

Dr. Schuff sprach von „typischen Befunden eines Anfahren“. Es liege kein Überrollen der Person vor. Das Anfahren ergebe sich bereits daraus, dass beide Schienbeine des Verstorbenen gebrochen gewesen waren.

Der 77-Jährige verstarb kurze Zeit später an den Folgen seiner schweren inneren Verletzungen. Die 25-jährige Pkw-Fahrerin wurde durch den Unfall nicht verletzt. Die Angeklagte hatte anscheinend nicht genug Zeit, um ihr Fahrzeug abzubremsen.

Das Gericht hat nun eine Führerschein-Sperre von 24 Monaten, davon 18 Monate auf Bewährung, verhängt. Die Summe der Zivilentschädigungen beläuft sich auf 65.000 Euro.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte auf fahrlässige Tötung plädiert und drei Monate Haft, eine Geldstrafe sowie ein Fahrverbot von 24 Monaten gefordert.

Die Strafe ist vergleichsweise niedrig. Zu ihren Gunsten wurde berücksichtigt, dass die Angeklagte bis zu der verhandelten Tat weder in Luxemburg noch in Portugal verkehrs- oder strafrechtlich aufgefallen ist.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.