LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Parlamentarische Orientierungsdebatte über die Zukunft des Flughafens

Bislang hatte es immer geheißen, dass die Reparatur und Erneuerung der Landepiste auf Findel über 200 Millionen Euro kosten werde, aber wie Nachhaltigkeitsminister François Bausch (déi gréng) gestern im Rahmen einer auf Initiative der CSV auf die Tagesordnung der Abgeordnetenkammer gesetzten Orientierungsdebatte über die Zukunft des Flughafens bekannt gab, werde die Modernisierung, die nicht nur die eigentliche Landepiste umfasse, noch teurer, und schlage mit insgesamt 258 Millionen Euro zu Buche, von denen der Staat maximal 50 Prozent übernehmen dürfe. Rund drei Jahre sollen die Instandsetzungsarbeiten, die voraussichtlich Ende 2017 aufgenommen werden, derweil in Anspruch nehmen.

Terminal B wird im Frühjahr 2017 wiedereröffnet

Der Minister ging gestern aber auch auf die Polemik um die anstehende, von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) geforderte Zertifizierung des Flughafens ein, für deren Koordination nun nicht mehr die Flughafenverwaltung ANA zuständig sein soll, sondern die Betreibergesellschaft lux-Airport. Das habe er als Minister entschieden, so Bausch, nachdem ein im Rahmen des Zertifizierungsprozesses von einem Experten erstelltes Zwischengutachten dies nahegelegt habe. Die Arbeit der ANA werde hierdurch aber in keinerlei Weise beeinträchtigt, und es sei auch kein einziger Arbeitsplatz hiervon betroffen, gab der Minister an, der sich in diesem Zusammenhang ärgerte, dass eine bestimmte Gewerkschaft hier eine angebliche Privatisierung angeprangert habe. Was nun die Lärmbelästigung durch die Nachtflüge anbelangt, die vor allem die Cargolux betreffe, wie Bausch unterstrich, so sei hier eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen worden, in der Vertreter der Cargolux und der hauptstädtischen Interessenvereine nach einer Lösung suchen würden, und die Anfang Januar zum ersten Mal zu einer gemeinsamen Sitzung zusammenkomme. Das Terminal B soll indes im April oder Mai des nächsten Jahres wiedereröffnet werden.

Scharfe Kritik am Flugverkehr übte im Laufe der Debatte Josée Lorsché (déi gréng), die ihren Parteikollegen Bausch daran erinnerte, dass dieser in seiner Zeit als Abgeordneter einmal gesagt haben soll, dass diejenigen, die auf eine Zunahme des Frachtverkehrs aus der Luft setzen würden, „auf dem Mond“ leben würden.

Den Findel bezeichnete die Präsidentin der parlamentarischen Nachhaltigkeitskommission gestern als „kräftige CO2-Schleuder“ und als „Lärmverursacher“, und das Cargolux-Motto „You name it, we fly it!“ fand sie mehr als unpassend, zeige dies doch nur, dass sich die Frachtfluggesellschaft noch keinerlei Gedanken über die Umwelt und die Nachhaltigkeit gemacht habe. Der grüne Nachhaltigkeitsminister gab seiner Parteikollegin seinerseits zu bedenken, dass auch eine „super-ökologische Gesellschaft“ einen Flughafen brauche.

Es war dann auch Gusty Graas (DP), der sich die Frage stellte, was Luxemburg ohne seinen Flughafen wäre, von dem direkt oder indirekt insgesamt rund 24.000 Arbeitsplätze abhängen würden, und ohne den das Land links liegen gelassen würde. Graas sprach sich dafür aus, in Zukunft weitere Low-Cost-Fluglinien nach Luxemburg zu bringen. Unglückliche Entscheidungen seien indes die Schließung des Terminal B sowie der Bau des Phantombahnhofs gewesen, der nie in Betrieb genommen worden sei.