LUXEMBURG
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Max Hahn (DP) fragt zu Nutzung von Ampeln nach, die anzeigen, wie viele Sekunden die Rotphase noch dauert

Verkehrsexperten in ganz Europa werben dafür, Ampeln so umzurüsten, dass sie den Fußgängern anzeigen, wie viele Sekunden die Rotphase noch dauert. Das soll die Verkehrssicherheit erhöhen. Ein Umstand, den nun auch der DP-Abgeordnete Max Hahn beim zuständigen Minister François Bausch (déi gréng) hinterfragt - samt möglicher Umsetzung im Großherzogtum.

Bereits einige Fragen zu dem Thema

Was zunächst die Auswirkungen von Countdown-Ampelanlagen auf die Verkehrssicherheit betrifft, so bezieht sich der Minister auf eine Antwort auf ähnliche parlamentarische Anfragen der Abgeordneten Gilles Roth, Yves Cruchten und Roger Negri als auch Claudine Konsbruck.

Die Straßenverkehrsordnung drücke sich durch die Vorrangstellung der Lichtsignale zur Verkehrsregelung aus. Die farbigen Lichtsignale können grün, orange oder rot sein. „Anlagen mit Countdown-Anzeige zeigen die Restzeit von der aktuellen Phase (grün oder rot) bis zum Wechsel in die nächste Phase an. Dieses Display kann verwendet werden, um sowohl den motorisierten Verkehr als auch Fußgänger und Radfahrer anzusprechen“, schreibt der Minister - dann, „wenn die Anzeige eines Countdowns die Funktion oder Bedeutung des Gerätes nicht verändert“ - und ihre Verwendung nicht im Widerspruch zu den Bestimmungen steht.

Auswirkungen auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer bei der Anzeige der Zeit, die an den Lichtsignalen verbleiben, wurden in mehreren Studien wissenschaftlich untersucht - und die Ergebnisse seien eher gemischt, wie es aus dem Ministerium heißt. Im Allgemeinen seien die Ergebnisse für einen Countdown-Zähler für Fußgänger positiv gewesen und die Zahl der Rotlichtvergehen habe abgenommen - „um etwa ein Drittel.“

Der systematische Einsatz werde jedoch nicht empfohlen, und die Nützlichkeit solcher Signale für die Verkehrssicherheit sollte von Fall zu Fall überprüft werden und könne je nach automatisierter oder dynamischer Ampelanlage variieren, wie der Minister schreibt.

Darüber hinaus sei es nach Ansicht von Bausch nicht ratsam, Ampeln mit einer Angabe der Restdauer zu verwenden, sondern ein qualitatives Indikatormodell, wie es in den Niederlanden verwendet wird, „das eine größere Flexibilität bei der Programmierung von Lichtanlagen ermöglicht.“ Mit Blick auf die Luftqualität und „automatisches Abschalten und Neustarten des Motors“ eines Wagens könnte die Installation eines Countdown-Ampelsystems dazu beitragen, Kraftstoff zu sparen und die Luftverschmutzung zu reduzieren, indem es die Autofahrer ermutigt, den Motor ihres Fahrzeugs abzustellen. Im Rahmen von Ampelprojekten, die von der Straßenverwaltung koordiniert werden, würden diese Möglichkeit je nach Situation von Fall zu Fall geprüft werden, wie Bausch abschließend darstellt.

Umrüstung kostet rund 20.000 Euro

Die Countdown-Ampel ist in vielen Ländern wie in den USA und Dänemark schon üblich. Berlin experimentiert seit geraumer Zeit mit blinkenden Lichtsignalen. Sie signalisieren den Fußgängern, dass die Rot- oder Grünphase gleich endet. Billig ist der Umbau allerdings nicht, wie auch Automobilclubs ausführen. Laut einer deutschen Verkehrsbehörde beispielsweise kostet es im Schnitt rund 20.000 Euro, eine einzelne herkömmliche Ampel mit einer Countdown-Anzeige nachzurüsten.